Arnold-Zweig-Grundschule wird erweitert

Von | 22. Juni 2020
Die Bäume wurden bereits gefällt

Weil immer mehr junge Familien in den Florakiez gezogen sind, platzt die Arnold-Zweig-Grundschule in der Wollankstraße aus allen Nähten. Das Haus reicht längst nicht mehr aus, um alle Kinder, den Hort und die Mensa vernünftig unterzubringen. Seit 2001 hat sich die Zahl der Schülerinnen und Schüler fast verdreifacht. Im zu Ende gehenden Schuljahr wurden 589 Mädchen und Jungen unterrichtet.

Jetzt wird die Schule erweitert. Auf dem Grundstücksteil neben der Jugendkunstschule in der Neue Schönholzer Straße wurden bereits Bäume gefällt. Im Herbst sollen die Bauarbeiten beginnen. Das hat der Pankower Schulstadtrat Torsten Kühne florakiez.de bestätigt. Für 2,7 Millionen Euro entstehen „Modulare Klassenräume“ – umgangssprachlich würde man „Container“ sagen – mit Platz für 144 zusätzliche Kinder. Auf zwei Stockwerken werden sechs Klassenräume, zwei weitere Räume und sanitäre Anlagen untergebracht.

Vorteil der Module ist, dass sie schnell aufgestellt werden können. Sie sollen schon Anfang 2021 zur Verfügung stehen. Laut Kühne sind sie für zunächst drei bis fünf Jahre geplant und könnten danach an andere Standorte umgesetzt werden. Außerdem entsprächen sie hohen ökologischen Standards.

Auf welche der jetzt schon heillos überlaufenen weiterführenden Schulen die zusätzlichen Grundschüler einmal gehen sollen, bleibt ein Rätsel.

20 Kommentare zu “Arnold-Zweig-Grundschule wird erweitert

  1. AvatarMax

    Immmer wieder große Überraschung im Schulamt: huch, sechs Jahre nach der Geburt werden die Kinder ja eingeschult. Da muss wieder schnell ein Modulbau her. Schade daß es in der Post-Gründerzeit keine Modulbauten gab, sonst würden die jetzt gut dazu passen.

    1. AvatarHolger Goepel

      Wer redet hier von 6 Jahren. Jede Baulücke wird seit mehr als 10 Jahren zugebaut, Leute mit Kindern ziehen her und finden keine Kita-Plätze. Dann keinen Schulplatz. Man nennt es Unfähigkeit, andere sagen Politiker. Aber wer wählt eigentlich diese Nutzlosen?

  2. AvatarMaja

    Es bleibt auch ein Rätsel, was aus der einst vielfältigen Vogelwelt werden soll. Die Vögel, die einst auf den Bäumen nisteten, die am Straßenrand in der Neuen Schönholzer standen, dort, wo jetzt seit Jahren eine Turnhalle gebaut wird (der BER lässt grüßen…),werden kaum Ersatzwohnsitze im Florakiez finden. Die letzten Fledermäuse haben wohl schon das Weite gesucht. Und die Schulkinder essen demnächst dann ihr Pausenbrot am Straßenrand oder wird es auf den Containern begrünte Dachgärten geben? Ob das alles die Besitzer der teuren Eigentumswohnungen als Lebensqualität empfinden? Mit einem Zwillingskinderwagen muss man ja jetzt schon die Straßenseite wechseln, wenn man am Firenze vorbei will. Überall Zäune und Mauern, Hinterhöfe, enger als früher(!) lediglich die zunehmende Bepflanzung am Straßenrand entschädigt ein wenig.

    1. AvatarMax

      Die Schüler könnten ja als erstes Projekt ein paar Nistkästen für allerlei Getier auf das Dach bauen.

      Zeitgemäss wäre auch eine Dach-Begrünung sicherlich, mit einer schönen Blumenwiese, dann freuen sich auch die Insekten.

      Aber die Kinderken können nach wie vor im Pausenhof frühstücken, der war noch nie zu klein, weil die früheren Schulbauer ein wenig weitsichtiger waren als heute.

    2. AvatarChristoph

      Zustimmung „von oben“: Es gibt wohl kaum einen zweiten, derart versiegelten Schulhof wie den der Arnold-Zweig-Grundschule. Wäre es nicht irgendwie möglich gewesen, dort die Container aufzustellen und dafür die jetzt vorgesehene Fläche als Schulhof zu nutzen, also die Nutzung zu tauschen? Es ist ein Jammer, durch die einst „grüne Schleuse“ in der Neuen Schönholzer Straße gehend, jetzt zu beiden Seiten diese „Öko-Schlachtfelder“ sehen zu müssen.

    3. AvatarKenny

      @Maja,
      genau genommen nisten die meisten in einer Großstadt vorkommenden Vögel nicht auf Bäumen.
      Ich hoffe Sie füttern ihre Liebslingsvögel entsprechend ganzjährig und haben auch eine Tränke dazu.
      Zum Thema oben:
      Wenn sich praktisch der Zuzug, auch durch Neubau, seit 15 Jahren nur nach oben bewegt, weshalb stehen die neuen Schulen nicht bereits als massive Bauwerke?
      Damit meine ich keine „Langzeitprovisorien“ in Form von Containern, sondern Gebäude die >100 Jahre Nutzungsdauer (Lebenszyklus) haben. Huch, da wäre ja beispielsweise das „Pankower Tor“….
      Was läuft hier grundlegend falsch und weshalb?
      Symptombehandlung funktioniert halt nicht langfristig.

      1. AvatarH Thernoth

        Gibt es bei Neubauten die Verpflichtung, Nisthilfen für Höhlenbrüter und Fledermäuse zu installieren? Sieht man ja oft an frischverputzten Flächen – befolgen die Baudamen und -herren da eine Vorschrift oder ist das goodwill bzw. greenwashing?

        1. AvatarKenny

          @H Thernoth
          Das gibt es verpflichtend nicht, wird es auch so schnell nicht.
          Einige Menschen haben einer Tierhaar- und Federnallergie (auch gegen Vogelkot), wären somit bei solchen Neubauten benachteiligt.
          In einigen Regionen machen das viele Bauherren jedoch freiwillig, was nicht zuletzt an etwas Aufklärungsarbeit durch Architekten liegt.

    4. AvatarGraumann

      Fledermäuse sind Übertrager von Corona- und SARS- Viren. Endlich sind sie weg aus dem Kiez.
      Maja weist du eigentlich das weniger Meter vom Kiez es einen Bürgerpark, einen Schlosspark und eine Schönholzer Heide gibt. Am Bürgerpark und im Wedding gleich hinter der „Grenze“ gibt zwei große, fantastische Friedhöfe. Meinst du nicht, da gibt es keine Vögel und anderes Getrier?

  3. AvatarGesine

    Haben Sie schon einmal so einen Modularen Ergänzungsbau gesehen? Mit einem Container hat das wirklich nichts zu tun. Das sind hochmoderne und gut ausgestattete Unterrichtsräume.

    1. AvatarMax

      Habe ich, sie mögen ihren Zweck ja erfüllen, sie kommen aber an architektonisch gut geplante Schulen nicht heran, von den grandiosen nebenstehenden Schulen reden wir mal lieber nicht, so was werden wir nie wieder bauen.

      1. AvatarGraumann

        Nicht übertreiben! Die alten Schulen, mögen ja von außen toll aussehen. Aber ob die im inneren heutige Anforderungen erfüllen bezweifle ich sehr! Warum sollen die neuen Schulen besser aussehen, als die meisten aller neuen Häuser, quadratisch, praktisch, gut und billig. Daran sind übrigens nicht die Investoren Schuld, sondern R2G mit Fr. Lompscher voran. Keine Architektur, die Berliner Traufhöhe bestimmt fast alles und am liebsten würden sie „Nachkriegsbaracken“ bauen, bloß nicht zu hoch, 3-4 Stockwerke sind doch soooo schön.

        1. AvatarMax

          Was sind denn heutige Anforderungen die nicht erfüllt werden? Keine safe spaces?

          1. AvatarKenny

            Ich schließe mich der Frage von Max an Graumann an.
            Mir fallen als mögliche Antworten nur Instandhaltungs- oder Modernisierungsstau ein. Auch Aufzüge und Genderklos sind übrigens nachrüstbar…..
            Ansonsten ist „Bauen mit Masse“ wie früher sogar besser fürs Innenraumklima.
            Solche Gemäuer ohne Eisen in den Wänden halten meist auch wesentlich länger.

  4. AvatarHans im Glück

    Wer möchte kann sich diese „Container“ an der Wolkenstein – Grundschule gerne anschau’n. So wird’s im Endergebnis dann auch an der A. Zweig Grundschule ausseh’n.

      1. AvatarKenny

        @Max,
        hübsche Wettbewerbe mit Prämien und sonstige Showevents sind unnütz, wenn die Ausschreibungen nicht passen und keine Bagger auf die Baustellen kommen.
        Siehe Sporthalle in der „Neuen Schönholzer“. 11 Jahre sind da bereits insgesamt vergangen = kein Ergbnis, nicht mal im Ansatz sichtbar. Eine Baugrube nach dieser Zeit und keine Bauarbeiter. Allerdings gibts eine ordentliche Bautafel wie es sich gehört….. unglaublich!
        In was für einem Museumsland wir inzwischen leben. …

        1. AvatarKlaus-Peter Gewinder

          Richten Sie die Frage an den zuständigen Pankower Schulstadtrat von der CDU, Dr. Torsten Kühne. Das würde mich auch sehr interessieren, warum es an der Sporthalle in der Neuen Schönholzer Straße nicht voran geht. Seit Wochen oder Monaten kommt dort ein Bagger nicht vom Fleck. Bauarbeiter haben die Baustelle schon ewig nicht mehr betreten.

          1. AvatarKenny

            @Klaus-Peter Gewinder
            Was würden Sie denn inhaltlich von der Antwort eines verantwortlichen Politikers erwarten?
            Vollständige Statements der unten links auf der Bautafel befindlichen Firmen wären mir persönlich in Summe vertrauenswürdiger.
            Das sind die zuständigen Firmen für Tiefbau, Baugrunduntersuchung und Tragwerksplanung. Da würde wahrscheinlich die ganze Misere ans Tageslicht kommen.
            Das Ergebnis könnte man in Anschluss mit der Antwort von Dr. T. Kühne vergleichen und selber seine Schlussfolgerungen ziehen. Eine vermeintliche „Erklärung“ von Kühne gab es ja vor ein paar Monaten bereits.

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