Die Preise gehen durch die Decke

Von | 16. März 2018

Die Wohlhabenden werden wohlhabender während Mieter und Kleinsparer in die Röhre gucken. Durch Eurorettung, Nullzinspolitik und die Flucht in Betongold sind die Bodenpreise in Berlin und rund um die Florastraße regelrecht explodiert. Das zeigen die gerade veröffentlichten Zahlen des Gutachterausschusses. Wo Grundstücke im Florakiez bis 2013 für moderate 330 Euro den Quadratmeter verkauft wurden, gingen die Preise in den vergangenen Jahren immer steiler nach oben.

Zum Stichtag 1. Januar legte der Wert im Vergleich zu vor fünf Jahren um fast 550 Prozent auf 1.800 Euro zu. Auf so teurem Baugrund lassen sich keine preiswerten Wohnungen errichten.

Wie man sieht, waren die Preise in den Jahren nach der Wende schon einmal ziemlich hoch. Rechnet man die Inflation von rund 50 % seit 1992 ein, entsprechen die 1.500 DM (770 Euro) von damals fast 1.200 Euro heute. Die Rechnung ist in dieser Zeit für viele Investoren nicht aufgegangen. Das könnte eine Parallele zu heute sein.

Bei den Daten handelt es sich nicht um die Auswertungen von Angeboten auf Immoportalen. Die Zahlen des Gutachterausschusses basieren auf tatsächlich geschlossenen Kaufverträgen.

Zwischen 2013 und 2018 liegen 545 Prozent.

Hanno Hall
Hanno Hall

Lebt seit 1997 in Berlin und seit 2010 im Kiez. Verantwortet n-tv.de und die n-tv Apps. Interessiert sich für Baustellen, Flughäfen und Politik. Geht zu Fuß, fährt Rad, BVG und Auto.

5 Kommentare zu “Die Preise gehen durch die Decke

  1. Max Müller

    Das mag auch daran liegen, dass es nur noch wenige Grundstücke gibt. Das war vor 20 Jahren noch anders.

    Aber der Senat kämpft ja für uns, dass am Pankower Tor viele Wohnungen entstehen – so ca. 2034

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    1. Robert

      „Pankower Tor“: Man wünscht sich, dass der Senat dem tatsächlich zuständigen und seit acht Jahren dilettierenden Bezirk wegen der übergeordneten Bedeutung endlich aus der Hand nähme! Nur wenn der im Tagesspiegel genannte Letter of Intent https://www.tagesspiegel.de/berlin/durchbruch-fuer-bauprojekt-in-berlin-pankow-am-pankower-tor-sollen-1500-neue-wohnungen-enstehen/21103908.html in den verbleibenden Apriltagen unterzeichnet würde, wäre das nicht nötig.

      Damit wäre auch den völlig irren Enteignungsphantasien der Grünen ein Riegel vorgeschoben. Das letzte, was Pankow braucht, sind weitere verloren gehende, dann äußerst kostspielige Prozesse um den ehemaligen Rangierbahnhof. Es liegt kein Enteignungstatbestand vor, nur die Bebauung würde sich um weitere ein bis zwei Jahrzehnte hinauszögern. Auch wenn zurzeit alles dagegen spricht, kann man zwar das Gedankenexperiment wagen, dass sich Pankow und Berlin mit dem Eigentümer irgendwann einmal über einen Verkauf einigen. Doch es ist völlig irre, für ein Projekt, dass sich auch so erst in einem Jahrzehnt realisieren ließe soviel Geld in die Hand zu nehmen, nur um etwas zu bauen, was der Eigentümer annähernd auch zu bauen plant. Geld, das an dringender benötigter Stelle nicht mehr zur Verfügung stünde.

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      1. Max Müller

        Krieger gibt das Grundstück nicht freiwillig her, hat er schon gesagt.

        Er überlässt es seinen Kinder und dann liegt es halt brach.

        Es war unmöglich dass Geisel da nicht den Deckel draufgemacht hat in der letzten Legislatur und
        die Grünen wieder von vorn anfangen. Als Investor ist man in Berlin der Arsch.

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  2. Peter

    Weiß denn jemand was über den Neubau in der Kreuzstrasse, auf dem ehemaligen Nemitz Gelände?
    Die scheinen laut Internetseite nicht mal Parkplätze zu planen…
    Da wird die enge Kreuzstrasse noch krasser zugeparkt…

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  3. Thonik

    … es wurde langsam mal Zeit für diesen Beitrag. Danke Herr Hall. Allerdings hat die Zunahme der Bodenrichtwerte prozentual bereits wieder abgenommen. Das ist doch beruhigend … Und in der Florastrasse 1 gibts auch schon lange keine Bettwäsche mehr.

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