BER-Eröffnung offenbar 2016

Von | 18. August 2014
Der neue Flughafen während des Airportruns im April(Foto: Günter Wicker / Flughafen Berlin Brandenburg)

Der neue Flughafen während des Airportruns im April (Foto: Günter Wicker / Flughafen Berlin Brandenburg)

Pankow kann langsam anfangen, die Tage zu zählen. Es mehren sich die Hinweise, dass der BER in zwei Jahren eröffnet -und Tegel geschlossen wird. Laut Tagesspiegel plant Flughafen-Chef Mehdorn die Eröffnung für 2016. Das geht laut der Zeitung aus einer Vorlage für den Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft hervor. Ob Mehdorn das Frühjahr oder den Herbst anpeilt, ist noch nicht klar. 

Mehdorn hatte zuletzt versprochen, den Eröffnungstermin noch im laufenden Jahr bekannt zu geben. Außerdem hatte er mehrfach angekündigt, den Termin mit einem Vorlauf von mindestens 12 Monaten zu nennen. Beide Aussagen lassen auf das Frühjahr 2016 schließen.

Offenbar ist in der Eröffnungsphase auch kein Parallelbetrieb der Flughäfen Tegel und BER geplant, sondern der Wechsel soll wie schon bei der abgesagten Eröffnung 2012 in einer Nacht über die Bühne gehen. Das lässt sich den Ausschreibungsunterlagen für die Koordination des Umzugs entnehmen, die vor kurzem öffentlich geworden sind. Ein Termin wird in der Ausschreibung allerdings nicht genannt.

Mehr zum Thema BER:
Umfrage: BER soll fertiggestellt werden
BER wird fertig gebaut – Kritiker „inkompetent“
Eröffnungstermin noch dieses Jahr
Kein Lärmschutz für Tegel
Flughafen „fertiger und fertiger“
Mal wieder Aufregung um den BER
Tegel-Schließung erst 2017?
Tegel wird geschlossen!
BER – die unendliche Geschichte geht weiter
Probebetrieb abgesagt und Tegel-Freunde nerven
BER-Eröffnung: Termin wird erst ein Jahr vorher genannt
Mehdorn setzt weiter auf Tegel
BER wird 2014 fertig

Nützliches zum Thema Fluglärm:
Ist Pankow der Fluglärm egal?
Keine Lärmschutzzone: Ohren zu und durchhalten
Messergebnisse im Internet: Grüne und rote Punkte zeigen den Geräuschpegel
Start nach Westen oder Osten: Ja, wie fliegen sie denn?
Flugbewegungen live: Was fliegt denn da über der Florastraße?

Hanno Hall
Hanno Hall

Lebt seit 1997 in Berlin und seit 2010 im Kiez. Verantwortet n-tv.de und die n-tv Apps. Interessiert sich für Baustellen, Flughäfen und Politik. Geht zu Fuß, fährt Rad, BVG und Auto.

10 Kommentare zu “BER-Eröffnung offenbar 2016

  1. Uwe K.

    Wer’s glaubt… Außerdem, wie soll das möglich sein, dass der BER öffnet und zeitgleich Tegel schließt, wenn jetzt schon feststeht, dass die Start- und Landekapazitäten des BER nicht annähernd hinreichen werden, um das vorgesehene Flugaufkommen zu bewältigen. Eine totale Lachnummer, das Ganze!

  2. snug

    Als ich den Artikel im Tagesspiegel las, war mir sofort klar, dass derart Spökenkiekerei auf diesem Blog als Tatsache und Lichtstreif am Tegeler Horizont verkauft wird. Lustig.

    Denn: dieser 2016 Termin ist denn doch nichts anderes als eine wild hergeleitete Glaskugelprognose und jounalistische Meisterleistung in der Kategorie „die schönste Ente 2014“.

    In Kürze: Ein Gutachter (Intraplan) behauptet, Ende 2016 würden 31,4 Mio Fluggäste unterwegs sein. Und Mehdorn hätte verkündigt, seiner Kalkulation nach würde der Flughafen bei 31 Mio aufmachen. Also kommt unsere Jounaille auf die Idee, zu behaupten, Mehdorn würde von 2016 als Eröffnungstermin ausgehen.

    Die konkrete Herleitung aus dem Artikel: „Mehdorn: „Nach derzeitiger Kalkulation des Prognoseflugplans wird der Flughafen Berlin-Brandenburg mit ca. 31 Millionen Passagieren eröffnen.“ 31,4 Millionen Passagiere prognostiziert Intraplan für 2016, was den Rückschluss auf den Ziel-Eröffnungstermin des Flughafenchefs erlaubt.“ Großartig. Malen nach Zahlen.

    Gerade sind zwei europaweite Ausschreibungen gescheitert, u.a. würde ein neuer Generalplaner gesucht. Oder anders ausgedrückt, keiner will sich mehr zum Affen machen für dieses Desasterprojekt. Dafür hat Mehdorn laut gestriger SZ den TÜV gefeuert.

    Und das Ding soll 2016 eröffnen. Vielleicht tut es das ja auch. Nur eben nicht für Flugzeuge.

    PS: Herr Hall: Sie sind nicht „Pankow“. Sprechen Sie doch das nächste Mal ausschließlich für sich und ggf. noch für die Bewohner der Görschstraße, wenn die da Bock drauf haben. Aber hören Sie auf, alle in diesem Kiez Lebenden mit Ihrer Meinung zu vereinnahmen.

    1. Hanno HallHanno Hall Post author

      Ich kenne hier niemanden, der sich einen Weiterbetrieb von Tegel wünscht – von Ihnen als anonymem Leser oder anonymer Leserin abgesehen. Ich wüsste auch nicht, was die Bewohner des Kiezes daran erfreuen sollte.

  3. snug

    Genau. Und gerade Ihr soeben selbst benanntes begrenztes Vorstellungsvermögen sollte Sie davon abhalten, für andere zu sprechen.

  4. Pilot aus Pankow

    Ich wohne in Pankow und fliege Tegel immer wieder gerne an.
    Das ist mein Beruf. TXL ist nach wie vor ein Flughafen der kurzen Wege,
    vom Gate bis zur Runway dauert es nicht lang, im Gegensatz zu FRA.
    Da der BER jetzt schon zu klein ist, bin ich für den Weiterbetrieb vom
    Flughafen Tegel.

  5. snug

    Da Herr Wowereit ja zum 11.12. zurücktritt (auch vom Aufsichtsratposten BER), darüber hinaus Herr Mehdorn am 12.12. den Flughafeneröffnungstermin in der Aufsichtsratsitzung bekanntgeben möchte, ist möglicherweise folgendes Filmchen realistischer als es auf den ersten Blick scheint 🙂

    https://www.youtube.com/watch?v=rGxbgqKUd3A

    schwer amüsiert,
    snug

  6. hierprivat

    Die Gesetzeslage zur Schließung Tegels ist eindeutig, mit der Eröffnung des BER bleiben sechs Monate zur Abwicklung. Merkwürdig, dass dies immer wieder betont werden muss. Niemand mit klarem Verstand wird im Abgeordnetenhaus da ran gehen. Dass es Menschen gibt, auch in Alt-Pankow, die den Weiterbetrieb von Tegel aufgrund seiner Nähe, kurzen Wege, 70er Nostalgie oder warumauchimmer wünschen, ändert wenig. Kapazitätsfragen in Schönefeld sind dort zu lösen, dafür liegen auch konkrete Planungen vor. Und die haben nichts gemein mit den Tagträumen von Mehdorn nach der dritten Start/Landebahn in Tegel oder dem Verbleib der Regierungsfliegerei in Tegel oder vielleicht der Auslagerung der Geschäftsfliegerei nach Tegel.

  7. Pilot aus Pankow

    Die „Mehrflüge“ sind ja im wesentlichen auch nicht zu einem unerheblichen Teil auf die Bewohner dieses Kiezes zurückzuführen. Die leisten sich eben mal nach Rom, Paris oder London zu jetten und wollen zwei, drei mal im Jahr verreisen. Und wenn man mit den jungen Leuten so ins Gespräch kommt, schätzen sie den Flughafen Tegel, weil der einfach praktisch ist. Da ist nichts mit Nostalgie. Als Linienpilot aus Pankow erlebe ich das immer wieder.
    Und vor zwei Monaten, auf einer „Juristenparty“, sprach man auch über Tegel: und natürlich ist es möglich den Flughafen Tegel weiter offen zu lassen. Die Juristen sehen das alles sehr entspannt.

  8. Eberhard Strauch

    Als 2. Vorsitzender des Vereins TEGEL BLEIBT OFFEN e.V., der übrigens Gemeinnützigkeit erreicht hat,
    und als Betreiber unserer Website http://www.tegel-bleibt-offen.de möchte ich hier mit der Mär aufräumen, daß unsere Mitglieder ausschließlich in Zehlendorf zu Hause sind. Das mag ja für Tegel-Gegner ein willkommenes Argument sein, aber unsere Mitglieder kommen aus allen Bezirken Berlins, auch aus den lärmbelasteten Stadtteilen von Spandau und Reinickendorf oder sonstwo. Laut Forsa-Umfrage möchten 69 % der Berliner den Flughafen Tegel behalten, andere Umfragen ergeben ähnliche Werte, wir als Verein stehen also nicht allein da. Und 69 % der Berliner wohnen nicht alle in Zehlendorf. 69 % von geschätzten 3,5 Millionen Einwohnern sind immerhin ca. 2.400.000 ( 2,4 Millionen ) Einwohner Berlins. Damit sind wir eindeutig in der Mehrheit Das wäre doch einmal ein Wahlergebnis für eine Partei.

Keine Kommentierung mehr möglich.