Eine App für mehr Ordnung

Von | 21. Januar 2017

Erledigte und offene Meldungen im Kiez

Ein Trottel hat Sperrmüll auf die Straße gestellt, Bauarbeiter haben Schilder vergessen, auf einer Baumscheibe stapeln sich die Hundehaufen, ein schrottreifes Auto blockiert seit Monaten einen Parkplatz, im Gehweg tun sich Löcher auf oder Äste sind auf die Straße gefallen. Das sind kleinere und größere Dinge, die bei Kiezbewohnern im Alltag für Verdruss sorgen.

Damit sich jemand um die Sachen kümmert, sollte das Ordnungsamt Pankow informiert werden. Dafür gibt es auch eine App. Vom Smartphone aus kann man Foto, Standort und eine Beschreibung des Problems übermitteln. Rund 90 Kategorien von Abfälle über freilaufende Tiere bis zu Wildwuchs stehen zur Verfügung. Man sieht an den Fähnchen auf der Karte auch, ob das Ärgernis bereits gemeldet wurde.

Die App ist ein bisschen wie die ganze Berliner Verwaltung: Nicht besonders liebevoll gemacht und ein wenig störrisch zu bedienen, sie funktioniert dann aber irgendwie doch. Die eigenen Meldungen werden in der App gesammelt und der Status der Bearbeitung lässt sich verfolgen. Sollte das Ordnungsamt nicht zuständig sein, leiten die Mitarbeiter die Eingaben entsprechend weiter.

Die App Ordnungsamt Online gibt es für iPhone und Android. Wer sich lieber vor den PC setzen möchte, kann die Behörde auch im Internet ansteuern.

Hanno Hall
Hanno Hall

Lebt seit 1997 in Berlin und seit 2010 im Kiez. Verantwortet n-tv.de und die n-tv Apps. Interessiert sich für Baustellen, Flughäfen und Politik. Geht zu Fuß, fährt Rad, BVG und Auto.

10 Kommentare zu “Eine App für mehr Ordnung

  1. jetztvonhier

    Vielen Dank für den Hinweis auf die Möglichkeit, etwas zu verbessern!

  2. Max Müller

    Das gute Ordnungsamt fährt mit ihrem Auto jeden Tag fünf mal über die Krater in der Florastr und sieht nix.

    Soll man sie jetzt noch mal gesondert drauf aufmerksam machen oder lieber mit der Nase reindrücken wie man bei
    Hunden macht.

  3. A.

    Ich benutze die App schon seit längerer Zeit und war bislang immer erfolgreich mit meinen Anliegen. Sogar das große Loch im Bürgersteig in der Gaillardstraße wurde neu gepflastert. Also es lohnt sich, sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen und Missstände zu melden, wenn auch, wie schon beschrieben, die Benutzerfreundlichkeit der App unterirdisch ist. Und manchmal dauert es auch 2-3 Monate, bis etwas passiert 😉

  4. Ludwig Schönefeldt

    Meine Erfahrungen mit der App sind, soweit es Sperrmüll in der Heynstr. betrifft, sehr gut. Das Ordnungsamt reagiert sehr schnell und kompetent. Meldungen über große und gefährliche Löcher auf dem Gehweg werden an das Tiefbauamt weitergeleitet und selbst nach mehreren Monaten nicht bearbeitet.
    Leider bietet die BSR kein vergleichbares App an. Vermutlich um sich vor ein Flut von Beschwerden zu schützen. Von wegen „we kehr for you“ . In der Heynstr. liegt noch reichlich Dreck von Silvester auf den Fußwegen, trotz Reinigungsklasse 3 ( d.h. 3 Reinigungen pro Woche) . Leider kann ich hier kein anschauliches Foto hochladen. Das wirkliche Leitmotiv der BSR ist vermutlich: „BSR garantiert: Berlin bleibt dreckig“.

    1. A.

      Das BSR-Thema ist so eine Sache. Ich finde, dass die BSR sogar zu oft kommt. Denn sie macht die Berliner Bevölkerung faul und verleitet zu asozialem Verhalten. Hundekotbeutel oder Silvester-Kracher liegen lassen, kein Problem, die BSR macht es weg. Auch beobachte ich regelmäßig wie Geschäfteinhaber vor ihrem Laden fegen. Aber der Dreck landet nicht in der Mülltonne, nein, sondern wird einfach auf die Straße gefegt. Die BSR macht ihn ja weg.
      Vielleicht würde der ein oder andere umdenken, wenn die BSR seltener käme und man im eigenen Dreck ersticken würde…

      1. André

        @ A.: Sehe ich auch so. Das ist halt ambivalent.
        Im Grunde kann man auch an der Ordnungsamts-App so eine Schattenseite sehen. Nach dem Motto „Ich schmeiß meinen Müll auf die Straße. Wenn er nicht von selbst verschwindet, kümmert sich schon irgendwer drum…“.
        Aber ich denke, die Vorteile überwiegen. Das OA kriegt mit, wo es zwickt und kann gezielt reagieren.

      2. Ludwig Schönefeldt

        Vielleicht sollten wir es so machen wie in vielen indischen Städten und Dörfern. Dort gibt es weder eine Straßenreinigung, schon gar keine BSR. Das hält die Menschen nicht davon ab, ihren Abfall auf den Straßen zu entsorgen. Nimmt der Müll überhand, wird er auf den Straßen verbrannt (insbesondere der Plastikmüll). Nun ernsthaft: die Bewohner unseres Hauses zahlen jeden Monat 40 Euro für die Straßenreinigung. Diese Gebühr wird quasi als Steuer erhoben. Denn es muss auch dann gezahlt werden, wenn die BSR überhaupt nicht reinigt (wie in der letzten 4 Wochen). Die BSR kann also nach ihrer Satzung leistungsfrei Gebühren von den Berlinern kassieren. Schön für die Wirtschaftlichkeit der BSR (vielleicht auch für deren Bequemlichkeit), schlecht für die Bewohner Berlins, die häufig mit verdreckten Straßen (obwohl sie für die Reinigung zahlen) leben müssen.

  5. Alfred Bröckel

    BSR hin oder her: Wieso muss denn eigentlich die BSR die Sylvesterschweinereien abräumen? Es gibt Orte in D, da gilt auch in diesem Bereich das Verursacherprinzip. Nur in Berlin kann man wie die Henne seinen Dreck liegen lassen. Wie löst man das? Ganz einfach: Auf jedes Sylvestergeschoss eine Sonderabgabe von 100% aufschlagen. Mit dem Geld werden dann von den Bezirken private Firmen beauftragt, die dann flugs schon am nächsten Morgen alles säubern. Der Preisaufschlag führt dann vielleicht zugleich auch noch zu mehr Zurückhaltung bei der sinnlosen Sylvesterballerei.

  6. Manja

    Ich sehe dies ähnlich wie mein Vorredner. So fällt mir jedes Jahr wieder auf, dass das Restaurant „Firenze“ zwar seine Vorgärten liebevoll pflegt, jedoch den Sylvesterdreck seiner Partygäste, der schon sehr üppig ist, seelenruhig auch wochenlang liegenlässt, bis die BSR es schon richtet. Eigenverantwortung aller würde unserem Kiez gut stehen.

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