Das Bad in Pankow wird ein „großer Wurf“

Von | 10. April 2015
Bad-Veranstaltung

Die Herren Hensing, Misselwitz, Schneider, Buchner

Die Berliner Bäderbetriebe haben ein Problem, also eigentlich mehrere: Nur 150.000 Berliner nutzen regelmäßig die öffentlichen Hallenbäder. Das ist eindeutig zu wenig für eine Millionenstadt wie Berlin. Auch die Zufriedenheit der Besucher, die sich in erster Linie eine angenehme Atmosphäre in den Bädern wünschen, könnte wesentlich besser sein. Die BBB haben also Handlungsbedarf und sehen die Wende in neuen Multifunktionsbädern. Das machte (noch-)Bäderchef Ole Bested Hensing gleich zu Anfang der Informationsveranstaltung zum geplanten Bad in Pankow am Donnerstag im ehemaligen Waisenhaus deutlich.

Geladen hatte die SPD-Fraktion, die mit ihrem finanzpolitischen Sprecher und Pankower Abgeordneten Torsten Schneider und ihrem sportpolitischen Sprecher, Dennis Buchner, vertreten war. Mit auf dem Podium saß auch Dr. Hans Misselwitz vom Förderverein Schwimmhalle Pankow e.V., als „Sprecher des Volkes“ sozusagen. Eher nebenbei wurde deutlich, dass wir es vermutlich diesem Verein zu verdanken haben, dass Pankow als Standort für eines der zwei Multifunktionsbäder auserwählt wurde. Seit 2006 setzen sich die Vereinsmitglieder dafür ein, die alte Schwimmhalle in der Wolfshagener Straße wieder in Betrieb zu nehmen. Immer wieder haben sie Politiker angesprochen und schließlich in der SPD-Fraktion einen starken Partner gefunden. Dass es letztlich so viel Geld gibt, hätten sie dann auch nicht gedacht, sagt Misselwitz und spricht von einer „Superlösung“; Torsten Schneider nennt es einen „großen Wurf“, die Politik müsse sich auch mal etwas trauen.

Doch wie soll es nun aussehen, das neue Wunderbad?

Rund 50 Interessierte waren gekommen, doch wer schöne Animationen von Beckenanlagen und Saunalandschaft erwartet hatte, wurde enttäuscht. Solche Ansichten gibt es noch nicht, stattdessen wurde das bereits bekannte Grundprinzip anhand von Plänen des Westfalenbads in Hagen erklärt.

„Tiefes, flaches, kaltes, warmes Wasser“, fasst es Schneider zusammen. Das geplante Multifunktionsbad in der Wolfshagener Straße soll ein Bad für alle werden, das die unterschiedlichen Bedürfnisse von Sportlern, Familien und Senioren gleichermaßen bedient und zudem mit Sauna und beheiztem Außenbecken aufwartet. Das neue Bad ist für maximal 1600 Besucher ausgelegt und soll sich wirtschaftlich tragen. Bäderchef Ole Bested Hensing rechnet mit rund 450.000 Besuchern pro Jahr, die überwiegend aus Pankow kommen werden. Mit 5 € wird das Schwimmen etwas günstiger als bisher (5,50 €), und auch die Eintrittspreise für die Saunalandschaft sollen denen anderer Angebote der Bäderbetriebe entsprechen oder darunter liegen. Mit einem Parkhaus wird auf die angespannte Parkplatzsituation vor Ort reagiert. Ziel ist es weiterhin, das neue Bad beim laufenden Betrieb des Sommerbades zu bauen, das in diesem Zuge gleich mitsaniert werden soll. Damit wurden die meisten Bedenken der Anwesenden pariert, so dass schließlich ein Zuhörer schwungvoll fragte:

„Und wann wird angebadet?“

Frühestens 2020. Als reine Bauzeit sind zwar nur rund zwei Jahre veranschlagt, doch die Planungen inklusive Ausschreibungen und Bürgerbeteiligung brauchen ebenfalls ihre Zeit. In zwei Wochen wird das Abgeordnetenhaus erst einmal die 30 Millionen Euro freigeben und innerhalb der nächsten sechs Monate konkretisieren die BBB ihr Konzept. Dann wird es auch eine neue Informationsveranstaltung geben, in der Bürger wieder Bedenken und Anregungen äußern können.

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2 Kommentare zu “Das Bad in Pankow wird ein „großer Wurf“

  1. Max Müller

    Na also, mit sieben Jahren lag ich doch goldrichtig.

    Und nur drei Jahre Laber – ähm Planungszeit? Da kann man doch gar nicht jeden einzelnen Pankower nach seiner Meinung fragen.

    1. André

      Muss man auch nicht. Bürgerbeteiligung ist gut, aber sie muss auch Grenzen haben. Wenn JEDER seine Bedenken dazu äußern kann, wird das Projekt nur zerrieben und vom „großen Wurf“ bleibt ein fauler Kompromiss übrig.

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