Was wird aus dem Pankower Tor?

Von | 5. November 2017

Hier soll irgendwann irgendwas enstehen.

Seit einer gefühlten Ewigkeit wird über den ehemaligen Güterbahnhof in Pankow gestritten. Der Möbel-Tycoon Kurt Krieger möchte dort ein großes Einkaufszentrum, Möbelmärkte und hunderte Wohnungen bauen. Um dem Bezirk das Projekt zu versüßen, sollen am „Pankower Tor“ außerdem zwei Schulen entstehen. Die Planung kommt aber nicht voran: Senat, Bezirk und Investor werden sich nicht einig. Knackpunkte sind das bis heute ungeklärte Verkehrskonzept und die Frage, ob und wie viel zusätzliche Einkaufsmöglichkeiten Alt-Pankow verträgt.

Befeuert wurde der Krach im Sommer durch ein Gutachten des Stadtplaners Professor Wolfgang Christ, das sich für den Bau eines „urbanen Stadtquartiers“ und gegen das Einkaufszentrum ausspricht. Das Problem: Auftraggeber des Papiers ist die Deutsche Immobiliengruppe, der das Rathaus-Center gehört. Und die hat mit ihrem aus heutiger Sicht viel zu kleinen und architektonisch unmodernen Haus kein Interesse an einem größeren und mutmaßlich schickeren Konkurrenten mit direkter Anbindung an U- und S-Bahn.

Die Pankower Grünen laden zu einer spannenden Diskussionsrunde über das Projekt ein und fragen:

Urbane Mitte Pankow – Verkehrschaos, dahinsiechender Einzelhandel und Wohnungsnot in Pankow. Sollten wir am Rangierbahnhof auf Einzelhandel verzichten?

Mit dabei sind

  • Professor Wolfgang Christ, Stadtplaner
  • Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg
  • Andreas Otto, grünes Mitglied des Abgeordnetenhauses und Baupolitiker
  • Stefan Gelbhaar, grüner Pankower Bundestagsabgeordneter und Verkehrsexperte

Zimmer 16, Florastraße 16
Dienstag, 7. November, 20 Uhr 

Hanno Hall
Hanno Hall

Lebt seit 1997 in Berlin und seit 2010 im Kiez. Verantwortet n-tv.de und die n-tv Apps. Interessiert sich für Baustellen, Flughäfen und Politik. Geht zu Fuß, fährt Rad, BVG und Auto.

6 Kommentare zu “Was wird aus dem Pankower Tor?

  1. Max Müller

    Ich schlage vor wir öffnen das Gelände für jedermann zum campieren.

    Die Obdachlosen aus dem Tiergarten brauchen schliesslich ein neues Zuhause.

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  2. Poltergeist versteht die Welt nicht mehr!

    Ich muss mich zunächst noch von den Paradise Papers erholen also ich habe kein Plan.

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  3. Kenny

    Ich hoffe das Herr Krieger, wie schon mal angedeutet, dieses Grundstück seinem Enkel vererbt und letzterer niemals dort ein einziges Gebäude erstellen möchte.
    Dieses geeiere hier in Berlin mit dieser Bezirksverwaltung, Senatsverwaltung usw. … Es ist ein privates Grundstück! Jede hiesige Randgruppe meint über so ein Projekt geistig onanieren zu müssen und sieht sich zudem in der Entscheidungsbefugnis. Was meint ihr wer ihr seid – Götter?
    Spinner ohne Plan – praktisch Erfüllungsgehilfen für den Staat oder brave Soldaten?!

    Wir haben in Berlin inzwischen ca. 78 Mrd. Schulden (gesamt!!!). Wer hat das zu verantworten? Keiner, wie immer. Aber immer schön weiter wurschteln! Das nennt sich übrigens „Demokratie“ Herzlichen Glückwunsch an die Wähler der Linken und Grünen – weiter so! Immer schon Geld ausgeben ohne zu Denken und überall mitreden wollen… Die 100 Mrd. Schulden sind nicht mehr weit.
    Ich hoffe das mir kein Kommentar folgt. Ich erwarte ganz einfach wie im realen Leben eine „Herumreiterei“ auf peripheren Dingen. Kerninhalte sind nicht wichtig. Klammern an orthographischen oder grammatikalischen Defiziten ist wichtig! Los jetzt, haut drauf, aber bitte nicht meinen wesentlichen Inhalt kommentieren!

    Ich hoffe es gibt niemals ein „Pankower Tor“. Die Idee war sehr gut, auch mit Änderungen. Was jedoch jetzt statt findet verdient kein Unternehmer.
    Ich wünschte, mir das die permanenten Umplanungskosten von Herrn Krieger, anteilig auf die verantwortlichen Entscheidungsträger vom Bezirk/Senat persönlich umgelegt werden.
    Einige von denen sehe ich weiterführend beim unpfändbaren Mindesteinkommen usw.

    Entscheidungsträger: Ihr seid armselig und egoistisch!

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  4. André

    Lieber Vorredner, wie hätten Sie an Stelle der Vertreter der Pankower/Berliner Bevölkerung gehandelt?

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  5. Realist

    Hallo Kenny, ich dachte schon, ich bin allein mit meiner Meinung, aber Gott sei dank gibt es noch Mitdenker, die erkennen, was los ist. Es ist wirklich ein Trauerspiel um das Projekt und man rauft sich die Haare, weshalb die Deppen vom Bezirk und Senat jahrelang nichts auf die Reihe kriegen. Profilierungssucht, Kampf um die Deutungshoheit, selbsternannte Experten. Ein wertvolles Projekt wird zerredet und Pankow zur Provinz

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  6. Max Müller

    Es ist wirklich ein Trauerspiel.

    Die Veranstaltung war auch nicht wirklich erhellend, ausser dass die Politik nicht weiss was sie will.

    Dabei wäre das eine Riesenchance etwas wirklich grossartiges zu machen.

    Dazu müsste man, vielmehr hätte man schon längst ein Anforderungsprofil festlegne können und
    dann einen internationalen Wettbewerb machen … dann kämen wirklich innovative Vorschläge
    nicht der der etwas drögen Entwürfe für die Fachmarktcenter.

    Ganz ohne Konzessionen an Krieger geht das nicht, auch mit Enteignungsphantasien kommt man nicht weiter.

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