So hat der Florakiez gewählt

Von | 25. September 2017

Die Wahlbezirke 310, 315, 316, 317 und 318 ( gelbe Schrift) bilden den Florakiez

Im Florakiez wäre Angela Merkel nicht Kanzlerin. Die Gegend rund um die Florastraße ist fest in der Hand der Linken. Eine Ausnahme bildet nur der Wahlbezirk 317 mit seiner Ballung an Neubauten. Hier dominieren die Grünen. Die AfD ist schwächer als berlin- und bundesweit, aber dennoch teilweise zweistellig.

Der Wahlkreis Pankow geht erwartungsgemäß wieder an die Linke, die mit Stefan Liebich einen prominenten Kandidaten im Rennen hatte.

Die unverbindliche Aufforderungen an den Senat, sich noch einmal Gedanken über den Flughafen Tegel zu machen, wurde im Florakiez deutlich abgelehnt. Zwischen 65 und 76 Prozent der Wähler stimmten mit „Nein“. So oder so wird Alt-Pankow den Flughafen noch bis mindestens Herbst 2019 ertragen müssen. Die Tegel-Freunde können sich so lange an der wachsenden Zahl von Starts und Landungen und den vielen nächtlichen Flügen erfreuen.

Alle Angaben ohne Gewähr.

Hanno Hall
Hanno Hall

Lebt seit 1997 in Berlin und seit 2010 im Kiez. Verantwortet n-tv.de und die n-tv Apps. Interessiert sich für Baustellen, Flughäfen und Politik. Geht zu Fuß, fährt Rad, BVG und Auto.

16 Kommentare zu “So hat der Florakiez gewählt

  1. Lagom

    Eine gute Mehrheit sprach sich pro-Tegel aus. Also hat sich die Überzeugungsarbeit der letzten Wochen gelohnt. Es gibt also noch ausreichend Bürger, die Berlin nicht in ein verkehrstechnisch am Rand liegendes mecklenburgisches Dorf konvertieren möchten.

    Chapeau!

    1. JP Franke

      Eine gute Mehrheit von über 55 Prozent in Pankow hat gegen den weiteren Betrieb des Flughafens in Tegel votiert. In der gesamten Einflugschneise sind die Zahlen wie im Artikel beschrieben: zwei Drittel bis knapp vier Fünftel haben den Kanal voll. Landesweit lehnen mehr als 737.000 Berlinerinnen und Berliner den Beschlussvorschlag über den Flughafen ab. Das Lobbyistenprojekt Offenhalten hat für nichts anderes gesorgt als eine Polarisierung der Gesellschaft und ein Konjunkturprogramm für Juristen. Und am Ende ist der Flughafen trotzdem dicht. Einfach nur irre.

    2. Klara G. Dacht

      Nun ja, angesichts des Umstandes, dass vor sechs Monaten noch rd. 75% für die Offenhaltung waren, ist das gestrige Ergebnis doch gar nicht so schlecht. Dass die Mehrheit der Berliner eher bequem und ignorant ist, war zu befürchten. Da sind nur 55% doch gar kein sooo großer Erfolg. Welche Überzeugungsarbeit sich da wie gelohnt hat, kann man wohl unterschiedlich bewerten.

    1. Lagom

      In Pankow.

      Übrigens, ich glaube Ihre Tastatur ist nicht entprellt.

      1. Poltergeist rettet Florakiez!

        Ach Gottchen.
        Das ist ein klarer Beweis dafür, dass Fluglärm tatsächlich eine Insania auslösen kann.

  2. Hannes J.

    Da wo die Autos auf den Bürgersteigen parken legen die Grünen zu… Vielleicht sollten die Grünen-Wähler*_Innen nicht nur auf dem Papier grüne Positionen vertreten, sondern selbst mal was für die Umwelt tun, d.h. Auto abschaffen. Aber nein, der Waldorf-Kindergarten ist mit dem ÖPNV natürlich zu schlecht zu erreichen und am Wochenende will man ja auch mal einen Ausflug ins Grüne machen (und dort die Luft verpesten). Wein predigen, Wasser saufen!

  3. Max Müller

    Nicht traurig sein alle.

    Tegel wird sicher zugemacht, oder die Zahl der Flüge sehr deutlich reduziert mit strengem Nachtfluverbot.

    Aber dass er noch ein paar jahre offenbleibt ist vernünftig, bis BER voll ausgebaut und angebunden ist.

  4. Doris Roedig Roedig

    Doris Roedig

    Der Volksentscheid ist gelaufen!
    Trotzdem würden mich die absoluten Zahlen interessieren, das heißt auch die ungültigen Ja- und Nein-Stimmen aus der Briefwahl.

    Durch die komplizierte Fragestellung gab es gewiss Verunsicherung bei der Abstimmung.

    Was Brief-Wählern nicht immer klar war: bei der Briefwahl gehörten beide Wahlzettel in den Blauen Umschlag!
    Andernfalls war die Stimmabgabe für oder gegen die Offenhaltung des Flughafens ungültig.

  5. Kenny

    Von den angeblich 300.000 durch TXL von Lärm betroffenen Menschen haben in gesamt Pankow, Reinickendorf und Spandau nur 211.417 mit NEIN gestimmt. Besonders Erstaunlich ist das Ergebnis von Reinickendorf. In erwähnten Bezirken sind längst nicht alle Bürger direkt vom Fluglärm betroffen, vielleicht die Hälfte, vielleicht auch noch weniger. Ein paar tausend Einwohner – 10.000 angenommen – kommen in Charlottenburg-Nord noch dazu + geschätzte 20-25 Prozent ohne Wahlberechtigung (Minderjährige usw.). Die reale Betroffenheit der Betroffenen scheint sich demnach in Grenzen zu halten oder die 300.000 sind eine populistische, erfundene Zahl unseres tollen Senats.

    Durchaus beruhigend ist der Unterschied der Wahlergebnisse „Florakiez“ vs. Bundestag. Es ist gut das der hier durch Projektplaner und Bauherrengemeinschaften entstandene Mikrokosmos nicht repräsentativ für die gesamte Bevölkerung in Deutschland ist.

  6. Ostseeurlauber

    Wer nur einen durchschnittlichen Tag des ganz normalen Flugwahnsinns von Tegel erleben darf ….
    06.00 Uhr bis kurz vor Mitternacht….
    Und dann „nur noch“ mit Ausnahmegenehmigung ….
    Der weiß dass das nicht gesund sein kann.
    Die die Tegel befürworten sind auch ohne Fluglärm krank.

  7. Andreas Petrucco

    Zum Beispiel hat London 5 Flughäfen wo alles reibungslos funktioniert und die Anbindungen sehr,sehr gut sind.Der BER wird dies niemals schaffen,man bedenke nur die Bauzeit und Kosten die bis jetzt entstanden sind. Und das zu Lasten der Steuerzahler. Die mit Nein gestimmt haben fliegen anscheinend nicht in den Urlaub,fahren wahrscheinlich mit dem Rad.
    Wem der Lärm stört kann doch wegziehen

    1. Lagom

      London ist allerdings mit Berlin nicht vergleichbar, da die Londoner aus ihrer Stadt kein Kaff in Somerset machen wollen, und generell keine jammernden Wutbürger sind, sondern tolerante Großstädter, die wissen, daß Urbanität eben auch ein wenig Schmutz und Lärm mit sich bringt.

      Es ist zu vermuten – würde Tegel primär von Tupolews und Iljuschins angeflogen, und lägen die Hauptreiseziele in den sozialistischen Bruderländern/RGW, sähe die Sache wahrscheinlich anders aus.

      Спокойной ночи!

    2. Poltergeist versteht die Welt nicht mehr!

      Ja Andreas, da hast Du völlig Recht.
      Wie kann ich doch so egoistisch sein.
      Ich wohne erst 53 Jahre in Pankow, habe noch nie gearbeitet und zahle auch keine Steuern.
      Es ist von mir völlig unangemessen zu verlangen, mal ohne Fluglärm auf dem Balkon oder im Garten zu sitzen. Dabei fahre ich – wie peinlich ist das denn – manchmal auch noch Fahrrad!
      Dank Dir habe ich jetzt die ultimative Lösung: Ich sollte einfach wegziehen!
      Ich bitte zutiefst um Entschuldigung.

  8. Aki Katro

    Liebe Leute,
    ich möchte, dass wir uns weiter für die Schließung von Tegel engagieren und suche dafür MitstreiterInnen. Der Volksentscheid war dubios, das Ergebnis keineswegs eindeutig und Mehrheiten haben in Deutschland und weltweit bestimmte Desaster mit entschieden! Wer um die Folgen von Lärm weiß, über den Kerosinausstoß über der Stadt Kenntnis hat und dies nicht berücksichtigt, handelt m.E. gewissenlos und/oder stellt persönliche Interessen über das Wohl der Menschen.
    Am 10.10. trifft sich die BI Tegel schließen. Könnt Ihr dabei sein? Lasst uns gemeinsam überlegen, welche Möglichkeiten wir weiter haben.

    Aktuelle Termine
    Dienstag, 10. Oktober 2017

    Die BI Tegel schließen trifft sich zum nächsten Stammtisch am
    Dienstag, 10. Oktober 2017 ab 19 Uhr im Alberts Restaurant,
    Scharnweberstraße 16, 13405 Berlin.
    (U-Bahnhof Kurt-Schumacher-Platz, Linie 6)

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