Fundstück: Abgesägt

Von | 8. März 2016

Gesehen in der Florastraße (Namen wurden unkenntlich gemacht)

Vor dem Grundstück mit der weißen Villa wurde ein Straßenbaum gefällt. Er stand den Baumaschinen für den Neubau im Weg.

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Hanno Hall
Hanno Hall

Lebt seit 1997 in Berlin und seit 2010 im Kiez. Verantwortet n-tv.de und die n-tv Apps. Interessiert sich für Baustellen, Flughäfen und Politik. Geht zu Fuß, fährt Rad, BVG und Auto.

13 Kommentare zu “Fundstück: Abgesägt

  1. Krishan pankow

    Alter Baumbestand scheint der Verdichtung im Wege zu stehen. Da wird anscheinend nicht lange gefackelt. Pankow verliert immer weiter grün…paradoxerweise genau das suchen aber die Zuzügler. Besonders perfide ist dies beim Bauprojekt Heynstraße/Brehmestraße geschehen. Dort wurde als Ausgleich für die gegen Proteste beseitigte grüne Gartenanlage Dachbegrünung auf dem Betonriegel versprochen…..die ist leider nur in Luftaufnahmen zu bestaunen. Also vom Fenster der landenden Flugzeuge. Na toll!

  2. Tom

    Ich finde es etwas verstörend, dass momentan ausgerechnet diejenigen am lautesten protestieren, die selber zugezogen sind und zu großen Teilen auch in Gebäuden leben, die dort stehen, wo vorher eine schöne freie Fläche (im besten Fall eine grüne) war. Der erste Schritt sollte immer sein, sich an die eigene Nase zu fassen.
    Und dass nun immer mehr Menschen nach Pankow zeihen, liegt nicht zuletzt daran, dass diejenigen die als erste oder wenigstens vorher im Kiez aufgeschlagen sind, einen Gentrifizierungsprozess angestoßen haben, welcher nun folgerichtig weiter geht.
    Ich verstehe daher die Aufregung vieler Akteure um dieses Projekt nicht so ganz, sind doch zum großen sie selbst diejenigen, die diesen Prozess verursacht haben.
    By the way: Ich selber finde die Bebauung auch nicht schön, man muss aber auch nicht alles dramatisieren. Das Gelände stand ja der Öffentlichkeit ohnehin nicht zur Verfügung.

    1. Flora85

      Also man kann in einen grünen Kiez ziehen und ihn pflegen oder man kann in einen grünen Kiez ziehen und ihn aus egoistischen Zielen heraus zerstören. Uns Zugezogene aber pauschal mit den Leuten der BG Flora GbR gleichzusetzen verschlägt mir die Sprache. Anstelle den Versuch zu unternehmen sich zu integrieren (so wie ich das tue), wird erstmal alles platt gemacht, allen voran das Grün für das ja nicht nur der Bezirk und das Viertel sondern auch der Name der Straße im Besonderen steht. Dies, lieber Tom, habe ich nicht getan und viele vor mir auch nicht. Das etwas gebaut wird ist ja nicht das Problem. Vielmehr geht es um das WIE und deren Verträglichkeit. In diesem Fall um die Arroganz und Rücksichtlosigkeit dieser 18-köpfigen BG. Frage: Waren Sie bei der Infoveranstaltung letzten Herbst im YUP? Scheinbar nicht, weil Sie sonst mit eigenen Augen und Ohren deren Aggressivität und, sorry, Lügen lauschen hätten können. Zum Bsp.: der gefällte Baum sollte eigentlich nur verschnitten werden, eine Fällung wurde wenn möglich abgelehnt. Doch es war und ist doch sonnenklar, dass irgendwo der Kran stehen muss. Dieser Punkt wurde u.A. auch von mir angesprochen, aber als unwichtig und deshalb falsch abgetan und aktiv ignoriert.
      Kann noch mehr solche Punkt nennen 🙂 Als Einstieg empfehle ich all die anderen interessanten Artikel mit deren langen Kommentaren hier auf florakiez.de (Suchwort: Weiße Villa). Oder wird diese Seite bald betonkiez.de heißen?

      1. Tom

        Na das ist offensichtlich immer eine Frage der Eigenwahrnehmung. Bei allen Bauprojekten im Kiez wurden Grünflächen vernichtet. Sei es Flora/Gaillardstr. oder genau gegenüber in der Florastraße, in der Görschstraße, in der Kleingartenkolonie an der S-Bahn-Trasse oder der Einfamilienhaussiedlung zwischen Wollankstraße und Bürgerpark und noch etliche mehr. Von der Vernichtung von Freiräumen und Grünflächen aus (wie Sie es nennen) egoistischen Gründen können sich keine der entsprechenden Bewohner frei machen und auch nicht davon diesen Prozess mit initiiert oder verstärkt zu haben.
        Und ehrlich gesagt, sehe ich das Verhalten des betreffenden Bauträgers dort als nicht mehr oder weniger rücksichtlos an, als das Verhalten der vielen anderen Bauträger davor. Nie wurde die Bevölkerung gefragt, ob Sie mit der Bebauung einverstanden ist, nie wurde darauf Rücksicht genommen, dass der Kiez verändert wurde. Und ganz ehrlich gesagt, hat sich der Kiez ja positiv entwickelt. Aber hätte man die Bevölkerung vorher gefragt, ob sie mit der Bebauung der Flächen einverstanden ist, dann hätten Sie Flora85 wohl jetzt nicht den Florakiez als Wohnort. Wie gesagt, ich kann tatsächlich die ganze Aufregung nicht nachvollziehen, insbesondere nicht den Personenkreis der Leute die sich am meisten aufregen.

        1. Flora85

          Da haben Sie Recht. Ich persönlich habe nichts gebaut und werde dies auch nicht tun. Von daher sehe ich mich bezüglich Ihrer Kritik nicht angesprochen, befürworte sie aber grundsätzlich. Das mit der positiven Entwicklung kann man so sehen oder eben auch anders. Durch den Bau-Boom steigen die Grundstückspreise und dies wiederum setzt nicht nur zukünftige Luxus-Eigentumswohnungsbesitzer unter Druck sondern eben auch die Mehrheit der Leute die eben Miete zahlen (so wie ich). Deswegen kann man so eine Entwicklung durchaus auch kritisch sehen bei der u.A. auch der soziale Friede auf dem Spiel steht. Sieht man doch tagtäglich. Oder finden Sie Gated Communites toll?

  3. Poltergeist rettet Florakiez!

    Unseren neuen Nachbarn Flora 86 wünsche ich bereits viel Smog (in der Wohnung)!

    BUHU! Ich bin Poltergeist und liebe meine weiße Villa!

    1. Flora85

      — und Schimmel in der spitzen Ecke und der fensterlosen Mini-Bäder (gepaart mit Mega-Dämmung) 🙂

  4. H. Thernoth

    Grüner Kiez, Grünflächen, Freiräume, Zugezogene, integrieren, Verträglichkeit, Beton, egoistische Ziele, …

    … nicht hilfreiches Vokabular.

    a) Der Film aus der Villa hat gezeigt, dass es richtig war, sie nicht unter Denkmalschutz zu stellen. Sonst könnte man 50% der Bausubstanz aus dem 19. Jhd. schützen und auch ich würde in einem Denkmal wohnen müssen.

    2) Warum nur kommen Leute nach Pankow und wollen hier wohnen? Wegen der schönen Brachen mit ihren Füchsen, dem Rathauscenter und dem gut sortierten Einzelhandel, dem herrlichen Bestand an alten Straßenbäumen? (Ich glaube: nein, nein, nein, und auch nicht, um Pankow aus egoistischen Gründen zu zerstören. Eher: Es ist zentrumsnah, gut öpnv-ig angebunden, relativ familienfreundlich und!!: Es gibt Grundstücke, die man kaufen kann und bebauen darf.)

    III) Ja, dem neuen Nachbarn alles Schlechte wünschen. Stil, sage ich, hat das nicht.

    1. André

      Richtig.
      Kritik muss sein, aber sachlich. Bei jeder ungeliebten Aktion ein vorwurfsvolles Schild aufhängen wirkt – sorry – albern.
      Klagen und die Opferrolle auswalzen – wohin soll das führen? Irgendwann steht das Haus und wir treffen die Bewohner auf der Straße. Was dann? Dann wird sich zeigen, wie nett und offen die Leute hier im Kiez sind.

      1. Flora85

        Ha! Wenn Sie diese Leute in der Infoveranstaltung erlebt hätten, würden Sie sicher anders denken. Niemand lässt sich gerne an der Nase herumführen und belügen. Beweise habe ich, da ich im ständigen Kontakt mit der Bauleitung bin. Also unsere Kritik kommt nicht von irgendwoher sondern ist fundiert. Auch wenn sie zugegebenermaßen manchmal für manchen zu emotional sein könnte. Wo leben wir denn wenn man nicht mal Kritik äußern darf? Und wie schon mehrfach erwähnt: mir geht es nicht um das Bauen an sich, das ist ja OK. Mir geht es um das WIE! Warum soll ich freudestrahlend in die Luft hüpfen wenn wir diesen Leuten die meine Nachbarn sein werden egal sind? Natürlich wird protestiert und versucht den Schaden fachlich fundiert zu begrenzen. Leider hat sich darauf die BG in keinster Weise eingelassen. Egoistisch eben.

    2. Albert

      Die Kritik an dem Bauvorhaben ist ja wohl vor allem deshalb so heftig, weil hier besonders unorthodox und nachgerade rücksichtslos eine Baulücke gefüllt wird, was eine Reihe älterer Nachbarhäuser dauerhaft recht massiv beeinträchtigt. Ich denke die nicht, dass die Mehrheit der Bewohner im Kiez den Bau von Wohnungen per se ablehnt. Aber manchmal sollte man einsehen: hier geht es nicht, oder zumindest nicht sozialverträglich.

      Hinzu kommt allerdings: der Umfang der Baumaßnahmen hat in den letzten Jahren derart zugenommen (und es ist ja kein Ende abzusehen, bald wird die nächste Baulücke in der Flora gefüllt), dass die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt wird, dass Restaurants und Geschäfte Einbußen im Umsatz beklagen (die Mieten sind m.W. nicht gesunken) und die soziokulturelle Mischung in der Gegend sich zum Nachteil verändert.

      Da wo Krieger seine Möbelhäuser hinbaut hätten übrigens auch schöne Wohnbauprojekte Platz gehabt. Entlang der S-Bahn Richtung Schönholz gäbe es auch Möglichkeiten. Wenn man Stadtplanung vorausschauend und vernünftig betreiben würde.

      1. Tom

        Da wo Krieger seine Möbelhäuser hin baut, werden doch auch Wohnungen gebaut, 1000 Stück sogar. Das konnte man doch sehr gut auf der Infoveranstaltung am 08. März erfahren.

        1. Flora85

          Genau! Und das Argument der guten ÖPNV-Anbindung, welche die BG Flora86 GbR ständig anbirngt, zieht dort auch.

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