Umparkenimkopf – die zweite Plakatwelle rollt

Von | 4. März 2014
Die Auflösung

Vor zehn Tagen tauchten sie auf, die schwarz-gelben Plakate, die Vorurteile auf die Schippe nahmen und zum Umdenken aufforderten. florakiez.de fand schnell heraus, dass es sich dabei um eine kommerzielle Werbekampagne für den Autohersteller Opel handelt. Jetzt rollt die zweite Plakatwelle über Deutschland, Berlin und den Florakiez in Pankow hinweg. Spätestens jetzt wird auch jedem Fußgänger klar, dass Opel gerne sein Image ändern möchte.

Ein Motiv der ersten Plakatwelle

Ob es klappt? Zumindest hat die Kampagne für Aufsehen und viel Resonanz gesorgt. Auf der Internetseite umparkenimkopf.de gingen massenhaft Tweets ein, die an #umparkenimkopf geschickt wurden. Die meisten positiv. Immer mehr Medien forschten nach und kamen zu demselben Ergebnis wie wir.

Jetzt ist alles Rätselhafte verschwunden. Jetzt folgt die klassische Werbekampagne. Während die eingekauften Schauspieler in der ersten Phase noch von ihren ganz persönlichen Erfahrungen mit Vorurteilen erzählten, posieren sie nun offensiv an verschiedenen Opelmodellen und werden bei einer Probefahrt gefilmt. Dabei sagen sie Sätze wie: „Wow, schönes Fahrgefühl“ (Nadja Uhl), oder „das Auto hat so sahnige Kurven“ (Fahri Yardim), „Das Auto geb ich nicht mehr her“ (Karoline Herfurth). Zu sehen sind die Filme auf der Internetseite umparkenimkopf.de. Dort lockt auch ein Gewinnspiel und Fans der Kampagne können T-Shirts mit den Sprüchen kaufen, selbst Strampler sind zu haben. Ein Opel-Logo ist dabei sympathischerweise nicht zu sehen.

Hätten Sie das von Opel gedacht?“ werden wir gefragt. Nein. Aber ob wir deswegen einen Opel kaufen würden?

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Cathrin Bonhoff
Cathrin Bonhoff

Arbeitet als Journalistin + Sprecherin beim rbb und anderswo. In Berlin wohnt sie seit ihrem 3.Lebensjahr, im Kiez seit 2012.

Ein Kommentar zu “Umparkenimkopf – die zweite Plakatwelle rollt

  1. Uwe Knoch

    Das Problem von Opel sind nicht die Autos, die sind gut bis sehr gut. Das Problem ist die Marke selbst. Ihr Ansehen ist u.a. durch die prolligen Manta-Witze zu Anfang der 90er Jahre, den heute noch tiefsitzenden Spruch „JEDER POPEL FÄHRT NEN OPEL“ sowie durch die Schließungsgerüchte vor einigen Jahren ramponiert worden. Die Umdenk-Kampagne soll Opel zu einem neuen Image, zu höherer Anerkennung als deutscher Autoproduzent verhelfen. Trotz aktueller Erfolge leidet die Marke aber immer noch unter ihrem Verlierer-Image. Und es bleibt fraglich, ob es Opel jemals gelingen wird, davon wegzukommen.

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