Pankower Tor: Kurt Krieger stellt Ultimatum

Von | 27. Mai 2015

So könnte der Platz am S-Bahnhof Pankow aussehen, links ist die Brücke zu erahnen (Entwurf von 2011)

Paukenschlag in Pankow: Kurt Krieger verliert die Geduld und setzt dem Bezirk und dem Berliner Senat eine letzte Frist. Wenn bis Weihnachten keine Einigung über sein Projekt Pankower Tor erzielt wird, will er sich zurückziehen. Wörtlich erklärte der Besitzer der Möbelhäuser Höffner, Sconto und Kraft am Mittwoch im Ausschuss für Stadtentwicklung der Bezirksverordnetenversammlung, ohne Kompromiss werde er das Projekt an die nächste Generation übergeben. Und damit meine er nicht seine 36 Jahre alte Tochter, sondern seinen erst 13 Jahre alten Sohn. Das Grundstück werde er jedenfalls behalten. Damit droht ein jahre- oder gar jahrzehntelanger Stillstand.

Der Pankower Bezirksbaustadtrat Jens-Holger Kirchner konterte die Drohung ebenfalls mit einer Überraschung: Schon in der kommenden Woche werde es ein Treffen mit ihm, Bausenator Andreas Geisel und Bezirksbürgermeister Matthias Köhne geben. Ziel sei es, die Kuh vom Eis zu bringen.

Um die riesige Brache hinter dem S-Bahnhof Pankow wird seit vielen Jahren gestritten. Knackpunkte sind die Lage und Größe des geplanten Einkaufszentrums, die Erschließung für den Auto- und den öffentlichen Nahverkehr sowie die Auswirkungen auf den Pankower Einzelhandel und das Ortszentrum rund um den Anger. Bezirksverordnetenversammlung, Bezirksamt und Senat sind sich nicht einig, es gibt sich widersprechende Beschlüsse und zahlreiche Gutachten. Unstrittig ist nur, dass Pankow angesichts der stark wachsenden Bevölkerung und der zunehmenden Kaufkraft weitere Einkaufsmöglichkeiten vertragen könnte.

Bisher sehen die Krieger-Pläne eine Shopping-Mall in der Größenordnung der Schönhauser Allee Arcaden (und damit deutlich kleiner als das oft als Beispiel genannte Alexa), einen Möbel Höffner und einen Möbel Sconto vor. Außerdem sollen als Zugeständnis an Berlin bis zu 750, teilweise sehr günstige Mietwohnungen errichtet werden. Darüber hinaus will Krieger dem Bezirk Grundstücke für zwei Schulen kostenlos überlassen. Der Bereich um die Brücke am S-Bahnhof Pankow soll zu einem Platz aufgewertet werden.

Krieger hatte das rund 400.000 Quadratmeter große Areal des ehemaligen Güterbahnhofs 2010 erworben und will insgesamt fast 400 Millionen Euro investieren.

Am 2. Juni findet um 18.00 Uhr im Rathaus Pankow das öffentliche „Forum Einzelhandel in Pankow, Wilhelmsruh und Heinersdorf“ statt. Möglicherweise wird es dort weitere Informationen zum Thema Pankower Tor geben.

Lageplan Pankower Tor

Links der S-Bahnhof, in der Mitte Höffner und Einkaufszentrum, ganz rechts Sconto (Entwurf von 2011)

2 Kommentare zu “Pankower Tor: Kurt Krieger stellt Ultimatum

  1. Anna K. Mayer

    „Unstrittig ist nur, dass Pankow angesichts der stark wachsenden Bevölkerung und der zunehmenden Kaufkraft weitere Einkaufsmöglichkeiten vertragen könnte.“

    Ob das die zuweilen sehr verlassen wirkenden Einzelhandelsgeschäfte in der Florastraße auch so sehen wage ich ja mal ernsthaft zu bezweifeln. Die sind einfach tot, wenn da so eine Mall entsteht. Aber es soll ja Menschen geben, die halten den GfK – Konsumklimaindex für eine Dokumentation der Einkaufsrealität. Abgesehen davon: diese ganzen kaufkräftigen Neubewohner Pankows gehen dann bei Möbel Höffner und Sconto einkaufen? Ernsthaft?

    Von mir aus kann die als Frischluftschneise fungierende Brache gern so bleiben.

  2. thonik

    Die Bebauung des ehemaligen Güterbahnhofs wird zu einer weiteren verkehrlichen Belastung der Florastraße als schnelle Ost-West Verbindung führen. Solange es dafür keine Alternative gibt, ist uns die „Frischluftschneise“ lieber. Übrigens: Wenn wir ca. einmal im Jahr zu Höffner wollen, dann nehmen wir den M27 Bus bis Brunnenplatz: Fahrzeit 14 Minuten.

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