Spatzenkonzert vorm Cathé Fleur

Von | 24. April 2016
Florastraße 64

Das Cathé Fleur ist nicht nur bei Spatzen beliebt

Immer wieder bleiben Fußgänger verwundert vor dem Cathé Fleur in der Florastraße 64 stehen. Woher kommt all das Gezwitscher? Der Blick wandert über den Knöterich, viel zu sehen ist in der blickdichten Hecke nicht, aber zu hören! Es ist ein wildes Durcheinander an Gesang und Gezänk – den Spatzen scheint niemals die Puste auszugehen. Dann plötzlich Stille, irgendetwas hat sie verschreckt. Doch lange halten sie die Zwitscherpause nicht durch.

Nicht selten fragen Kunden die Inhaberin des Tee- und Kaffeespezialitätenladens, Katharina Wahren, ob das Gezwitscher von CD kommt und sie vielleicht Lautsprecher im Knöterich versteckt habe. Nein. Alles echt. Die Spatzen lieben die Hecke und Katharina Wahren sorgt dafür, dass es so bleibt.

Katharina Wahren

Katharina Wahren

 „Mama, brauchen wir nicht noch Tee?!“,

Seit 15 Jahren betreibt Wahren das Cathé Fleur, eine Mischung aus Café, Teefachgeschäft, Confiserie und Schnick-Schnack-Geschenkeladen. Liebevoll bis ins kleinste Detail eingerichtet ist der Laden ein Kunstwerk. Es riecht verführerisch und immer wieder gibt es etwas Neues zu entdecken. Kinder versuchen, ihre Eltern in den Laden zu locken, denn selten verlässt man ihn, ohne wenigstens eine Kleinigkeit gekauft zu haben – Schokolade oder Bonbons, Gebäck oder Lakritz, Schmuck oder Karten. Die selbstgemischten Teesorten füllen mehrere Regale und anspruchsvolle Kaffeetrinker können sich in der Café-Ecke gleich vor Ort von der hochwertigen Espresso-Bohne überzeugen.

Der Spatz und die Currywurst

Den Knöterich gab es schon, als Katharina Wahren den Laden übernahm. „Wenn sich der Architekt verbaut, pflanzt er einen Knöterich, hat früher mal jemand gesagt“, erzählt sie lachend. Mittlerweile kennt sie die Hecke und ihre Bewohner sehr gut, sie weiß, in welchen Monaten sie die Zweige schneiden darf und hilft den kleinen Spatzen wieder auf, wenn der erste Flugversuch schiefgeht.

Eigentlich nisteten Spatzen in der Stadt lieber in Hausritzen und engen Nischen, erklärt Katrin Koch von der Landesgeschäftsstelle des Naturschutzbundes (NABU) in der Wollankstraße, denn das Schutzbedürfnis des Höhlenbrüters ist groß. Wenn sie in Hecken leben, dann nur in solchen, die auch im Winter blickdicht sind, so wie der Knöterich von Katharina Wahren. Sorgen müsse man sich um den Spatz übrigens nicht machen, er gehöre zu Berlin wie die Currywurst. Die Spatzen in der Florastraße 64 bevorzugen Schokolade.

Cathé Fleur,
Florastraße 64
Mo bis Fr 11.30 – 19 Uhr
Sa 11 – 15 Uhr
www.cathefleur.de

2 Kommentare zu “Spatzenkonzert vorm Cathé Fleur

  1. Uwe Katzer

    Vorsicht aber auch beim Drunterdurchgehen. Die Spatzen müssen eben auch einmal (was man ja auf dem Pflaster sieht)

  2. jetztvonhier

    ..ein sehr liebenswerter Ort – danke für den Beitrag und die netten Bilder!

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