Mittelkürzung für Pinke-Panke: Bezirk sucht Lösung

Von | 7. Januar 2019

Schwierige Wochen für den beliebten Kinderbauernhof Pinke-Panke. Im Dezember hatte ein Ausschuss der BVV eine deutliche Kürzung der Mittel für den Kinderbauernhof beschlossen. Je nach Darstellung sollen für 2019 zwischen 34.000 und 40.000 Euro weniger an Förderung fließen – etwa die Hälfte der bezirklichen Zuwendung würde entfallen.

Neben Tieren gibt es auch Holzbau (Foto: Pinke Panke)

Dagegen wehrt sich der Kinderbauernhof mit einer Online-Petition. Auch aus dem Abgeordnetenhaus kam heftige Kritik am Vorgehen des Bezirks. Der Pankower SPD-Abgeordnete Torsten Schneider wurde in einem Brief an den Kinderbauernhof Pinke Panke sehr deutlich: „Nach meiner Einschätzung lässt sich die avisierte Absenkung Ihrer bezirklichen Förderung schon unter rechtlichen Gesichtspunkten nicht aufrechterhalten und wird spätestens im Wege der Rechtsaufsicht des Senats kassiert. Im Übrigen schätze ich ein, dass der Bezirk Pankow auch aus politischen Gründen nicht durchhalten kann, ein derart wichtiges Projekt wie Pinke-Panke so zu behindern, zumal rationale Gründe nicht ersichtlich sind oder vorgeschoben wirken.“ Und tatsächlich: Das Abgeordnetenhaus hat im Eilverfahren das Haushaltsgesetz geändert, um die Pankower Entscheidung zu kippen.
Das Geld ist schon anderweitig verplant

Rona Tietje, Bezirksstadträtin

Nur: Das Geld im Pankower Haushalt ist verplant, die Förderbescheide sind verschickt. Das gekürzte Geld für den Kinderbauernhof ist im Rahmen von Mittelumschichtungen einem anderen Projekt in Weißensee zugesichert. Die zuständige Bezirksstadträtin Rona Tietje (SPD) sagte florakiez, dass sie dem Kinder- und Jugendhilfeausschuss eine Beibehaltung der bisherigen Förderung vorgeschlagen habe. Dieser habe aber Änderungen zugunsten anderer Projekte vorgenommen, die Beschlüsse des Ausschusses seien verbindlich. Spätestens seit der Entscheidung des Abgeordnetenhaus sei aber klar, dass man an das Thema nochmal ran müsse: „Wir werden uns nochmal zusammensetzen und sollten eine vernünftige Lösung finden.“ Tietje hofft auf eine Klärung bis Ende des Monats. Am morgigen 08. Januar tagt der Ausschuss erneut.

13 Kommentare zu “Mittelkürzung für Pinke-Panke: Bezirk sucht Lösung

  1. Hans im Glück

    – hatte ein Ausschuss der BVV –

    Guten Tag Herr Kamrad,
    bitte mal die Namen der Mitglieder des Ausschusses nennen und deren Abstimmungsverhalten.
    Mit freundl. Grüßen

    Reply
  2. Georg Klausner

    Der gesamte KJHA hat zugestimmt. Er besteht aus Vertretern der Fraktionen und aus den Vertretern der Träger der Jugendhilfe. Nicht zugestimmt hat die AfD. Nicht, weil sie den KBH liebt. Sondern weil linksgrünversiffte Projekte finanziert werden.

    Reply
  3. Graumann

    Das Geld reicht eben nicht für alle. Der Ausschuss wird wohl heiß diskutiert haben. Aber Hr. Schneider und die SPD werden es schon richten.

    Reply
  4. Rose, Annett

    Sehr geehrte Herr Graumann,
    Ihre eher patzige Antwort trifft nicht den Kern des Problems. Es ist eine willkürliche und unfachliche Entscheidung, die ohne große Diskussion von einer kleinen Gruppe in den Ausschuss getragen und abgenickt wurde. Allein die Aussage, der Kinderbauernhof bekommt noch genug Geld vom Land wurde ungeprüft hingenommen. Die Gelder haben aber ihren Sinn und Zweck und sind eben nicht einfach mal übrig.
    Im übrigen hat der Bezirk Gelder, die für die tarifgerechte Bezahlung der Freien Träger vom Land zur Verfügung gestellt wurden, anderweitig verwendet, (es ist bis heute nicht klar, wofür) und nun wurde eine Lösung gebraucht und durch Kürzung beim Kinderbauernhof gefunden.
    Und der Jugendhilfeausschuss hat dem Kinderbauernhof schon über 80.000 Euro seit der Landesförderung gekürzt. Die jetzt nochmals gekürzte Sockelfinanzierung war letztlich ein Kompromiss zwischen Senat und Bezirksamt.

    Reply
  5. Max Müller

    So schön es ist, jährlich Kohle aufs Konto überwiesen zu bekommen, so wenig sinnvoll ist es sich auf Dauer davon abhängig zu machen.

    Ich finde die Pinke-Panke auch gut, aber vielleicht sollten die Besucher sich mal vom Free Lunch verabschieden – wenn jeder ein/zwei Euro pro Besuch gäbe, wären die 40000 leicht zusammen. Die Spenden könnten etwas massiver eingefordert werden, z.B. bei der Konsumation.

    Reply
    1. Poltergeist

      Stimme ich sofort zu, Max.
      Ein Eintrittsgeld von 1 oder 2 Euro wäre auch nicht absurd, oder?
      Aber vielleicht gibt es da wieder steuerrechtliche Aspekte, da kenne ich mich nicht aus.

      Es ist aber schon richtig bitter für Pinke-Panke.
      „Das Geld im Pankower Haushalt ist verplant, die Förderbescheide sind verschickt.“
      Na toll.

      Reply
      1. Graumann

        Da kommt aber jemand aus dem Mußtopf. PinkePanke bekommt sein Geld, weil das was der Jugenhilfeausschuss gemacht hat nicht rechtens war. Eintritt? Einfach mal hingehen und schauen. Das ist doch kein Zoo, sondern eine Freizeiteinrichtung. Es soll doch, auch in Pankow, tatsächlich nicht wenige Kinder geben deren Eltern kaum Geld haben und für fast tägliche Besuche der Freizeiteinrichtung keine 20€ (20x 1€) des Kindes haben.

        Reply
  6. Andre

    Jeder der mit seinen Kindern die Zeit da verbringt sollte öfter mal etwas in die Kasse am Ausgang werfen, dies sieht man viel zu selten. Die Kinder spenden da sicher gerne!
    Bei all dem vergangenem Spendenwahn ist dies doch eine sinnvolle Sache und wer hier in der Ecke 500 000 Euro für ne Wohnung zahlt kann da ruhig auch mal nen Schein in die Spendenbox werfen!
    Ich habe diese Wohnung nicht und gebe den Schein trotzdem, weil ich denke es ist schöner wenn sich solche Projekte allein halten.

    Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.