Neuer Radweg für die Schönholzer Heide

Von | 16. Oktober 2014

Die Arbeiten schreiten voran

Was macht der Bagger in der Heide? Wer dieser Tage durch die Schönholzer Heide geht oder radelt, dem bietet sich ein ungewohntes Bild. Die Erklärung: Das Grünflächenamt lässt einen Geh- und Radweg durch das beliebte Stück Pankower Natur bauen. Dieser verbindet die Friesenstraße mit der Heinrich-Mann-Straße und soll so die Anbindung der nördlichen Pankower Wohngebiete zum Stadteilzentrum um Florastraße, Kirche und Rathaus verbessern. Der 750 Meter lange Weg – finanziert aus einem Infrastrukturprogramm des Senats – soll 400.000 Euro kosten und im Dezember fertig sein. Vier Ahorne und zwei Robinien müssen weichen, dafür werden zwölf Linden neu gepflanzt.

Die Wegführung

Die Wegführung

Was schön für Radler und Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist, ärgert so manchen Jogger. Noch sieht man es nicht, aber der bisher als Joggingroute beliebte Schotterweg wird asphaltiert. Eine unbefestigte, den Vorgaben entsprechende Decke wäre im Unterhalt nicht vertretbar gewesen, so das Grünflächenamt. Zudem sei die jetzt gewählte Bauweise im Berliner Straßengesetz als Regel für Radwege vorgesehen. Vielleicht bewegt das für Radler attraktive Angebot ja den ein oder anderen, das Auto mal stehen zu lassen.

Zurück geht die Aktion übrigens auf einen Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung – aus dem April 2003.

Markus Kamrad
Markus Kamrad

ist gelernter Journalist, Buchautor und leitet die Kommunikationsabteilung einer Krankenkasse. Lebt seit 2011 im Florakiez.

7 Kommentare zu “Neuer Radweg für die Schönholzer Heide

  1. Alex M.

    Vielen Dank für den interessanten Beitrag.

    Auch ich hatte mich beim Joggen über die Bauarbeiten gewundert und so etwas vermutet… und natürlich finde ich es Schade, dass dadurch das Joggen auf diesem Teilstück unangenehmer wird. Schade, Schade, Schade!

    Die Kostenargumentation des Grünflächenamtes ist aus meiner Sicht hanebüchen. Auf Anhieb fällt mir eine einfache und sogar kostengünstigere Lösung ein: Halbierung der Breite des Fahrradweges. Wer braucht einen 3m breiten Fahrradweg? Kein Mensch! Und ja, ich fahre jeden Tag selber mit dem Fahrrad ins Büro…

    Inkompetenz überall. Schade! 🙁

  2. maciicx

    3m empfinde ich für zweirichtungsradverkehr + fußgänger nicht gerade unangemessen viel. 1,5 meter sind dafür aber ziemlich knapp.

    ich kenne die gegebenheiten vor ort nicht, kann daher nicht sagen, ob’s dort 3m bräuchte oder so wenig los ist, dass 1,5 m und ein bisschen kommunikation ausreichen, im dort vernünftig durchzukommen. „Wer braucht einen 3m breiten Fahrradweg? Kein Mensch!“ aber ist blödsinn. entweder ist „jeder tag“ bei ihnen selten oder sie arbeiten nicht im büro oder sie gehören zu den radfahrer-exemplaren, die merk-und-schmerzbefreit sind, was abstände angeht.

  3. Uwe K.

    Für einen, der die „Gegebenheiten vor ort nicht“ kennt, also überhaupt nicht weiß, worum es im einzelnen geht, ist es ganz schön dreist, dem Kommentator so an den Karren zu fahren, ihn gar als Lügner zu verdächtigen!

    1. maciicx

      auf das „einzelne“ bezog ich mich daher ja auch nicht, einfach mal lesen.
      “Wer braucht einen 3m breiten Fahrradweg? Kein Mensch!” <– da ist aber nichts "im einzelnen", dafür aber viel dreistigkeit. oder eben unwissenheit.

  4. Andre

    Ob dies notwendig ist bleibt dahingestellt. Die Schönholzer Heide war schöner zu erkunden ohne den breiten Asphaltweg, auch mit Fahrrad.

  5. Thomas R.

    Fahrrad-Autobahn ?

    ich empfinde den im Bau befindlichen Geh/Radweg deutlich überdimensioniert. Ein Fußgänger, der in der Schönholzer Heide Erholung sucht hat nicht den unbedingten Wunsch ein Teilstück auf Asphalt zu laufen. Radfahrer ziehen schon Asphalt vor. Gänzlich ausgebremst werden hier dir Jogger, die natürlich auch Waldboden bevorzugen. Vor kurzem bin ich die Strecke gejoggt und musste feststellen, das dieses Teilstück infolge der begonnenen Erdarbeiten eine gefährliche Cross-Strecke war. Fahrradfahrer habe ich keinen gesehen. Wurde da eigentlich mal das Verkehrsaufkommen der Radfahrer erfasst ? Unklar ist mir die Funktion der begrenzenden Betonsteine. Sollen diese eine Art Bande bilden oder wird der Asphalt mit deren Oberkante abschließen ? Wenn ja wäre dies ein Unfallrisiko, da die Betonsteine ca. 30 cm über Waldboden stehen.
    Mein Vorschlag wäre links und rechts des Weges eine schmale Jogger-Spur auf dem Waldboden vorzusehen.
    Das musste doch bei Kosten von 400.000 € noch drin sein, oder ?

  6. Hagen

    Also ich komme gerade vom Joggen und war entsetzt, wie breit der Radweg ist. Nein , kein Radweg, das ist eine Strasse. Da Fahrräder nun mit Höchstgeschwindigkeit hier langfahren können, ist ein bedenkenloses Joggen mit Musik im Ohr oder ein Spaziergang mit Kindern auf diesem Abschnitt nicht mehr möglich. Einen Fußweg habe ich nicht gesehen. Ich bin leidenschaftlicher Fahrradfahrer und freue mich wenn etwas für besseren Radfahren gemacht wird, aber das ist überdimensioniert und zerstört das Naturbild der Schönholzer Heide. Wer es nicht glaubt, kann es sich live anschauen, die Asphaltdecke wird gerade aufgetragen.

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