Öffnet der BER doch nicht 2017?

Von | 8. August 2015
Karsten Mühlenfeld

Karsten Mühlenfeld samt Warnweste (Foto: Günter Wicker / Flughafen Berlin Brandenburg)

Lange war es ruhig um den neuen Flughafen. Außer einigen positiven Wasserstandsmeldungen war in den letzten Monaten nichts zu hören. Doch jetzt gibt es wieder eine schlechte Nachricht. Ausgerecht die an der komplizierten Entrauchungsanlage beteiligte Firma Imtech ist insolvent. Damit gerät der Zeitplan für die Eröffnung des BER im Herbst 2017 und die Schließung von Tegel ins Wanken.

„Die bauliche Fertigstellung, die im März 2016 geplant war, wird sich verschieben“, erklärte der Flughafenchef Karsten Mühlenfeld in einem Tagesspiegel-Interview. Eine eilig einberufene Arbeitsgruppe soll innerhalb von zwei Wochen einen Zwischenbericht liefern. „Ob es den Gesamttermin gefährdet, hängt davon ab, wie groß die Bauverzögerungen sein werden. Das können wir noch nicht beurteilen“, so Mühlenfeld. Das oberste Ziel sei es weiterhin, den Zeit- und Kostenplan zu halten. Jede Firma sei ersetzbar. „Panik ist da fehl am Platze.“

Wer jetzt schlechte Laune bekommen sollte, dem sei erneut dieses lustige BER-Video vom 01. März 2012 ans Herz gelegt. Die richtige Art von Humor vorausgesetzt.

Nützliches zum Thema Fluglärm:
Ist Pankow der Fluglärm egal?
Keine Lärmschutzzone: Ohren zu und durchhalten
Messergebnisse im Internet: Grüne und rote Punkte zeigen den Geräuschpegel
Start nach Westen oder Osten: Ja, wie fliegen sie denn?
Flugbewegungen live: Was fliegt denn da über der Florastraße?

Hanno Hall
Hanno Hall

Lebt seit 1997 in Berlin und seit 2010 im Kiez. Verantwortet n-tv.de und die n-tv Apps. Interessiert sich für Baustellen, Flughäfen und Politik. Geht zu Fuß, fährt Rad, BVG und Auto.

8 Kommentare zu “Öffnet der BER doch nicht 2017?

  1. Wiebke von Böhl

    Insbesondere zu imtech zwei Verweise: „Imtech – Die unheimliche Firma“ http://www.zeit.de/2015/29/imtech-flughafen-berlin-ber-verzoegerung und ein Brief an Martin Delius (Piratenpartei) „Korruption durch die ARGE Imca (Imtech/ Caverion)“ https://ber.piratenfraktion-berlin.de/media/documents/2015_03_05_12_13_50.pdf

    Das Problem war also bekannt. Man hätte demzufolge bereits 2012 anders mit dem Unternehmen umgehen müssen. Wenn einem was an der Nichtverschwendung von Steuergeldern gelegen hätte.

    Wie schrieb mal jemand irgendwo in eine Kommentarspalte? ‚Man sollte Berlin abreißen und in der Nähe eines funktionierenden Flughafens neu aufbauen. Geht schneller und kommt billiger.‘

  2. Poltergeist rettet Florakiez!

    Der Fluglärm ist momentan wieder mal unerträglich.
    Schöne Sommerabende auf dem Balkon zu genießen ist fast unmöglich.
    Unterhalten kann man sich im 40 Sekundentakt. Was für ein Scheißprojekt, dieses Projekt BER.
    Es ist wirklich zum Totärgern, obwohl ich schon so lange tot bin.

  3. thonik

    … Ja, der Fluglärm wird immer unerträglicher. Als wir in die Florastrasse zogen, vor vielen Jahren, verliefen die Flugschneisen eindeutig weiter nördlich und die Flugzeuge waren nicht so tief und nicht so laut und flogen nicht im 90 Sekundentakt in Wochen- und Tagesrandlagen. Dazu gibt es meines Wissens keinerlei Dokumentation außer halt den Fluggastzahlen. Und wenn mal wieder eine Fluglärmmessung auf dem Anger angekündigt wird, dann fliegen die dicken Brummer ganz zufällig über die westlichen Wannseerouten … Zum Eröffnungstermin kein Kommentar, dazu fällt uns überhaupt nichts mehr ein. (Die Bauzeit für Shanghai Pudong betrug seinerzeit 3 Jahre). Aber vielleicht könnten diese BER-Manager ja auch die derzeiten Strassensperrungen in der Florastrasse koordinieren und auf die östliche Florastrasse ausdehnen. Dann würde von der „Verkehrsberuhigung“ nicht nur das Kiezfest profitieren, sondern wir hätten alle etwas davon und zwar bestimmt gaaaanz lange ….. (Sorry an diejenigen, die den Ausweichverkehr abbekommen!)

  4. Stef

    Also die Flugrouten sind über Pankow seit Jahr und Tag die selben. Auch die Anflughöhe ist kaum variabel auf diese Entfernung zur Landebahn (ca. 8km Luftlinie) und bei dieser dichten Besiedlung. Starts gab es auch schon immer aber die Intensität hat halt nun mal zugenommen.

    Aber richtig erkannt, Zuzügler!!! sorgen für die vollen Straßen und die vielen Flugzeuge. Bitte kurz mal an sich selbst herunter schauen.
    Auch Leute die meinen in Berlin leben zu müssen aber in Köln/Bonn, Frankfurt, München etc. regelmäßigst arbeiten (trifft natürlich nicht automatisch jeden). Trotzdem Gratulation zu solch einem Lebensentwurf.

    Ein Chinesischer Flughafen kann mit Sicherheit deutlich schneller gebaut werden als der BER. Denn dort gibt es solche Errungenschaften wie Auflagen, Widersprüche, Arbeitsschutz, Prävention etc. auch nicht. Sollte man doch bestimmt gleich alles abschaffen, damit man die fehlende Ruheatmosphäre, die durch Zuzügler verloren gegangen ist, schnellstmöglich wieder herstellen und auf andere arme Leute rüber schieben kann.

    Natürlich machen viele Menschen, viele Fehler und viele Menschen sind blind vor gier und faul. Aber dank unserer Presse und Gerichtsbarkeit kommt wenigstens alles immer irgendwann raus. Und wenn es Jahre dauert. Es kommt raus. Also ist es doch egal wie lange etwas dauert, wie problematisch oder schäbig es abläuft.

    Aber das Lustige wird sein, ist der BER dann fertig kommen noch mehr Zuzügler mit viel frischem Kapital und zack wird man sich nach den Flugzeugen noch sehnen. Denn dann wird weiter beschwert über den Lärm und das Chaos, dass ihre Zuzügler in Pankow erst verursacht habt…

    Mein Tipp: Einfach wieder weiterziehen!!!

    Früher war allet besser wa….

    1. Karlheinz

      @Stef: Zum Glück geben Ihnen die Blog-Autoren mit dieser Webseite die Möglichkeit, Ihren paranoiden Hass auf Zugezogene auszuleben. Hoffentlich kühlen Sie damit Ihr armseliges Mütchen.

      1. Wiebke von Böhl

        Es braucht weder Haß noch Paranoia, um zu bemerken, dass sich ‚unsere‘ neuen Nachbarn mit Vorliebe über die Probleme echauffieren, die es ohne sie gar nicht gäbe.

      2. Stef

        Ach Kalle,
        jehste inne Klause, trinkst ne Molle mit Kompott und schon siehste allet klarer.
        Ach nee, jeht nicht mehr. Allet weg „gentrifiziert“. Gibt nur noch Vintage-Bestuhlung und „Château Mouton-Rothschild“…

        Stimmt die Autoren versuchen sich im normalen Journalismus. Schreiben Beiträge und lassen Raum für Kommentierung. Andere Meinungen sind aber auch lästig im Neu-Pankow der Yuppies.

  5. Quarso

    Auch ich lebe schon mein ganzes Leben in Pankow in der Einflugschneise. Mal direkt drunter, mal etwas daneben. An der Route hat sich nicht wirklich was geändert.
    Was ich immer witzig finde sind Leute, die in eine Gegend ziehen, wo klar ist, dass es laut ist und dann große Wellen schlagen, wie laut es doch ist, und so.
    In der Langhansstr. gabs sowas gerade auch wieder. Plötzlich ist die Straßenbahn dort so laut. Sie war es zwar schon die letzten 30 Jahre, aber nun gibt es Leute, die dort aufgrund des Lärms günstig Eigentumswohnungen gekauft haben und nun einen Aufstand machen, wie laut es doch dort sei, um durch Lärmminderung ihre Immobilien im Wert zu steigern und dass natürlich auf Kosten anderer.

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