Grünkohl-Wahlkampf mit Trittin

Von | 4. März 2016

Während der rot-grünen Bundesregierung stritten sich SPD und Grüne noch, wer Koch und wer Kellner sei. Einer der damaligen grünen Protagonisten gab jetzt in den Heynstudios ganz eindeutig den Koch: Jürgen Trittin. Hintergrund ist eine Wahlkampf-Idee der Grünen Direkt-Kandidatin für das Abgeordnetenhaus Cordelia Koch. Die will im Kampf um den hiesigen Wahlkreis 3, zu dem auch der Florakiez gehört, unter dem Motto „Meet a Koch“ mit Anwohnern beim Essen ins Gespräch kommen. Und so setzt die 43-jährige Verwaltungsjuristin darauf, von Interessierten und Sympathisanten zum gemeinsamen Kochen eingeladen zu werden. Dabei will sie mit ihren Gastgebern sowie deren Freunden und Nachbarn über aktuelle Themen debattieren – also ein bisschen das Konzept Tupperparty in die Politik tragen.

Improvisierter Herd

Zum Start der Reihe konnte Koch, die auch Kreisvorsitzende der Pankower Grünen ist, einen prominenten Anwohner präsentieren: Ex-Umweltminister Jürgen Trittin, der seit 1999 im Kiez wohnt. Der lud nicht zu sich nach Hause, sondern in die Heynstudios. Dort zauberte er aber persönlich auf einem ziemlich improvisierten Herd ein traditionelles Gericht seiner niedersächsischen Heimat: Grünkohl. Davor eine Steckrübensuppe, danach einen Korn und dabei lokales Bier (Eschenbräu aus dem Wedding) und angeregte Debatten mit der Direktkandidatin Koch über die Themen, die den Kiez bewegen: Wachstum, Veränderung, eine überlastete Infrastruktur, das Bauvorhaben am Pankower Tor und Tegel. Von den neun Gästen waren die meisten Grüne, aber auch einige „neutrale“ Esser diskutieren engagiert mit.

Nicht nur kulinarisch eine Herausforderung

DSC_0074

Koch hat sich bis zur Wahl ihre Freitage für dieses Format freigehalten und sucht derzeit noch Gastgeber. Ihre Aufgabe ist dabei nicht nur kulinarisch durchaus eine Herausforderung. Seit zwei Legislaturen wird der Wahlkreis von Torsten Schneider gehalten. Bei der letzten Wahl hat der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus mit einem Drittel der Stimmen den Wahlkreis deutlich gewonnen.

Eine Erkenntnis brachte der Abend schon mal: Jürgen Trittins Grünkohl ist wirklich lecker.

Ein Kommentar zu “Grünkohl-Wahlkampf mit Trittin

  1. Maja Wiens

    „Meet a Koch“ – wieso in Englisch? Und wieso keine Köchin? Und wieso kocht Frau Koch nicht für die Gäste bei sich zu Hause? Vielleicht könnten dann auch ein paar Leute dazukommen, denen die rot-grüne Koalition Hartz4 beschwert hat?
    Wieso hat Herr Trittin in den Heynhöfen gekocht und nicht bei sich zu Hause?
    Was meint denn Frau Koch zu Tegel?
    Fragen über Fragen.

Keine Kommentierung mehr möglich.