Flüchtlingsunterkunft Mühlenstraße: Lage entspannt

Von | 15. Dezember 2013

Das Bezirksamt sieht keine Bedrohung des Pankower Flüchtlingsheims durch Rechtsextreme oder unzufriedene Bürger. „Die Lage ist entspannt“, erklärte Sozialstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz in der Antwort auf eine Mündliche Anfrage der Grünen in der letzten BVV-Sitzung. Der zuständige Polizeiabschnitt könne das bestätigen.

In der Mühlenstraße 33 sind seit Ende November rund 200 Flüchtlinge aus Afghanistan, Serbien, Syrien und Tschetschenien untergebracht. Die Menschen werden als vorübergehende Nachbarn hingenommen, Proteste sind ausgeblieben. Es hat sich sogar ein Unterstützerkreis gebildet, der mit Spenden, Sprachkursen, Hausaufgabenhilfe und anderen Aktivitäten hilft. Pankow ist eben nicht Hellersdorf.

Das Heim während des Umbaus

Das Land Berlin geht derzeit nicht davon aus, dass die Zahl der Flüchtlinge kurz- und mittelfristig wieder deutlich sinkt. Daher gebe es auch keine Pläne für eine Nachnutzung des Flüchtlingsheims in Pankow etwa zur Unterbringung von Obdachlosen. Ohnehin sei das Gebäude nur bis 2017/2018 gemietet, so Zürn-Kasztantowicz. Alles weitere hängt damit auch vom Hausbesitzer ab.

Die gestiegene Zahl von Flüchtlingen hat Auswirkungen auf die Verwaltung. In den zuständigen Ämtern fällt mehr Arbeit an. Das ist aber vom Standort Mühlenstraße unabhängig. Denn die Flüchtlinge werden in Berlin nach dem Geburtsmonats-Prinzip gleichmäßig auf die Behörden der Bezirke verteilt – egal, wo sie untergebracht sind.

Größtes Problem ist laut Zürn-Kasztantowicz die Versorgung mit
Schulplätzen. Denn selbstverständlich müssen auch die Flüchtlingskinder zur Schule gehen und unterrichtet werden. In der Gesamtbetrachtung falle die Zahl in Relation zur stark wachsenden Bevölkerung und Schülerzahl in Pankow allerdings bislang kaum ins Gewicht.

Der Unterstützerkreis kann über das Stadtteilzentrum kontaktiert werden.

Hanno Hall
Hanno Hall

Lebt seit 1997 in Berlin und seit 2010 im Kiez. Verantwortet n-tv.de und die n-tv Apps. Interessiert sich für Baustellen, Flughäfen und Politik. Geht zu Fuß, fährt Rad, BVG und Auto.