Kein Anwohnerparken im Florakiez

Von | 25. Januar 2019

Ganz schön eng.

Es bleibt beim nervigen Herumgekurve und den abgestellten Autos an Straßenecken, in Kurven oder gleich im Parkverbot. Rund um die Florastraße wird es keine Parkraumbewirtschaftung geben. Denn die Parkplatzsituation würde sich dadurch nicht verbessern. Das hat eine Machbarkeitsstudie ergeben, die das Bezirksamt Pankow in Auftrag gegeben hatte.

Der Florakiez ist „durch eine hohe Einwohnerdichte geprägt“, so eine wenig überraschende Erkenntnis aus dem Papier. „Daraus resultiert eine hohe Parkraumnachfrage durch Bewohner. Die Parkraumauslastung ist hoch bis sehr hoch und kann teilweise nicht legal abgedeckt werden.“

Knackpunkt in Sachen Anwohnerparken ist der „Anteil gebietsfremder Langzeitparker“. Gemeint sind Touristen, Pendler und Berliner aus anderen Bezirken. Und da die Florastraße weder eine Ausgeh- noch eine Shoppingmeile ist, liegt der Wert laut Studie deutlich unter 25% und damit unterhalb der Mindestbedingungen des Leitfadens Parkraumbewirtschaftung des Landes Berlin. Durch die Einführung einer Parkraumbewirtschaftung könne das Problem der Parkplatzknappheit also nicht gelöst werden. Daher sei die Einführung nicht zu empfehlen, so das Fazit.

Für die Autofahrer im Kiez bedeutet das auch angesichts der noch entstehenden Neubauten und der weiter wachsenden Bevölkerung nichts Gutes. Zumindest so lange, bis nicht alle Bewohner aufs Fahrrad umgestiegen sind, zu Fuß gehen oder sich in ferner Zukunft von autonomen Elektrofahrzeugen durch die Stadt kutschieren lassen.

22 Kommentare zu “Kein Anwohnerparken im Florakiez

  1. Ardistan

    Das finde ich sehr gut. Wir fahren stets mit dem Auto von der Rolandstr. zum U-Bahnhof Pankow und lassen es dort stehen.. Wir haben uns das Auto gemeinsam mit unseren Nachbarn fast ausschließlich für solche Fahrten angeschafft. Denn Bus und Tram sind einfach zu unzuverlässig und zu laaaangsam als Zubringer.

    Wobei: Meist fahre ich Rad und meine Frau nimmt das Auto 😉

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  2. Julia

    Ich kann ja verstehen, dass es nicht mehr Parkplätze geben soll. Schlimmer ist es nach 2 Stunden um 24 uhr an einer Ecke zu parken und um 5 Uhr morgens einen Strafzettel zu bekommen, weil man 1 Meter zu nahe an der Ecke ist. Man hat keine Chance wenigstens nachts irgendwo zu stehen. Ich persönlich habe kein Auto aber gerade wenn Gäste da sind, kann das ganze sehr nervenaufreibend sein.

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    1. Ardistan

      Wenn das Auto an einer Ecke parkt, behindert es die Sicht der Fußgänger, insbesondere von Kindern. Besser als Strafzettel wäre deshalb abschleppen.

      Im Übrigen habe ich kaum Probleme einen Parkplatz zu finden. Wahrscheinlich fahre ich antizyklisch. Ich gehöre zu denen, die eher am Abend einen Parkplatz frei machen. Leider wird es aber auch auf der anderen Seite des Schlossparks inzwischen schwierig abends einen Platz zu bekommen.

      Schade, dass der ÖPNV so nachlässig behandelt wird.

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  3. Maja Wiens

    Suche Rikschafahrer, der mich , mein Gepäck und meine Einkäufe transportiert – kostenlos natürlich. Dann muss ich auch nicht mehr den klingelnden Fahrradfahrern ausweichen, die mich auf dem Gehweg als Belästigung empfinden. Damit ich davon in Kenntnis gesetzt werde, werde ich von vorn und hinten (möglichst gleichzeitig) angeklingelt und angemault: Mach mal Platz!
    Mein Auto verkaufe ich (sobald der Rikschafahrer gefunden ist) und vielleicht wird dann ein Parkplatz frei, weil das Auto umzieht.

    Zur Entspannung könnte beitragen, wenn das Parkhaus des Einkaufszentrums permanent zugänglich wäre und eine Parkalternative böte. Ein unerreichbares Auto zwischen 22:00 Uhr und 6:00 Uhr, das ist aber keine.

    Die Politik verwaltet – schafft aber keine Lösungen.

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      1. Maja Wiens

        Das ist ja schon mal ein Anfang.
        Danke für die Info.
        Nun auch noch die Zugänglichkeit für Tagesparker – rund um die Uhr für 10 € – das könnte helfen, die Situation zu entspannen.

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  4. Erik

    Wie wäre es dann, wenn die Politik mal grundsätzlich dafür sorgt, dass Neubauten im Kiez über ausreichen Parkflächen und/oder eine Tiefgarage verfügen muss?

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    1. Max Müller

      Das ist in Berlin im Gegensatz zu anderen Bundesländern nicht vorgesehen.

      Auto ist bäh!

      Wiki:
      Im Land Berlin besteht gem. § 50 BauOBln eine Stellplatzpflicht nur für Behindertenparkplätze öffentlich zugänglicher Gebäude und Abstellgelegenheiten für Fahrräder[4].

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  5. Rainer Steußloff

    Leider parken auch viele Unternehmer ihre Transporter über Nacht in der Görschstr. und Umgebung. Dadurch wird eine Menge Parkraum belegt und ein Durchkommen für Einsatzfahrzeuge schwierig. Nach 20:00 Uhr einen legalen Parkplatz zu bekommen ist fast unmöglich

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    1. Max Müller

      >>Leider parken auch viele Unternehmer ihre Transporter über Nacht in der Görschstr. und Umgebung.

      Das sind nicht die Unternehmer, sondern die Fahrer die ihr Fahrzeug über Nacht mit nach Hause nehmen.

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      1. Christian

        Das stimmt vermutlich generell so nicht… hier um die Ecke parken immer 3-4 Fahrzeuge vom gleichen Handwerksbetrieb. Ich glaube nicht, dass die zusammen in einer WG wohnen.

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        1. Max Müller

          Vermutlich 😉
          Aber sie werden wohl zusammen da hinfahren falls der Firmensitz nicht in der Nähe ist.

          Aber vielleicht hilft ja ein freundlcher Hinweis an der Scheibe doch woanders zu parken, z.b. am Bürgerpark, da ist es noch nicht so eng.

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          1. Kenny

            „Aber vielleicht hilft ja ein freundlcher Hinweis an der Scheibe doch woanders zu parken, z.b. am Bürgerpark, da ist es noch nicht so eng.“
            Na klar, ein freundlicher Hinweis öffentliche Parkplätze nicht zu benutzen hilft ganz bestimmt. Egoismus durch Freundlichkeit, ist es das was sie meinen?
            Würden die Firmenfahrzeuge dort nicht stehen dann Ersatzweise private PKW´s der gleichen Fahrer bzw. Anwohner. Viele davon haben keinen privaten PKW sondern ein Firmenfahrzeug inkl. privater Nutzung über die steuerliche 1% Regelung.
            Dadurch fallen auch monatliche Kranken- und Rentenversicherungbeträge an. Bedanken sie sich lieber das diese Person meist auf ein zusätzlichen privaten PKW auf den Straßen Berlins verzichtet und somit unnütze Standzeiten verringert womit auch ein Parklatz weniger benötigt wird.

  6. Pankower

    Wirf dein Auto weg. Floresta ist praktisch an der U-Bahnstation. Oder fangen Sie an, das Fahrrad zu benutzen.

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  7. André

    Meine ganz subjektive Ansicht: Jede/r Autobesitzer/in sollte sich mal ernsthaft und ehrlich die Fragen stellen, ob das Auto (oder gar mehrere) wirklich gebraucht werden, wie schwierig der Umstieg auf Öffis, Rad, Carsharing etc. wäre und ob die Abschaffung eines Autos nicht auch Vorteile hätte.
    Mein Auto stand seinerzeit tatsächlich mehr im Florakiez herum als dass es fuhr. Seit 2017 ist es nun weg und ich vermisse es nicht. Ich brauche mir keine Gedanken mehr über Parkplätze (finden und wiederfinden), Inspektionen, HU, Reifen, Versicherung etc. zu machen und empfinde das als Gewinn. Meine Wege liegen allerdings auch so, dass ich ohne Auto gut auskomme. Und sonst sind Carsharing und Vermietungen verfügbar, was ich aber auch selten nutze.
    Also, macht mal das Gedankenexperiment und wägt ab. Wäre der Verzicht wirklich so schmerzhaft? Man muss ja den Wagen nicht gleich abstoßen, aber vor dem nächsten Neukauf könnte man z.B. mal ein paar Monate abwarten und die Alternativen ausprobieren.
    Diese Entscheidung ist individuell unterschiedlich schwerwiegend aber in jedem Fall überlegenswert.
    Das Platzproblem lösen wir jedenfalls nicht mit noch mehr Parkplätzen. Die von Autos zugestellte Stadtfläche ist eh schon immens. Die Auswirkungen auf Radfahrer, Fußgänger, Rollis wurden hier schon thematisiert. Und dann noch die täglichen Staus im Berufsverkehr, in denen übrigens auch die Busse und z.T. Trams der viel gescholtenen BVG feststecken… Jeder will doch eine Entspannung der Situation und keine Verschärfung.
    Schönes Wochenende und gute Fahrt.

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    1. Ardistan

      Ich denke auch, die Parkplätze sollten doch eher von denen genutzt werden, die schlechter an den ÖPNV angebunden sind, also die Pendler aus Brandenburg und Nord-Pankow.

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      1. Max Müller

        Die Pendler sollten eher in Blankenburg und Heizerdorf zusteigen. Dort ist mehr Platz und tragen sie nicht zum Verkehr um das Nadelöhr S-Bahnhof Pankow bei.

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        1. Ardistan

          Blankenburg und Heinersdorf sind für mich überhaupt keine sinnvolle Alternative. Wären Bus und Tram pünktlich und schneller würde ich diese nehmen. Aber so parke ich lieber im Florakiez.

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    2. Caulerpa

      Meine Rede!

      Unser guter alter Mazda (hatten ihn seit 2001) segnete 2016 das Zeitliche – kein TÜV mehr, dann Brandenburger Autoverwertung (und danach dritter Frühling in Kasachstan?).

      Seitdem autofrei. Läuft super. Meistens mit Öffentlichen (Umweltkarte, damit fährt am WE und ab 20:00 die ganze Familie, 5 Leute in unserem Fall), durchaus manchmal per Taxi, Carsharing für Transporte in der Stadt (Stadtmobil ist in Pankow und Gesundbrunnen sehr gut vertreten), und Autovermietung für die Fahrten an Ostsee, Erzgebirge, etc. (ab TXL meistens für’n Appel und ’n Ei).

      Ergebnis: Weniger Stress, mehr Lebensqualität, und alles in allem geringere Kosten – Wertverlust gab’s bei unserer alten Mühle zwar nicht mehr, aber allein die Werkstattbesuche…

      Wer natürlich wirklich auf’s Auto angewiesen ist…

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    3. Kenny

      „Das Platzproblem lösen wir jedenfalls nicht mit noch mehr Parkplätzen.“
      Analog dazu lösen wir das Wohnungsproblem nicht mit noch mehr Wohnungen? Wie dann, mit Geburtenkontrolle oder Regelungen beim Zuzug, also einer Obergrenze oder doch mit Zwangsausweisungen, vielleicht mit Massenquartieren?
      Ihre Logik ist schon erstaunlich.
      Jetzt könnten sie mit selbstfahrenden Autos als Argument kommen. Dann warten sie nochmal 2 Jahrzehnte bis die Entwicklung und die Gesetzgebungen dafür geschaffen wurde. In Deutschland dauert es wahrscheinlich noch viel länger. Siehe BER. In China wurden in diesem Zeitraum 60 Flughäfen gebaut und eröffnet.

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      1. Max Müller

        Das Platzproblem kann nur mit anderen Mobilitätskonzepten gelöst werden.

        Carsharing wird sicher noch einiges zulegen.

        Für die die unbedingt was eigenes brauchen währen kleine Kabinenroller optimal, wie sie von mehreren Herstellern entwickelt werden.

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  8. D

    Aye, das Auto-lose leben ist wirklich viel entspannter.
    Ich wusste aber auch schon bei meinem Umzug in Richtung Wollankstr., das ein Auto Quatsch wäre…. und das hat sich auch nach 3 Jahren als goldrichtig herausgestellt.

    Von daher kann ich diese Überlegung „Autofrei – sein“ tatsächlich empfehlen.

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