Fahrräder UND Feinkost – eine Zwischenlösung am Bahnhof Pankow

Von | 7. November 2015
Der Wagen bleibt erst einmal vor dem Bahnhof

Stammkunden wollen auf den Feinkostwagen nicht verzichten

Zwei Meter, die eine komplizierte Situation entspannen. Wenn die S-Bahn demnächst die ersten Doppelstockparker für Fahrräder am S- und U-Bahnhof Pankow aufstellen lässt, wird Faruk Fadan seinen Feinkostwagen zwei Meter nach rechts Richtung S-Bahneingang schieben. Darauf hat er sich mit seinem Vermieter (DB Services) geeinigt. Damit ist seine Kündigung erst einmal vom Tisch.

Das klingt nach einer guten Nachricht, doch richtig glücklich ist Fadan damit nicht. Er befürchtet, dass aus der Interimslösung ein Dauerzustand werden könnte und der würde dem Platz vor dem Bahnhof gar nicht gut tun. Die geplanten Doppelstockparker seien viel zu nah an der Straße geplant. Um das obere Fahrrad einzuparken, muss eine Schiene ausgezogen werden, die weit auf den Bürgersteig reicht. Eine Kollision mit Fußgängern sei so programmiert. Zusammen mit Taxistand und Bushaltestelle werde sich das Chaos vor dem Bahnhof nur verschlimmern. Mit seinem Gegenvorschlag eines Pavillions und einer anderen Anordnung der Stellplätze, will Fadan den Bahnhofsvorplatz „aufräumen“. Ob sein Konzept umgesetzt und damit das der S-Bahn modifiziert wird, ist weiterhin offen. Alle Beteiligten sind noch miteinander im Gespräch.

Am nächsten Mittwoch (11. November) kommen Gemüsestand und Feinkostwagen erst einmal auf die Tagesordnung der Bezirksverordnetenversammlung. Denn die Unterstützer von Faruk Fadan werden mehr. Neben seinen Stammkunden und Cord Meyer von der DB Netz AG, der ein Teil der betroffenen Flächen gehören, hat jetzt auch die Pankower SPD-Fraktion das Thema aufgegriffen. In einem Antrag fordern Gregor Kijora und Rona Tietje das Bezirksamt Pankow auf, dafür „Sorge zu tragen“, dass durch die Errichtung von Fahrradstellplätzen am Bahnhof Pankow kein „mobiles Gewerbe“ vertrieben wird. Gleichzeitig begrüßt die SPD-Fraktion, so wie vermutlich fast jeder im Florakiez, die Schaffung von neuen Fahrradstellplätzen und setzt indirekt ihre Priorität. „Im Fall einer nötigen Nutzungskündigung oder nicht neu zu erteilenden Nutzungsgenehmigung, welche ggf. durch die Baumaßnahmen bedingt sind“ fordert sie den Bezirk auf, „einen vergleichbaren Ausweichstandort zu gleichen Konditionen anzubieten“. Zur Begründung heißt es: „Beide mobilen Gewerbe erfreuen sich großer Beliebtheit bei der Bevölkerung und werden gerne und viel genutzt.“

Das konnte man auch in den Leserkommentaren auf unseren Artikel „Droht dem Feinkostwagen vor dem Bahnhof Pankow vor dem Aus?“ feststellen.

 

Anbau_Simmulation

Vorschlag von Faruk Fadan ©Olesch&Partner Architekten

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2 Kommentare zu “Fahrräder UND Feinkost – eine Zwischenlösung am Bahnhof Pankow

  1. Christine Krosche

    Seit mehr als 25 Jahren wohne ich jetzt schon in der Nähe vom S-Bahnhof Pankow und würde die vorgeschlagene Lösung von Herrn Fadan sehr begrüßen. Die Doppelstockparker so dicht an den Eingang zum Bahnhof zu installieren kann ich nicht verstehen. Die Enge dort ist für Fußgänger schon jetzt sehr gefährlich. Mit Kinderwagen ist dort kaum ein Durchkommen. Das Chaos würde sich nur verschlimmern. Wir sind Stammkunden beim Gemüsestand und würden es sehr bedauern, wenn dieser weichen muss. Fast täglich hole ich dort auf dem Nachhauseweg noch schnell etwas Obst und Gemüse. Ohne dieses „mobile Gewerbe“ wäre der Bahnhosplatz nur ein Bahnhofsplatz und würde sehr an seinerAttraktivität einbüßen.

    Mit besten Grüßen
    Familie Krosche

  2. Mirko S.

    Die von der DB vorgeschlagene Zwischenlösung ist keine Gute. Den Platz könnte man deutlich effizienter nutzen indem man beispielsweise die Lösung von Herrn Fadan umsetzt! Fahrradständer sind wichtig. Jedoch dürfe sie nicht die gesamte Fläche vereinnahmen und einen Händler von seinem Platz verdrängen. Der Austausch im Kiez ist wichtiger als alles andere!

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