Tram M1 aufgestockt, S9 gestrichen, S85 verlegt

Von | 9. Dezember 2017

Pankow profitiert vom Fahrplanwechsel am 10. Dezember. Die BVG reagiert darauf, dass die Tram M1 häufig überfüllt ist und bessert gleich doppelt nach.

Ab Sonntag fahren auf der Strecke die modernen Flexity-Züge mit 240 Sitz- und Stehplätzen. Das sind 90 mehr als in den bisher eingesetzten Straßenbahnen. Im Laufe der zweiten Dezemberhälfte wird außerdem der Takt verdichtet. Zwischen 6 und 20 Uhr fährt die M1 dann alle 7,5 Minuten statt bisher alle 10 Minuten.

Änderungen gibt es ebenso bei der S-Bahn. Wer zum Flughafen Schönefeld will, muss umdenken. Die S9 fährt nicht mehr nach Pankow, sondern biegt am Ostkreuz Richtung Spandau ab. Künftig heißt es für Flugreisende: In Schöneweide oder am Ostkreuz umsteigen. Die Fahrzeit von heute 46 Minuten verlängert sich aber nicht. Je nach Verbindung schafft man den Weg von Pankow zum künftigen BER in 36 bis 48 Minuten. Neu ist die S85 von Pankow nach Grünau. Die S8 aus Birkenwerder steuert wie gewohnt Zeuthen an. Die S2 verbindet Bernau und Blankenfelde.

Auch für Reisende ab Wollankstraße ändert sich etwas. Die S85 aus Waidmannslust wird zur S26 und fährt nicht mehr nach Grünau sondern nach Teltow. Bei S1 und S25 bleibt alles beim alten.

12 Kommentare zu “Tram M1 aufgestockt, S9 gestrichen, S85 verlegt

  1. Benny

    Außerdem:
    155: wird zum Fahrplanwechsel am 10.12. in Pankow geringfügig seinen Linienweg ändern und fährt in Richtung S+U Pankow durch die Mühlen- und Florastraße. Endhaltestelle ist Masurenstraße (nur Ausstieg).

    X54: erhält zum Fahrplanwechsel ab 10.12. eine neue Haltestelle S+U Pankow/Granitzstraße und eine neue Endstelle Masurenstraße (nur Ausstieg). Die Haltestellen S+U Pankow und Hadlichstraße werden nicht mehr bedient.

    https://pbs.twimg.com/media/DQX2DRfWkAAgLe_.jpg

  2. Ardistan

    Die Kapazitätserweiterungen auf der M1 sind völlig richtig. Ich werde aber weiterhin vor allem das Auto nutzen. Denn trotz Stau auf der Dietzgenstraße ist man deutlich schneller als die Tram. Anders wäre es, wenn die Tram ein vom Autoverkehr unabhängiges Gleisbett hätte. Aber die Parkplätze entlang der Tramstrecke durften ja nicht ganztägig entfallen. Lustig ist auch die Ampelschaltung bei Pankow Kirche. Obwohl die Tram „grün“ hat kann sie wegen der vor ihr stehenden Autos nicht fahren. Und wenn die Autos grün haben muss sie nochmal warten. Aber ich denke die Fahrgäste genießen es, länger in der Bahn zu sitzen und den Autos beim Vorbeifahren zuzusehen.

    1. Max Müller

      Problem sind hier auch die Busse die erst von der Busspur nach rechts zur Haltestelle und dann wenn sie links abbiegen wieder zurück durch denn Autoverkehr auf die Busspur müssen, dabei begegnen sie der Tram.

      1. Ardistan

        Und manche Busfahrer meiden die Busspur, weil sie befürchten, dass die Autofahrer sie nicht in den Haltestellenbereich fahren lassen. Lieber Verspätung als Stress. Da nehme ich doch lieber das Auto. Es sieht ja auch nicht so aus, dass sich mit rot-grün etwas ändert.

        Frau Günther feiert sich für die Vorlage des Mobilitätsgesetzes. Jetzt dauert es noch ein halbes Jahr bis zum Parlamentsbeschluss und dann sind es nur noch knapp 3 Jahre 2RG.

        Ich bin schon gespannt wie die Einhaltung des Gesetzes durchgesetzt werden soll, wenn z.B ein Gericht feststellt da fehlt ein Radweg und der Senat macht trotzdem nichts. So Gesetzespapier ist geduldig, einfacher zu produzieren als Radwege zu bauen oder den ÖPNV zu stärken und schadet auch keinen. Und weil die grünen das so tolle Alternativen zum Auto bieten, fahre ich meinen alten Diesel weiter durch die Stadt.

        1. André

          Aha, die rot-grüne Politik ist also Schuld daran, dass Sie uns Ihre Abgase zuteil werden lassen müssen? Schon mal an die eigene Verantwortung gedacht?

          1. Ardistan

            Die Hoffnung war, dass 2RG bessere Anreize für die Mobilitätswende in der Stadt setzen, als es ROt-Schwarz taten. Machen, wollen oder können sie leider nicht.

            Im Übrigen kann und will ich beim besten Willen nicht soviel Diesel verfahren, wie der durchschnittliche Wähler von Bündnis 99/ Die Grünen an Kerosin mit seinen Fernreisen in die Welt bläst. Mein Dieselfahren ist sehr verantwortungsvoll.

    2. hansi

      „Die Tram kommt nicht voran wegen den Autos. Deswegen fahr ich lieber Auto.“ Merkst selber oder?

      1. Ardistan

        Du bist der Stau in dem Du stehst. Dies war schon immer eine verkehrspolitisch hohle Sprechblase für entscheidungsunfähige Politiker.

  3. André

    Ohne Frage könnte die Situation für Nichtautofahrer besser sein. Aber hier stellt sich die Frage, welche Anreize ausreichen und welche Bedingungen gut genug sind, um jemanden z.B. zum Umstieg auf das Fahrrad zu bewegen. Letztlich könnte man immer mit ungenügenden Bedingungen argumentieren, um weiter Auto zu fahren. Und sich mit Negativbeispielen in Verhältnis zu setzen, halte ich auch nicht für zielführend.
    Die wachsende Zahl von Radfahrern spricht m.E. für sich, dass es geht. Jeder Autofahrer, der aufs Rad umsteigt, ist ein Radfahrer mehr UND ein Autofahrer weniger.

    1. Ardistan

      Der Glaube an eine kollektive Rationalität abgeleitet aus individuellem Altruismus ist leider sinnlos. Jeder Autofahrer, der in die Bahn steigt verbessert vor allem die Situation für die übrigen Autofahrer. Weshalb sollte ein Autofahrer also die Bahn nutzen. Die Lösung liegt darin, den Umstieg mit einem relevanten Vorteil für Autofahrer zu verbinden. Dieser Vorteil könnte in der Geschwindigkeit liegen, z.B. durch relevante Privilegien für die Bahn. Nur dazu fehlt auch den Grünen der politische Mut. Dann machen wir eben weiter so mit diesem Verkehrsquatsch.

  4. H Thernoth

    Zwei Richtungen:

    ÖPNV (sehr stark) verbessern

    Autoverkehr (sehr stark) verteuern

    Naiv gedacht: Das eine mit dem anderen bezahlen.

    Im pseudodemokratischen Singapur in aller Härte durchgeführt, auf Berlin so nicht übertragbar, aber als Grundprinzip erfolgversprechend.

    (Schreckliche tägliche Autoschlangen, fast jedes Fahrzeug nur eine Person, davon jede zweite das bekloppte Telefon in der Hand….)

    1. Ardistan

      Richtig, es geht um starke Anreize und politische Signale, damit es mit der Mobilitätswende klappt.

      Beispiel: Wenn Eltern ungestraft im Halteverbot stehen können, wenn sie ihre Kinder zur Schule bringen, dann stimmen die Anreize nucht. Alle anderen Kinder werden potentielle Opfer dieses Egoismus. (Über)fürsorgliche Eltern der anderen Kinder nehmen dann auch das Auto, zum Schutz ihrer eigenen Kinder.

      In Berlin fehlt es an eindeutigen Signalen und konsistenten Anreizen. Egoismus im Verkehr wird belohnt.

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