Startschuss für das Pankower Tor

Von | 24. November 2018

Bausenatorin Lompscher, Bezirksbürgermeister Benn, Investor Krieger und Baustadtrat Kuhn

Nach jahrelangem Gezerre soll auf der riesigen Brache am S-Bahnhof Pankow endlich ein neues Stadtquartier enstehen. Land, Bezirk und Investor haben das Projekt am Freitagabend in der Hoffnungskirche vorgestellt und die Bürgerbeteiligung gestartet. Bausenatorin Katrin Lompscher, Bezirksbürgermeister Sören Benn (beide Linke), Baustadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) und Möbel-Händler Kurt Krieger war anzusehen, dass sie mit der Einigung zufrieden sind. Gastgeberin und Pfarrerin Ulrike Treu freute sich über die vielen Besucher. Es sei ein Anblick wie an Weihnachten. Rund 300 Pankowerinnen und Pankower waren in die Elsa-Brandström-Straße gekommen.

Die Grobplanung sieht ein Einkaufszentrum am S-Bahnhof vor, rund 2.000 Wohnungen, eine Schule und einen Möbelmarkt. Außerdem eine Grünanlage westlich des S-Bahnhofs, ein Fahrradparkhaus mit 1.000 Abstellplätzen und rund 1.200 Parkplätze für Autos. Dazu einen Radweg und eine Tram entlang der Granitzstraße sowie die Untertunnelung der Bahnlinie für Radfahrer und Fußgänger auf Höhe der Hadlichstraße. Die Anbindung für Autos wird über die Prenzlauer Promenade erfolgen. Das neue Viertel soll dennoch „autoarm“ werden.

Die grobe Struktur

Die Details werden in einem Workshopverfahren mit intensiver Bürgerbeteiligung und mehreren Planungsbüros ausgearbeitet. Fest steht, dass ein Drittel der Wohnungen einer Mietpreisbindung unterliegen werden. Die übrigen werden frei vermietet. Möglicherweise wird es auch Eigentumswohnungen geben. „Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit“, sagte Kuhn.

Die Bürgerbeteiligung wurde noch am Freitag begonnen. Auf www.pankower-tor.de werden in einem ersten Schritt bis Weihnachten Anregungen und Wünsche zu den Themen Grün- und Freiflächen, Mobilität, Einkaufen und Freizeit sowie Wohnen gesammelt. In weiteren Stufen wird es dann erneut Informationsveranstaltungen, eine Bürgerwerkstatt und einen zweiten Online-Dialog geben. Außerdem wird ein „Dialogkiosk“ durch die angrenzenden Kieze touren und einen direkten Austausch möglich machen. Das aufwändige Verfahren wird von Krieger finanziert.

Was mit den unter Denkmalschutz stehenden Lokschuppen jenseits der Autobahn geschieht, ist offen. Krieger möchte den großen Rundlokschuppen erhalten. Den zweiten, kleinen Lokschuppen nannte er „ein furchtbares Gemäuer“, das er gerne zu Gunsten einer zweiten Schule abreißen würde. Das Publikum reagierte mit Beifall, Senatorin Lompscher ließ nicht erkennen, was sie von der Idee hält.

Investieren will Krieger über 500 Millionen Euro. Wenn alles schnell geht und die Verwaltung reibungslos arbeitet, könnte die komplizierte Planungs- und Genehmigungsprozedur 2021 abgeschlossen werden. Dann würden sich ab 2022 die Kräne drehen. Die Bauzeit dürfte bei mindestens vier Jahren liegen. Allerdings sei der Zeitplan „ambitioniert“, so Bürgermeister Benn.

Volles Gotteshaus (Foto: Schietzelt, BA Pankow)

21 Kommentare zu “Startschuss für das Pankower Tor

  1. Heidi Bochnig

    Hallo, guten Tag, ich möchte mich mal bedanken für die aktuellen und detaillierten Meldungen über alles, was so in Pankow passiert! Der Artikel über das „Pankower Tor“ hat mich besonders interessiert – seit Jahren wird ja schon darum gestritten (natürlich um den maximalen Gewinn). Der Bezirk hatte mal gefordert, dort kein zweites Einkaufszentrum zu errichten… Der Platz wäre gut als Grünanlage und für die zweite Schule zu nutzen. Dafür müßte man dann nämlich nicht den denkmalgeschützten Lokschuppen abreißen, der einer der letzten ist und sich immer noch tapfer auf den „Beinen“ hält, obwohl es ihm schwer genug gemacht wird. Technisches Erbe bringt leider nicht genug Gewinn.
    Danke nochmals, ich bin immer gespannt auf die neuesten Nachrichten.

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  2. Max Müller

    Grossartig: nach nur siebenjähriger Planungsphase mit ein bis zwei beteiligenden Werkstattverfahren können wir endlich anfangen zu bauen. Ach nein freuen wir uns nun auf in eine 3-4jährigen Beteiligung und Planung und die nach fünfjähriger Bauzeit entstehenden Wohnungen. Dann ist alles schick im Bezirk.

    Es geht voran.

    Und leidereider sind die Kinder die eine Schule benötigen bis dahin fast erwachsen.

    Klingt negativ, ist es aber nur Verzweiflung.

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  3. Kenny

    Na endlich würde ich jetzt fast sagen.
    Zitat: „Wenn alles schnell geht und die Verwaltung reibungslos arbeitet, könnte die komplizierte Planungs- und Genehmigungsprozedur 2021 abgeschlossen werden. Dann würden sich ab 2022 die Kräne drehen.“

    2021 sind Wahlen in Berlin.
    Somit ist es wahrscheinlich das vorher nicht alles entschieden werden wird. Man konzentriert sich im Vorfeld von Wahlen als Politiker lieber auf sich selber. Das war noch nie anders.
    Kräne drehen sich dann frühestens 2023 oder 2024 auf diesem Gelände, oder auch nicht.
    Ein Großprojekt muss ja schließlich den BER toppen.

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    1. Max Müller

      Kenny schrub:
      >2021 sind Wahlen in Berlin.
      >Somit ist es wahrscheinlich das vorher nicht alles entschieden werden wird.

      Genau das hatten wir doch schon, die Pläne waren kurz vor der Wahl unterschriftsreich, aber Geisel hat nicht unterschrieben um nix „vorwegzunehmen“. Was RRG als Steilvorlage nahm alles umzuschmeissen.

      Wichtige Planungen sollte man nicht Politikern überlassen.

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      1. Kenny

        @Max Müller
        Genau so ist es.
        Was mich im Zusammenhang mit diesem Projekt und diesem Artikel aber auch ärgert ist der Beitrag von Hans weiter oben.
        Zitat von Hans: „Als gut eingegroovte Florakiez-Community dürfen unsere Beitrag da natürlich nicht fehlen “
        Ähm, in welchem Namen schrieb er den Artikel im anschließenden Link weiter oben? Lesen sie sich bitte mal diesen Satz genau durch und gehen sie mal auf dem von Hans unter Haans verfassten Link.
        Damit schreibt er das diese Community diesen verlinkten Artikel verfasst hat, stellt sich somit über die Betreiber dieser Seite und über alle die hier schreiben.
        So lese ich das zumindest. Was soll das? Wie lesen sie das nebst Link @Max Müller?
        Ich kann mich mit seinem Artikel in dem Link in keinster Weise identifizieren.

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        1. Haans

          nicht ärgern, lieber selbst dort Beiträge verfassen. (am besten ohne missverständlichen Tipp- und Grammatikfehler wie ich)

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          1. Kenny

            @Hans
            Wie viel Personen sehen sie im Spiegel wenn sie allein vor selbigen stehen?
            Es geht mit nicht um Grammatikfehler, sondern um den Fakt, mit welcher Selbstverständlichkeit sie ihre persönliche Ansicht als allgemeinen Konsens vermarkten wollen.
            Zitat: „Als gut eingegroovte Florakiez-Community dürfen unsere …“
            Sie sind also „unsere“.
            Haben sie eine multiple Persönlichkeit?
            Wenn sie ihren Lebensinhalt in Missionierungen oder Gehirnwäschen sehen ist das ihr Ding, nur für andere, ohne deren Zustimmung zu schreiben, steht ihnen nicht zu.
            Sie klopfen sich offensichtlich zur Stimmenfangsuche gern selbst auf die Schulter.
            Bleiben sie bitte bei lauteren Mitteln, ansonsten haben wir beide zukünftig untereinander, ein von ihnen geschaffenes Problem.

  4. Poltergeist

    À propos, sich selbst auf die Schulter klopfen, Kenny …
    Möchtest Du eine Statue am Garbátyplatz oder im Bürgerpark?
    Oder vielleicht doch am Pankower Tor – wenn es mal soweit ist?

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    1. Kenny

      Geister mir Humor finde ich prima!
      Da fällt mir doch glatt eine Verwendung für den Rundlockschuppen ein.
      Später für Herrn Krieger in eigener Sache als Mausoleum.
      Für den letzten großen Bauherren in Pankow jedenfalls nicht unangemessen.
      Die Geschichte dieses Rundlockschuppens auf einer Ebene und die Planungsgeschichte des Gesamtobjektes ringsherum mit Namensnennungen sämtlicher involvierter Entscheidungsträger auf einer weiteren Ebene.
      Bis man einmal rum ist hat man sich praktisch im Kreis gedreht

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      1. Max Müller

        Ich hab ne bessere Idee: Die grünen Stadtverodneten dort einschliessen und im Kreis laufen lassen. Dann sind sie beschäftigt und können nicht alles blockieren.

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  5. Poltergeist

    Da hast Du mal etwas Vernünftiges geschrieben, Kenny.
    Ich schlage vor, dieser Zubringer zum Pankower Tor, als Poltergeist Allee zu benennen.

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  6. Kenny

    @Poltergeist
    „Wenn der Mensch so viel Vernunft hätte, wie Verstand, wäre vieles einfacher.“ (Linus Pauling)
    Poltergeist-Allee wird sehr knapp bei den Entscheidungsträgern ausfallen.
    Ein direkter Zugang von der Gaillardstraße 8-12 zum beschriebenen Objekt fehlt.
    Grundlegend und auf Luftlinie bezogen von mir ein klares „JA“ zum Vorschlag.

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  7. sasa

    Naja, was für die Gegend wirklich eine Bereicherung gewesen wäre: das ganze Gelände ein Park.

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    1. Max Müller

      Das wollte Krieger im ersten Entwurd ja zumindest teilweise machen …

      Eine innovative Idee wäre begrünte Dächer mit öffentlichem Zugang bei Tageslicht zu machen, als Park-Ersatz.

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    1. Hans im Glück

      Habe nix anderes erwartet – Dies wird nicht die einzige Forderung bleiben um das Projekt zu erschweren oder gar zu verhindern.

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  8. Poltergeist

    Ich habe mich letztens dort mit zwei Feldhamstern unterhalten.
    Sie halten gar nichts davon.
    Feldhamster, die ihre Ruhe haben wollen.

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