An der Dusekestraße hat es sich ausgespielt

Von | 10. Mai 2016
WP_20160507_17_01_13_Pro

Beliebtes Accessoir auf Pankows Spielplätzen: Das Flatterband

„Woanders is auch scheiße.“ Dieses Motto des Ruhrgebiets ist derzeit der einzige Trost für viele Spielplatznutzer im Kiez. Denn auch an anderen Stellen in Pankow, etwa in Weißensee und im Prenzlauer Berg gehören Flatterbänder, die Spielgeräte oder gleich den ganzen Spielplatz absperren, mittlerweile zum ortsüblichen Look. Die Haushaltssituation ist schlecht, die Mittel für die Instandhaltung reichen nicht und absehbar kommt es dann zur Sperrung.  Im Florakiez hat es jetzt nach dem Eulenspielplatz den Spielplatz in der Dusekestraße erwischt. Er ist seit einigen Tagen komplett abgeflattert.

Finanzierung nur teilweise gesichert

Kinderfreie Zone

Kinderfreie Zone: Der Spielplatz in der Dusekestraße

Die Sperrung sei notwendig, so der zuständige Stadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne), weil „einige Spielgeräte defekt und dadurch nicht verkehrssicher sind und repariert werden müssen“. Die Aufträge seien bereits erteilt. Leider muss auch die Einfassung der Sandfläche erneuert werden. Und hierfür wird die Finanzierung zwar für 2016 geprüft, ist aber noch nicht gesichert. Eine Teilöffnung nach Reparatur der Spielgeräte sei nicht möglich, heißt es im Bezirksamt. Deshalb gibt es derzeit auch keine Prognose über die Dauer der Sperrung.

 

11 Kommentare zu “An der Dusekestraße hat es sich ausgespielt

  1. Flora85

    Hauptsache die Schwarze Null steht. Investitionen in die Zukunft sehen anders aus. Leider wird es (fast) immer eine Mehrheit für sog. Große Koalitionen geben, welche so ihre Prioritäten setzen. In einem „boomenden“ Berlin einfach nur beschämend.

  2. Maja Wiens

    Unerfreulich. Der neue Spielplatz, hinter der Mälzerei wird gut genutzt, aber der ist eben vorwiegend für etwas ältere Kinder geeignet. Viel Kies, kein Sand. Aber das Spielen auf dem Hinterhof wird ja wieder modern. Mit einem Kindergarten im Haus sehe ich, dass auch 25 Kinder problemlos um einen kleinen Buddelkasten zum Spielen verteilt werden können. Also alles kein Problem, frei nach dem Motto: Platz ist in der kleinsten Hütte. Es gibt auch noch den schönen Spielplatz hinter dem Einkaufszentrum und einige andere. Notfalls könnte man auf Kinder verzichten. Die sind ohnehin ein Armutsrisiko.

  3. Blümchen

    Wirklich ärgerlich und absurd in einem Land wie Deutschland! Beim BER, in der Verwaltung und überhaupt in den meisten Landesunternehmen wird täglich Geld verbrannt, aber ausbaden müssen es wieder mal Kinder und deren Familien. In den Grundschulen gibt es wegen Platzmangel kaum noch Horträume, die Spielplätze sind armselig und die Infrastruktur kommt nicht hinterher. Wirklich armselig, was ist das nur für eine Gesellschaft, in der für Spielplätze und Kinder kein Geld da ist? Wie soll man das den Kindern noch erklären?

  4. Blümchen

    PS: Es ist auch überaus clever, den Spielplatz ausgerechnet jetzt zu sperren, wo die Kids endlich wieder viel draußen rumtoben können.

    Erst lauter Bauprojekte genehmigen und viele junge Familien herlocken und dann die Spielplätze langsam aber sicher verrotten lassen. Und das bei den verhältnismäßig hohen Steuereinnahmen in Pankow!

  5. Flora85

    Wie gesagt: die Schwarze Null der „Volks“parteien ist Ausdruck an Investitionsverweigerung in die Zukunft. Für was werden eigentlich die ständig steigenden Steuereinnahmen ausgegeben? Woher kommt eigentlich dann immer noch der Spardruck? Spürbar bis in die Spielplätze? Und vor allem: wer ist hier vor Ort politisch immer noch dafür verantwortlich?

  6. Hannes W.

    Dieses Gemeckere hier ist unerträglich! Ich habe als Kind auf der Straße gespielt, da gab es auch keine „Spielplätze“. Außerdem wird gerade jeder Groschen benötigt, um Flüchtlinge zu versorgen. Man muss eben Prioritäten setzen! Auf uns alle werden härtere Zeiten zukommen, das sollte klar sein. Wenn sie unbedingt Spielplätze benötigen, dann errichten sie doch welche in Eigeninitiative.

    1. Flora85

      Also mit Prioritätensetzung ist es eben so eine (politische) Sache. Das heißt wohl: die Zukunft des Nachwuchses ist unwichtiger? Außerdem sollen ja auch die vielen Kinder der Menschen die bei uns Schutz suchen endlich (und vielleicht das erste Mal in ihrem Leben) auf funktionierenden Spielplätzen spielen können, oder? Im Übrigen gab und wird es immer „Gründe“ seitens der verantwortlichen Volksparteienpolitiker geben Gelder für wirklich wichtige Dinge zu kürzen. Die Schwarze Null lässt grüßen!

      @ Hannes W.: ich weigere mich Gruppen dieser Gesellschaft durch Ihre ideologisch überzogenen Äüßerungen gegeneinander ausspielen zu lassen. Wenn diese eine Thema, wie Sie sagen, angeblich schon all unser Geld in Anspruch nimmt und dann als Konsequenz kein Cent mehr für Spielplätze da sein soll, dann sind wir vielleicht doch nicht so ein reiches Land (…) Nachdenken lohnt.

    2. Blümchen

      Das besondere an dem Spielplatz Dusekestrasse ist, dass er weitläufig und mit vielen Büschen und Bäumen angelegt ist. Da können sich die Kinder auch mal verstecken und zurückziehen und müssen nicht auf einem durchgestylten Spielplatz vor den Augen der Erwachsenen brav im Sand buddeln. Früher habe ich auch auf der Straße gespielt, da war aber noch nicht soviel Verkehr. Und auf den Spielplätzen nicht so viele Erwachsene.

      Kinder vs. Flüchtlinge? Das geht jetzt aber komplett nicht auf.

      1. Flora85

        Genau: Kinder vs. Schutzsuchende geht eben nicht auf. Schon komisch wie dieses Thema doch erst neuerdings für alles und jeden als Entschuldigung und Rechtfertigung herhalten muss.

        Hier geht es um Spielplätze und die Verweigerung diese in Schuss zu halten bzw. auszubauen/neu zu bauen. Die Verantwortung dafür tragen ganz und alleine unsere Entscheidungsträger (Lokalpolitiker bis Bundesolitiker und von denen besetzte Ämter).

  7. MadMan

    Der Spielplatz in der Görschstraße fällt langsam aber sicher auch auseinander…
    Ich warte schon auf den Tag, wann dort die Sitzgelegenheiten für eine utopische Summe mittels Sichtbeton und FSC (Mix) Tropenholz, um einen Meter versetzt und mit zeitgemäßen Schwung wiederhergestellt werden.
    Findet sich bestimmt ein Landschaftsarchitekt, der dort seine Kunst ausleben darf.
    180.000€ für eine sanfte Wiederaufarbeitung am Eulenspielplatz sind völlig aus der Welt.
    Davon hätte man etliche bestehende Spielgeräte im Bezirk über Jahre hinweg warten können.

  8. Albert

    Es musste ja unbedingt die teure Neuplanung des „Eulenspielplatzes“ sein, die vollmundig angekündigt und unter Hinzuziehung interessierter Anwohner geplant wurde. Eine Sanierung des bestehenden Spielplatzes (Ersetzen von morschem Holz, Sandaustausch, Anstriche usw.) wäre billiger und schneller gewesen. In der Schulzestraße gibt es, so weit ich weiß, sogar einen Fachbetrieb für Holzarbeiten an Spielplätzen.
    Aber da hätte dann an der Planung niemand verdient und es wäre viel zu einfach gewesen. Wo kämen wir denn da hin? Schöner ist es doch, richtig Geld in die Hand zu nehmen, immer wieder Termine zu nennen und einen nach dem anderen verstreichen zu lassen.

Keine Kommentierung mehr möglich.