Süßer die Jumbos nie klingen

Von | 23. November 2017

Mann, ist der dick (Foto: Lufthansa)

Die Lufthansa untermalt den Pankowern die Vorweihnachtszeit mit noch mehr Geräuschen. Die Boeing 747-400 kommt nun auch im Dezember auf der Strecke zwischen Frankfurt und Berlin zum Einsatz. Der vierstrahligen Jumbo-Jet wird bis kurz vor Weihnachten weitere 56 Mal in Tegel starten und landen. Ursprünglich sollte der imposante Riesenflieger nur im November über Berlin donnern.

Die Lufthansa begründet die Maßnahme mit der großen Nachfrage nach der Pleite von Air Berlin. Rein betriebswirtschaftlich gesehen rechne sich der Einsatz nicht, erklärte das Unternehmen. Er schaffe in schwierigen Zeiten aber zusätzliche Kapazitäten auf dieser wichtigen Route. Eigentlich sei Tegel für das Großraumflugzeug „ein wenig geeigneter Flughafen“. Die 747-400 wird Berlin von Montag bis Donnerstag ansteuern.

Die Gesamtzahl der Jumbo-Flüge zwischen Frankfurt und Berlin steigt damit auf gut 90. Künftig will Lufthansa die meistbeflogene Strecke zwischen der Hauptstadt und ihrem wichtigsten Drehkreuz nur noch mit dem Airbus A321 bedienen, der 200 Fluggästen Platz bietet.

Nützliches zum Thema Fluglärm:
Ist Pankow der Fluglärm egal?
Keine Lärmschutzzone: Ohren zu und durchhalten
Messergebnisse im Internet: Grüne und rote Punkte zeigen den Geräuschpegel
Start nach Westen oder Osten: Ja, wie fliegen sie denn?
Flugbewegungen live: Was fliegt denn da über der Florastraße?

Hanno Hall
Hanno Hall

Lebt seit 1997 in Berlin und seit 2010 im Kiez. Verantwortet n-tv.de und die n-tv Apps. Interessiert sich für Baustellen, Flughäfen und Politik. Geht zu Fuß, fährt Rad, BVG und Auto.

21 Kommentare zu “Süßer die Jumbos nie klingen

  1. Gegen den Strich gebürstet

    Tolle Sache, habe ab Tegel selbst schon drin gesessen. Endlich mal etwas Großstadtgefühl. Kerosin. Lärm. Hektik. Wunderbar.

    Zum Glück hat der TÜV neue schwere Mängel am BER festgestellt, die die Eröffnung weiter herauszögern werden.

    Bis Berlin zum achtsam abgehängten Posemuckel der grünen Eliten wird, könnte es also noch dauern.

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  2. Ardistan

    Ich verstehe die Aufregung nicht. Es ist halt 56 oder 112 mal etwas lauter. Lärm ist Teil der Großstadt und Fluglärm ist nur ein sehr, sehr kleiner Teil davon. Auch in Pankow.

    Außergewöhnlich ist die Umweltbelastung durch das Flugzeug, da mit der Bahn eine sehr gute Alternative existiert. Aber Umwelt- und Klimaschutz sind zu Recht nicht die Themen unserer Zeit.

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    1. Gegen den Strich gebürstet

      Die Bahn ist selten eine Alternative, außer für Urlauber, Ausflügler und Kurzstreckenpendler.

      Fahren Sie mal per Bahn nach Kopenhagen, Brüssel oder Wien. Ewige Fahrzeit. Kein WLAN zum Arbeiten wie in der Schweiz, Südkorea, Japan oder Schweden. Ungünstige Abfahrzeiten. Früh morgens von Berlin nach London und abends wieder zurück – vergessen Sie’s. Sogar Stockholm hat zwei Flughäfen. Berlin schafft sich ab und wird langsam wieder Randgebiet.

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      1. Ardistan

        Der Jumbo fliegt nach Frankfurt/Main. Frankfurt ist wunderbar mit der Bahn zu erreichen ebenso wie demnächst München. Und im ICE funktioniert meist W-Lan. Ich nutze es regelmäßig. Man kann sogar im der zweiten Klasse wunderbar arbeiten.

        Übrigens: Für internationale Meetings nutzen wir verstärkt Videotechnologie. Ist in den meisten Fällen völlig ausreichend.

        Was nach Nutzung dieser Alternativen an Flugbedarf übrig bleibt ist verkraftbar und kann locker vom BER erledigt werden.

        Ist aber kein Muß, denn Umwelt- und Klimaschutz sind zu Recht nebensächlich.

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  3. Max Müller

    Alternative für manche …. Die Bahn hat ja sinnigerweise die Sprinterfahrzeit nach Frankfurt verlängert.

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    1. Ardistan

      Wird sich wieder ändern. Im Flugplan gibt’s ja auch permanent Änderungen.

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  4. Aki Katro

    „Großstadtgefühl durch gesundheitsschädigenden Lärm und Kerosin“? Himmel, lass es Hirn regnen !

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    1. Gegen den Strich gebürstet

      Die Knackwürste, Schnäpse und Braten aber auch die Toskana-Salami, Rotweine und Hipster-Burger führen schneller zu Darm oder Kehlkopfkrebs als gelegentlich ein Flugzeug landen zu hören.

      Übrigens, in Spandau und Marienfelde sind noch wunderbare vollkommen ruhige Wohnungen frei, so wie einstmals in Pankow, im ruhigen „Städtchen“.

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      1. Michael Waitz

        Ein reiner Sonnenschein ist laut WHO Studie auch krebserregend. Rotwein in Maßen hat dagegen den Vorteil, einem Herzinfarkt vorzubeugen, man muss das Krebsrisiko aber gegenrechnen.
        Spandau und Marienfelde sind zwar ruhigere Wohngegenden, allerdings muss man hier das Risiko gegenrechnen, an einer schweren Depression zu erkranken, wenn man Hipster ist. Dann muss man noch das zusätzliche Krebsrisiko durch Sonneneinstrahlung hinzurechnen, weil man wahrscheinlicherweise in einer ruhigen Gegend länger und öfter auf dem Balkon sitzt. Ok, ein Abzug wert sind die in Spandau und Marienfelde fehlenden Hipster-Burger.

        So weit so gut, es gibt aber noch ein weiteres Argument:
        Keine andere Großstadt hat einen internationalen Flughafen in unmittelbarer Innenstadtlage, der etliche Hundert Tausend Einwohner einer Stadt belastet und ein Sicherheitsrisiko ist. Die Landungen und Starts finden immerhin über einem der am dichtesten besiedelten Gebiete Europas statt. Das ist mindestens so absurd, wie in einer Gegenrechnung wegen der Krebsgefahr im Berliner Sommer nicht mehr am Liepnitzsee zu liegen.

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        1. Max Müller

          Doch! Spontan fallen mir Lisabon und LA ein, und da dürfte die Zahl der Überflogenen noch wesentlich zahlreicher sein. Und es gibt bestimmt noch mehr.

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    2. Ardistan

      Heulen wegen ein paar Flugzeugen, aber Diesel, Stau und Autolärm genießen. Herr lass Hirn vom Himmel regnen.

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  5. realist

    Da sich der Florakiezblock ja scheinbar zum Anti-Tegel-Block mausert, möchte ich hier mal meinen Eindruck schildern:
    Seit über einem Jahr ist hier nur noch Flughafen das Thema, kiezbezogene Themen sind in der Minderzahl…oh ja ein Briefkasten ist von einer Parkbucht auf eine Mittelinsel umgezogen, aber sonst nur Anti-Tegel-Themen. Nach neustem TÜV-Bericht ist mit einer Eröffnung nicht vor 2021 zu rechnen. Ab 2019 haben alle Tegel-Einflugsschneisen-Bewohner recht auf Lärmschutzinstallationen, was Tegel wieder ein Stück unentbehrlicher macht, weil Geld investiert wird und in Tegel an sich muss auch investiert werden, weil ja der BER nicht fertig wird. Der BER schafft sich mit seinen Verzögerungen selber ab, ob man dafür ist oder nicht. Tegel wird noch auf Jahre hin weiter betrieben, wenn nicht sogar offengehalten. Das Gruselmärchen BER wird nie ein Ende finden oder die Betreiber ziehen irgendwann doch die Reißleine. Wo sind wir jetzt? 2 Mrd sollte er kosten, sind wir schon bei 6 Mrd? Ein Fass ohne Boden. Jede Woche kostet uns dieser Fuck-Nicht-Funktionierende-Flughafen 5 Mio €, nur um den verkackten IST-Zustand zu erhalten. 5 Mio bekommen alle Träger und Vereine vom Senat, welche sich um Obdachlose kümmern….im Jahr wohlgermerkt. Wir haben schätzungsweise (denn es gibt keine offiziellen Zahlen) ca. 10.000 Obdachlose in Berlin. Für diese gibt es max. 1500 Winterschlafquartiere, im Sommer nicht mal 200….diese Zahlen mal zum Vergleich, um drn Irrsinn klar zu machen. Lasst mich mit euren privaten Anti-Flughafen-Beiträgen in Ruhe und bringt was über den Kiez, sonst könnt ihr euch umbenennen. Das Thema geht mir so auf den Wecker.

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  6. Hanno HallHanno Hall Post author

    Mir geht der Fluglärm auf den Wecker und da bin ich in Pankow sicher nicht allein. Trotzdem sind wir kein Anti-Tegel-Blog und wollen es auch nicht sein. Wenn Sie sich die Einträge der letzten Jahre ansehen, werden Sie schnell erkennen, dass Tegel nur eines von vielen Themen ist. Und es dürfte Sie trösten, dass Sie noch ein paar Jahre Freude an den Flugzeugen haben können. So schlimm die 6 Milliarden Euro sind, sie machen die Sache unumkehrbar. Denn bei der Größenordnung kommt es auf eine siebte oder achte Milliarde auch nicht mehr an. Keine Frage, das Geld hätte man für sinnvollere Dinge ausgeben können.

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    1. Ardistan

      Mir sind BER und Tegel egal, aber für die Entscheidung über weitere Investitionen ist es irrelevant, ob 6 Mrd. Euro oder mehr in den BER investiert wurden. Eine der grundlegendsten Kaufmannslehren besagt, dass man schlechtem Geld nicht weiteres hinterher werfen darf.

      Politisch sind solche ökonomischen Lehrsätze natürlich unwichtig. In der Politik und in Berlin erst recht gilt, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.

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    2. Frager

      Dass Ihnen der Fluglärm auf den Wecker geht, tut mir sehr leid für Sie. Allerdings frage ich mich, weshalb Sie sich 2010 dafür entscheiden haben, in eine derart lärmverseuchte Gegend zu ziehen. Da Sie seit ’97 in Berlin leben, sollte es doch keine böse Überraschung gewesen sein, dass Pankow in der Einflugschneise liegt. Was ist da schief gelaufen?

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  7. Michael Waitz

    Pankow als ruhigen, grünen Kiez nahe am Zentrum mit viel Entwicklungspotential zu bezeichnen, war in der Vergangenheit ein etwas verklärtes Bild, das sich durch die anscheinend bevorstehende Schließung von Tegel gerechtfertigt hat (auch besonders für Immobilienkäufer und Betongeldinvestoren).
    Unbestritten bleibt, dass Alt-Pankow im Moment ein lebendiger , freundlicher Kiez ist, der zumindest im Moment auch noch die Balance zwischen den Ansprüchen der verschiedenen Bewohner wahren kann. Er kann entschleunigter sein als der Prenzlauer Berg, aber etwas näher an Mitte liegen als Rosenthal oder Heinersdorf. Er ist familenfreundlich, aber nicht nur ein Vorort mit Schlafhäusern. Der Druck auf den Kiez und sein Sozialgefüge ist aber denkenswert hoch, durch Immobilienspekulation, steigende Mietpreise und ansteigender Einwohnerzahl ohne Ausbau der Infrastruktur.
    Aber ruhig war der Kiez noch nie. Deshalb baut die DB ja gerade eine neue Schallschutzmauer.
    Der Flugverkehr. Seit der Eröffnung des Verkehrsflughafens TXL im Jahre 1974 gab es über Pankow immer Fluglärm. Natürlich mit stetig wachsendem Ausmaß. Stichwort „Air Berlin“.
    Dazu gehört inzwischen der Umstand, dass Tegel vielleicht niemals komplett geschlossen werden wird.
    Ich denke, „realist“ hat hier recht:
    „Ab 2019 haben alle Tegel-Einflugsschneisen-Bewohner recht auf Lärmschutzinstallationen, was Tegel wieder ein Stück unentbehrlicher macht, weil Geld investiert wird und in Tegel an sich muss auch investiert werden, weil ja der BER nicht fertig wird. Der BER schafft sich mit seinen Verzögerungen selber ab, ob man dafür ist oder nicht. Tegel wird noch auf Jahre hin weiter betrieben, wenn nicht sogar offengehalten.“
    Mich würde jetzt interessieren, welche Lärmschutzmaßnahmen ab 2019 konkret gefordert sind und wie Bewohner/Eigentümer/Mieter diese Maßnahmen dann einfordern können.

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      1. Gegen den Strich gebürstet

        Wo wenig Lärm ist, wird auch weniger Lärmschutz benötigt.

        Kurt Tucholsky schrieb 1927 in der Berliner Illustrirten Zeitung folgendes zum Thema:

        Ja, das möchste:
        Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
        vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße;
        mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
        vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn –
        aber abends zum Kino hast dus nicht weit.

        Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit:
        Neun Zimmer – nein, doch lieber zehn!
        Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn,
        Radio, Zentralheizung, Vakuum,
        eine Dienerschaft, gut gezogen und stumm,
        eine süße Frau voller Rasse und Verve –
        (und eine fürs Wochenend, zur Reserve) –
        eine Bibliothek und drumherum
        Einsamkeit und Hummelgesumm.

        Im Stall:
        Zwei Ponies, vier Vollbluthengste,
        acht Autos, Motorrad – alles lenkste
        natürlich selber – das wär ja gelacht!
        Und zwischendurch gehst du auf Hochwildjagd.

        Ja, und das hab ich ganz vergessen:
        Prima Küche – erstes Essen –
        alte Weine aus schönem Pokal –
        und egalweg bleibst du dünn wie ein Aal.
        Und Geld. Und an Schmuck eine richtige Portion.
        Und noch ne Million und noch ne Million.
        Und Reisen. Und fröhliche Lebensbuntheit.
        Und famose Kinder. Und ewige Gesundheit.

        Ja, das möchste!

        Aber, wie das so ist hienieden:
        manchmal scheints so, als sei es beschieden
        nur pöapö, das irdische Glück.
        Immer fehlt dir irgendein Stück.
        Hast du Geld, dann hast du nicht Käten;
        hast du die Frau, dann fehln dir Moneten –
        hast du die Geisha, dann stört dich der Fächer:
        bald fehlt uns der Wein, bald fehlt uns der Becher.

        Etwas ist immer.
        Tröste dich.

        Jedes Glück hat einen kleinen Stich.
        Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten.

        Daß einer alles hat:
        das ist selten.

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        1. Hanno HallHanno Hall Post author

          Es ist nicht weniger Lärm, sondern mehr. Aber die Larmspitzen sind geringer.

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  8. Realist

    Die jüngste TÜV Bewertungen hat mich schwer getroffen. Das kann doch alles nicht wahr sein. Ich war der Hoffnung , dass sich nun ein Ende abzeichnet. Habe geglaubt, die kriegen das doch noch hin. Ich sage es euch, das kann nur Sabotage sein, ein Wirtschaftskrimi ungeahnter Größe. Eine gigantische Steuergelderumverteilungsmaschine für Firmen und die vielen verschlissenen Manager, die nichts gemanagt haben außer ihr eigenes Gehalt. Alle Millionäre geworden, ohne wirklich was auf die Reihe gebracht zu haben. Ein Selbstbedienungsladen verfilzt im System. Einfach nur schlimm. Und alle haben zugesehen. Gesehen wie das Geld täglich zwischen den Fingern verschwand. Es ist aber nicht weg, nur andere haben es nun. Danke Senat, dass wir es nun wegen der Lärmschutzkarten wissen, wo es lärmt. Nur leider fehlt der Fluglärm. Egal, wir können ja wegziehen. Warum landen die 747 nicht auch in SXF? Weshalb genehmigt man sowas. Gewinne privatisieren, Dreck und Krach sozialisieren. Manche finden das ja sogar gut. Müller machte in Kalifornien jüngst auf Öko- und Umweltonkel und hier stinkt es an jeder Ecke. Verlogene Politik- man könnte verzweifeln.

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  9. Andre

    Das sind schöne Maschinen, damit fliege ich immer wieder gerne. Und schicke Fotos kann man auch machen wenn sie übers Haus fliegen.

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