Erste Etappe auf dem Weg zur Parkzone

Von | 2. Dezember 2017

Jedes freie Fleckchen im Kiez ist zugestellt

Die Zahl der Fahrzeuge im Florakiez hat analog zur Zahl der Bewohner deutlich zugenommen. Wo auf alten Google Street View-Bildern noch zahlreiche Parklücken zu sehen sind, reiht sich heute Auto an Auto. Wer keinen privaten Stellplatz hat, muss lange herumkurven. Dass die Parkplatznot rund um die Florastraße ein Problem ist, hat auch die Bezirksverordnetenversammlung Pankow erkannt und den Bezirk jetzt aufgefordert, eine Machbarkeitsstudie für die Parkraumbewirtschaftung in Auftrag zu geben.

Im kommenden Jahr soll für das Gebiet zwischen Wollankstraße, Breite Straße, Berliner Straße, Brehmestraße und der Bahntrasse untersucht werden, wie sich die Bewirtschaftung auf den ruhenden Verkehr auswirken würde. Gleichzeitig soll betrachtet werden, was das für die umliegenden Gegenden wie das Tiroler Viertel und den Kissingenkiez bedeuten würde. Mann muss kein Verkehrsexperte sein, um das Ergebnis vorauszusagen: Vermutlich würde sich die Situation dort weiter verschärfen. Die Ergebnisse der Studie sollen bis Jahresende 2018 vorliegen.

Die Erfahrungen mit der Parkraumbewirtschaftung in Mitte und Prenzlauer Berg sind positiv. Dort hat sich die Situation für die Anwohner verbessert.

Hanno Hall
Hanno Hall

Lebt seit 1997 in Berlin und seit 2010 im Kiez. Verantwortet n-tv.de und die n-tv Apps. Interessiert sich für Baustellen, Flughäfen und Politik. Geht zu Fuß, fährt Rad, BVG und Auto.

7 Kommentare zu “Erste Etappe auf dem Weg zur Parkzone

  1. BMX

    Es würde ja schonmal helfen wenn nicht andauernd Parkplätze für wochenlange Baustellen, wochenlange Umzüge gesperrt würden. Zeitweise habe ich in Parknähe untere Florastraße 30 „belegte“ Parkplätze durch Sperrungen gezählt. Habe zwar mittlerweile kein Auto mehr aber so schafft man keine entspanntere Situation und die Leute parken dann in den Kreuzungen, Einfahrten und an Fußgängerüberwegen und Fahrradwegen ( siehe Ecke Mühlen/Breitsestraße) wo zurecht eine Fußgängerinsel am Kindergarten/Altenwohnanlage hinzugekommen ist. Diese Parkverbote sind zurecht an dieser Stelle.

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  2. ichfragjanur

    Wer will denn heruasgefunden haben, dass sich in Mitte/Pberg etwas verbessert hat?

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  3. Quarso

    Ich Glaube an dieses System einfach nicht. Es ist einfach nur Abzocke.
    Ich habe Bekannte im Prenzl.berg, die diese nette Parkraumbewirtschaftung aufgedrückt bekommen habe.
    Laut ihnen hat es sich dadurch tagsüber etwas enspannt, aber abends wenn die Anwohner von der Arbeit kommen, da drehen sie immernoch Kreise.
    Und dafür muss jeder Besuch nun jedes Mal blechen und sie zahlen diese Anwohnerplakette.
    Ich weiß gar nicht, wie das für die Leute läuft, die den Firmenwagen mit nachhause nehmen müssen/dürfen? Spaßig wird es auch für neue Beziehungen, wenn eine Übernachtung bei der neuen Flamme mal ebend 10€ kostet.
    Und von dem Schneeball-Effekt auf die umliegenden Straßen wird ja oben schon eingegangen. Da muss dann plötzlich auch bewirtschaftet werden. Juhu.

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  4. André

    Ich habe auch kein Auto mehr. Es stand eh mehr rum als dass es genutzt wurde. Und jetzt tut es gar nicht weh, darauf zu verzichten. Carsharing, Mietwagen oder notfalls Taxis gibt es ja bei Bedarf zur Genüge.

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  5. Caulerpa

    Sind seit Sept. 2016 auch autolos. Kein Parkplatzsuchstress , nie wieder über noch ’ne Delle oder abgefahrenen Rückspiegel ärgern, ist das schön… Hätten wir schon viel früher machen sollen!

    Umweltkarte reicht uns für die meisten Fahrten. Und falls es doch mal ein Wagen sein muss: Carsharing für kürzere Mietdauern (Stadtmobil z.B. ist hier in Pankow und im angrenzenden Wedding sehr gut vertreten), klassische Mietwagenanbieter (Super-Angebote auf unabsehbare Zeit weiterhin im TXL-Mietwagencenter) für die Fahrt an die Müritz/Ostsee etc. , und ansonsten, wie bereits von André erwähnt, gerne auch mal ein Taxi.

    Das Ganze bisher ohne Mehrkosten, im Gegenteil…

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  6. Maulwurf

    Ich kenne mich leider nicht im Baurecht aus. Aber ich verstehe nicht, wie Bauanträge für Mehrfamilienhäuser ohne ausreichend Parkfläche – also auch Tiefgaragen – überhaupt freigeben werden können. Als in er Brehmestraße das Projekt „Himmel und Erde“ umgesetzt wurde, ist nur ein Bruchteil des Gebäudekomplexes mit einer Tiefgarage versehen worden. Die Baulücken in der Florastraße haben gleich überhaupt keine Parkfläche berücksichtigt, aber die bestehenden Parkflächen wurden bebaut.
    Unter dem Aspekt stimme ich einem vorherigen Kommentar zu, dass das am Ende zu Lasten der Anwohner geht, die dann dem Bezirk in die Kasse zahlen, weil sie nun eine Parkkarte kaufen müssen und der Besuch auch noch blechen darf.

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    1. Hanno HallHanno Hall Post author

      In Berlin gibt es bei Neubauten im Gegensatz zu anderen Städten keine Verpflichtung, Kfz-Stellplätze zu schaffen. Die entsprechende Regelung wurde 1996 abgeschafft, um den Flächenverbrauch einzudämmen. Bei der Modernisierung von Altbauten ist die nachträgliche Schaffung von Stellplätzen in den Pankower Sozialen Erhaltungsgebieten sogar ausdrücklich verboten, weil sie unter das Merkmal Luxus-Sanierung fallen.

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