Weinrebell in der Florastraße

Von | 27. März 2015
Auch eine Terrasse wäre möglich

Hier werden bald auch draußen Tische stehen

Es wurde schon lange gemunkelt, dass in die Räume der ehemaligen Bäckerei an der Florastraße Ecke Görschstraße ein Weinladen einzieht. Doch es passierte nicht viel, zwischenzeitlich wurden Handwerker gesichtet, die schnell wieder verschwanden. Jetzt, nach fast anderthalb Jahren Leerstand, ist klar, es stimmt! Am 30. April eröffnet in der Florastraße 15 der „Weinrebell“. Dahinter steckt Jan Nemitz zusammen mit seiner Schwester und seiner Mutter. Der gebürtige Friedrichshainer wohnt seit 2010 im Kiez und hatte schon lange die Idee eines Weinladens mit Bistro. Als die Bäckerei Ende 2013 aufgab, sah er seine Chance gekommen.

Jan Nemitz

Jan Nemitz

Aber braucht der Florakiez wirklich noch ein weiteres Weinfachgeschäft? Die Konkurrenz ist dem 35-jährigen Diplomkaufmann, der aus dem Einzelhandel kommt, durchaus bewusst. Mit Achtung spricht er von dem gut ausgewählten Sortiment der anderen, wie Wichelhaus und Jacques´ Weindepot. Er sei eben auch einer dieser „Verrückten“; denn Weinhandel betreibe man aus Leidenschaft, nicht, um damit reich zu werden. Aber Nemitz will sich auch abgrenzen. Während die anderen „Alles“ verkaufen, oder nur Italienisches, wie das No Solo Vino, beschränkt sich der Weinrebell auf deutschen Wein – nachhaltig produziert, vorzugsweise von jungen Winzern, die Familie Nemitz persönlich kennt und – ganz wichtig – zu günstigen Preisen. Die Zeit sei abgelaufen, in der eitle Typen völlig überteuerten Wein feierten. Auf der Internetseite heißt es knackig: „Bester Stoff, sonst nichts“.

Im Weinrebell kann man sich also bald durch Deutschlands Weinanbaugebiete probieren und von zertifizierten Weinberatern den passenden Tropfen für das nächste Essen empfehlen lassen. Doch geplant ist mehr als ein Geschäft, der neue Laden wird zugleich auch Bar, Bistro und so etwas Ähnliches wie ein Café mit selbst gebackenem Kuchen. Zudem werden herzhafte Kleinigkeiten wie Antipasti, selbstgemachte Suppen, Salate und Käseteller angeboten und das täglich von 12 Uhr bis Mitternacht. Die Florastraße bekommt also eine weitere Alternative zum Ausgehen. Und das Schöne: Die mit roten Steinen angedeutete Terrasse wird auch als solche genutzt –  für einen Kaffee in der Nachmittagssonne oder ein Glas Wein an einem lauen Sommerabend.

Weinrebell
Florastraße 15
Geöffnet täglich von 12 bis 24 Uhr
www.weinrebell.com

Eröffnung am 30.April ab 12 Uhr
Die Einnahmen am Eröffnungstag gehen komplett an die Deutsche Kinderkrebsstiftung, konkret an das „Waldpiratencamp“ bei Heidelberg.

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5 Kommentare zu “Weinrebell in der Florastraße

  1. Wormserin

    Toll!
    Ich freue mich!
    Als gebürtige Rheinhessin vermisse ich es schon lange, hier in Berlin guten und günstigen deutschen Wein kaufen zu können. In den Weinläden hier bekommt man durchschnittlichen deutschen Wein für 16 € die Flasche, den man beim Winzer für sechs Euro kriegen würde.
    Bin schon ganz gespannt auf den Weinrebellen…

  2. André

    Klingt nach einer guten Idee. Heimische Weine werden leider oft nicht für voll genommen. Dabei gibt es hier sicher viel zu entdecken.

  3. Chrom

    Ogott nochn Weindealer der seine Hochtrabende Kundschaft mit Edelsaft versorgen will . Der Florakiez war mal sehr angenehm nun wirds immer voller hier und zwar mit lauter merkwürdigen leuten -.- Da kann ich dann nur noch flüchten so wie ichs vor gut 8 Jahren ausm Pberg getan habe. Klar ne Stadt wächst aber lieber mit Kultur als aus reiner Not heraus einfach alles zupflastern. Bin hergekommen weils mal ein wenig grün hier war nu wird alles zubetoniert. Und alles privat nichts wird in Kultur oder Erholung investiert. Sogar der Parkplatz gegenüber is dann auch weg, wo wollen die dann alle ihren tollen Autos hinstellen?
    Naja wenigstens können sie es sich dann schönsaufen.

    und tschüß

  4. René

    @Wormserin warum gehen Sie dann nicht einfach dahin zurück, woher Sie gekommen sind, wenn Sie hier nichts anständiges zu Süffeln kriegen 😉 ?!

    Gibt ja nicht schon genug Leute hier, die uns den Platz wegnehmen, uns unsere Atemluft mit ihren Auto- und Mopetabgasen verpesten, die Mieten in die Höhe treiben, weil sie denken sie sind wer und gehören dazu, zum Älteren Zirkel und nicht merken, dass sie selbst nur ausgenommen werden, wie Weihnachtsgänse. Und nicht zu vergessen die etlichen Bäume, welche abgeholzt wurden, damit sich freuende Wormserinnen und Konsorten in quadratischen Betonwürfel ohne Charakter, im nicht mehr vorhandenem Grün, hier breit machen können. Aber Sie scheinen sich ja hier sehr wohl zu fühlen, für teuer Geld in der Einflugsschneise !!! 😉

    Und jetzt kommen Sie mir nicht mit Neid.
    Schönen Tag noch…

    1. Wormserin

      Äh, Sie glauben wirklich, die Wahl meines Wohnortes hängt davon ab, ob ich guten und zugleich günstigten Wein kaufen kann?!?

      Ansonsten besteht Ihr Post aus merkwürdigen Unterstellungen, obwohl Sie mich doch gar nicht kennen.

      „Weil ich denke, ich bin wer und gehöre dazu“? Hä? Also ich habe aus beruflichen Gründen meinen Wohnort gewechselt, wie wahrscheinlich viele andere Zugezogene auch. Ist da etwas Verwehrliches dabei? Berlin ist Hauptstadt. Da ist es doch nachvollziehbar, dass viele Unternehmen, vor allem ausländische, hier eine Niederlassung haben.

      Ich wohne in einem quadratischen Betonwürfel? Nicht, dass ich wüsste…

      Und dass die Mieten steigen hängt ja wohl an zu wenig Wohnraum und nicht an zu viel.

      Und bevor Sie mich in irgendeinen elitären Kreis schieben: in einer Weingegend Wein zu trinken hat nichts Elitäres, weil es den Wein dort in Massen und damit günstig gibt. Nur hier, wo man den Wein erstmal hintransportieren muss, macht man was Elitäres daraus. Aber aus meiner Sicht, ist es nicht gerechtfertigt, 10 Euro pro Flasche draufzuschlagen, wenn man den Wein nur ca. 6 Stunden mit dem Auto transportieren muss. Deswegen freue ich mich über den Weinrebellen. Wenn er hält, was er verspricht…

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