Warum es bei Jones keinen Fisch mehr gibt

Von | 8. September 2019

Eine traurige Nachricht hat viele Feinschmecker und Hobby-Köche während des Sommers überrascht. Jones Fischladen hat zugemacht. Der Ablauf der Schließung warf Fragen auf.

Denn das erst im Frühjahr 2017 eröffnete Geschäft an der Ecke Florastraße, Mühlenstraße wurde quasi über Nacht geschlossen. Im Schaufenster heißt es in einer handgeschriebenen Abschiedsbotschaft „aus verschiedenen Gründen“. Wir erhielten einige Zuschriften von neugierigen Lesern. Auch wir wollten gerne mehr wissen und trafen uns mit John Jones zum Gespräch in der Eiche.

Am Zuspruch lag es laut Jones nicht. „Ich habe hier eine sehr treue und gute Stammkundschaft“, sagt er. „Natürlich kann es immer mehr sein. Aber die Idee, genau hier in den Florakiez zu gehen, hat funktioniert.“ Und auch ein gutes Netz an attraktiven Lieferanten habe er sich aufgebaut. Deshalb könne er sich auch gut vorstellen, nochmal ein Fischgeschäft im Kiez zu eröffnen.

Die Probleme lagen eher im Backoffice. Sein Geldgeber, dem die hinter dem Laden stehende GmbH gehörte, sei mitten im Weihnachtsgeschäft abgesprungen, so Jones. Inklusive der Einnahmen aus der Weihnachtswoche. Das habe die finanzielle Lage extrem schwierig gemacht. Nötige Investitionen wie eine Markise, um die Fisch-Theke vor der Sonne zu schützen, mussten aus dem laufenden Umsatz gestemmt werden. Dazu kam dann Unbill mit der Hausverwaltung: „Die haben fast ohne Vorwarnung ein Gerüst um das Haus gezogen“ und einige private Herausforderungen. „Die Situation verschärfte sich zusehends“, so John Jones. „Da habe ich schweren Herzens beschlossen, die Reißleine zu ziehen.“ Für den Entschluss habe er lange gebraucht, ihn dann aber umso beherzter umgesetzt.

Wer übrigens Fisch von John Jones kaufen möchte, kann das immer noch tun, muss jedoch etwas weiter bis zum Frischeparadies im Prenzlauer Berg fahren. Dort steht er heute hinter der Theke. „Die haben sich sofort gemeldet, als sie gehört haben, dass ich meinen Laden zugemacht habe“, so Jones.

Ein Bild aus alten Zeiten kurz nach der Eröffnung: Fischhändler Jones (rechts)

21 Kommentare zu “Warum es bei Jones keinen Fisch mehr gibt

  1. AvatarMax

    Das hört sich so an, als hätte der Geschäftsführer die Einnahmen entwendet, was wahrscheinlich nicht der Fall ist.

    Schade, wieder ein guter Laden weniger. Vielleicht findet sich ja ein Nachfolger, das Konzept funktioniert.

    1. Markus KamradMarkus Kamrad Post author

      Der Gesellschafter, nicht der Geschäftsführer. Die Frage, wie das Verhalten zu werten ist, können und wollen wir allerdings nicht beurteilen.

  2. AvatarPoltergeist

    Vielen lieben Dank, Herr Kamrad, und damit florakiez.de, für diese Berichterstattung.
    Ehrlich, sehr offen und eigentlich ohne Rückfragen.
    Vorbildlich, wie es sein sollte. Sehr gute Journalistik.
    Kompliment!
    Und ich wünsche Herrn Jones alles Gute! So schade, dass es so gelaufen ist.
    Die Welt und das Leben ist unfair.

  3. AvatarHans im Glück

    Man kann getrost davon ausgehen das der Umsatz einfach nicht gestimmt hat – Das Geschäftsmodell hat nicht zum Florakiez gepasst und nur von Stammkunden kann keiner überleben

    1. AvatarKenny

      @Hans im Glück
      Das sehe ich auch so.
      War ein sehr guter Fischladen, jedoch Kaufmann war der Herr Jones wohl eher nicht, gleich gar nicht um als GF einer GmbH den Durchblick zu haben. Für letzteres reicht kein Idealismus. da ist umfangreiches Wissen, wie auch beim Kerngeschäft gefragt.
      Im obigen Text sind zu viele Dinge die einfach nicht passen bzw. genau diese Zweifel bei mir hervorrufen.
      Auch ist letztendlich fraglich wer tatsächlich die Reißleine gezogen hat……

    2. AvatarKenny

      @Hans im Glück
      Wer die Reißleine und weshalb tatsächlich gezogen hat ist für mich sehr fraglich.
      Die Erträge sind maßgeblich. Vom „laufenden Umsatz“ eine Markise zu kaufen sehe ich daher als abenteuerlich.
      Immer noch gilt: U-K=G
      Wenn G weniger Null ist…… nunja. Dann ist der Umsatz zu gering oder die Kosten zu hoch.

    3. AvatarChristian

      Würden Sie uns vielleicht an Ihrer Weisheit teilhaben lassen? Woher nehmen Sie das Insiderwissen oder die Expertise, den Geschäftsinhaber hier anonym als Lügner darzustellen?

      1. AvatarKenny

        @Christian
        Wen meinen Sie und was meinen Sie ganz konkret?
        Über den „Geschäftsinhaber“ haben weder „Hans im Glück“ noch ich etwas geschrieben, schon gar nicht jemanden als Lügner dargestellt.
        Vor allem könnten Sie sich vorerst mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Begriffen einer GmbH beschäftigen. Das beginnt für Sie im obigen Beispiel mit „Geschäftsführer“ und „Gesellschafter“.
        Tja, jetzt werden Sie sich ggf. fragen wer eigentlich der „Geschäftsinhaber“ von beiden vorherigen Begriffen ist.
        Also bitte erst einmal Begrifflichkeiten zuordnen können und anschließend kommentieren. Zudem können Sie einen Handelsregisterauszug kostenpflichtig anfordern, auch die Bilanzen. Ein wenig eigene Recherchen sollten dabei dienlich sein, bevor man andere ohne Wissen versucht zu diffamieren. Anschließend haben Sie mehr „Weisheit“, jedoch kein „Insiderwissen“, weil jeder einen Handelsregisterauszug anfordern kann und zwar ganz sachlich!

        1. AvatarChristian

          Mal wieder das Thema verfehlt.

          Ob wir ihn jetzt Geschäftsinhaber, Geschäftsführer, Gesellschafter, Mann hinter der Theke oder Herr Jones nennen ist für meine eigentliche Frage unerheblich – wer gemeint ist, lässt sich aus dem Kontext auch erschließen.

          Der Artikel zitiert Herrn Jones mit: „Ich habe hier eine sehr treue und gute Stammkundschaft“, sagt er. „Natürlich kann es immer mehr sein. Aber die Idee, genau hier in den Florakiez zu gehen, hat funktioniert.“

          Hans im Glück (den ich mit meinem Kommentar anspreche) behauptet das genaue Gegenteil: „Man kann getrost davon ausgehen das der Umsatz einfach nicht gestimmt hat – Das Geschäftsmodell hat nicht zum Florakiez gepasst und nur von Stammkunden kann keiner überleben“.

          Hat Hans recht, muss Herr Jones mit seiner Aussage wohl gelogen.

          1. AvatarKenny

            @Christian,
            das ist eben einer der größten Widersprüche im obigen Text.
            Hätte die Idee funktioniert wäre der Laden noch offen und nicht wegen genannten und ungenannten Probleme geschlossen bzw. aufgelöst.
            Und ja, bei einer GmbH ist der Unterschied zwischen Gesellschafter und Geschäftsführer erheblich und maßgeblich. Die Ausnahme ist, wenn beide die selbe Person ist.
            Bei einem gut laufenden Geschäft mit Erträgen, springt nicht mal so eben der „Geldgeber“ ab, in diesem Fall wohl ein Gesellschafter. Geldgeber im laufenden Geschäft sollte übrigens ausschließlich eine Bank sein, ansonsten läuft grundlegend etwas schief, gerade in Zeiten von Niedrigzinsen. Wenn für letztere, also die Bank, die BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung) nicht stimmt, gibts keine kurzfristigen Darlehen für Investitionen.
            Sich da auf den oder die Gesellschafter als „Bank“ zu verlassen, ist schon etwas naiv. Diese kennen schließlich zuerst die BWA.
            Insofern hat Hans im Glück nicht ganz unrecht, obwohl der Umsatz nicht entscheidend ist, sondern immer der Ertrag oder Gewinn. Allerdings geht jegliche Rechnung immer primär vom Umsatz aus. Anschließend werden die Kosten abgezogen usw..

  4. AvatarJohannes von der Vogelweide

    @Kenny@Max und @Hans im Glück lassen leider jede Diskussion bzw. Austausch zur Farce werden, wenn man sich ihre Einlagen mal anschaut. Es ist nur Rotz und nicht mal lustig. Das macht echt kein Spass!

    1. AvatarKenny

      @Johannes von der Vogelweide
      Wo ist Ihr Sachbeitrag zum Thema des Titels?
      Es ist natürlich viel einfacher andere Beiträge als „Rotz“ zu bezeichnen.
      Wollen Sie überhaupt eine Diskussion die nicht genau Ihrer Meinung entspricht oder lediglich einen lustigen Austausch der echt Spaß macht?

  5. AvatarHans im Glück

    Wie dem auch sei zumindest ist nun wieder eine Gewerbeeinheit auf den Markt – Neige dazu einen neuen Eisladen zu befürworten – Etwas dürftig mit der Auswahl dieser Art von Läden im grünen Florakiez …

  6. AvatarAndré

    Kann mich @Johannes von der Vogelweide nur anschließen.
    Selbstdarsteller, die jegliche Kritik an ihren pseudointelligenten Ergüssen nicht im geringsten aushalten oder womöglich gar anerkennen können, stattdessen wieder und wieder nur mit Wonne austeilen und belehren, nehmen einem einfach nur die Lust, hier überhaupt mal einen Kommentar loszuwerden. Eigentlich bedauernswert, wenn einer so gar nicht merkt, dass er nur Gegenwind abkriegt.
    Wer sich angesprochen fühlt: Bemühen Sie sich nicht. Dieser Thread bleibt für mich ab jetzt geschlossen.

    1. AvatarKenny

      @André,
      für Ihre Lustlosigkeit einen Kommentar zur Sache abzugeben, ist Ihr Kommentar jedoch ziemlich umfangreich geworden. Kritik ist immer gut, sofern diese auf Sachlichkeit zum Thema basiert.
      Sie scheinen es vorzuziehen Kommentare zu bewerten und sich an Meinungen anderer unsachlich abzuarbeiten. Ein teilweise Offenbarung Ihres Charakters.
      Zur Sache selber fehlen Ihnen anscheinend Basics aus der freien Wirtschaft und kaufmännische Erfahrung aus Selbständigkeit. Das könnte man fast ein wenig bedauern, gäbe es nicht Bildung als mögliche Gegenmaßnahme, zumindest für die erwähnten Basics.

  7. AvatarAnna

    Thank you Mr. Jones!

    I always enjoyed buying my fish at your shop. Super customer service. We need to support businesses like yours and I wish I had done that even more, although I understand that the decision to close down was more complicated.

    One more good place gone from the Florakiez. Now we are left only with cafes that – unfortunately – do not differ that much from each other.

    1. AvatarMax

      Just out of curiosity, how would a distinguished Coffeehouse look like?

      1. AvatarAnna

        You could have a cafe with a bookshop. You could have a real bakery with cafe, also selling bread and brotchen (this is really missing in our Kiez). You could have one specializing in cheesecake, vegan donuts or cupcakes or something like this that is now in trend. Or you could have a restaurant (but not another Italian restaurant) instead of a cafe and cater for office people plus families (healthy and tasty takeaways) and those that go out. There are many options. But we only have cafes cafes cafes, all have the same things more or less, nothing distinguishes them from one other. Often the cakes are not fresh, the pastries are frozen, etc.

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