Die SED bezahlt den neuen Spielplatz

Von | 15. August 2018

Fast 28 Jahre ist die DDR Geschichte und vor über zwei Jahren wurde der Spielplatz in der Dusekestraße wegen Baufälligkeit geschlossen. Was das miteinander zu tun hat? Ausgerechnet mit Geld aus der DDR kann der Spielplatz jetzt saniert werden.

Berlin hat nach jahrelangem Rechtsstreit 16 Millionen Euro aus dem ehemaligen Parteivermögen der SED bekommen. Das Geld geht an soziale und kulturelle Projekte in den ehemaligen Ost-Bezirken. Ein Teil fließt in den Neubau des Spielplatzes in der Dusekestraße, den der Bezirk so lange vernachlässigt hatte, bis die Spielgeräte nicht mehr zu retten waren.

Für Druck auf die Politik hat neben Eltern und Kitas auch der Verein Kiezinseln gesorgt. Er wollte den Platz notfalls mit eigener Kraft und aus Spenden wieder nutzbar machen. Der Pankower SPD-Abgeordnete Torsten Schneider machte sich daraufhin nach einer Begehung im Berliner Senat für die Vergabe der Mittel stark. So sehr er bürgerschaftliches Engagement begrüße, so wenig könne es Aufgabe von Anwohnern sein, sich um den Neubau eines Spielplatzes zu kümmern.

Der Bezirk rechnet mit Bau- und Planungskosten von rund 270.000 Euro. Wann der Spielplatz wieder öffnen kann, steht noch nicht fest. Beim Eulen-Spielplatz im Rettigweg hatte es rund anderthalb Jahre gedauert.

Für die jüngeren Leser: SED steht für Sozialistische Einheitspartei Deutschlands. Das war die herrschende Staatspartei der DDR. Deren Funktionäre sollen in den Wendewirren Milliarden Parteivermögen beiseite geschafft haben. Rund 200 Millionen Euro davon wurden über die Schweiz auf Konten in Österreich transferiert. Um dieses Geld war prozessiert worden.

Hanno Hall
Hanno Hall

Lebt seit 1997 in Berlin und seit 2010 im Kiez. Verantwortet n-tv.de und die n-tv Apps. Interessiert sich für Baustellen, Flughäfen und Politik. Geht zu Fuß, fährt Rad, BVG und Auto.

18 Kommentare zu “Die SED bezahlt den neuen Spielplatz

  1. Max Müller

    >So sehr er bürgerschaftliches Engagement begrüße, so wenig könne es Aufgabe von Anwohnern sein, sich um den Neubau eines Spielplatzes zu kümmern.

    Au contraire, die Bürger könnten sich um so manches selber kümmern, wenn ihnen nicht bis zu 70 Prozent des Einkommens vom Staat abgenommen würden.

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    1. Erschrockener Nachbar

      Superidee, Sozialstaat und staatliche Aufgaben anständig zusammen kürzen. Oder komplett abschaffen. Krankenversicherung? Privatisieren. Altersvorsorge? Weg mit dem Umlagesystem, können die Arbeitnehmer und Angestellten von morgen sowieso nicht finanzieren. Arbeitslosenversicherung? Putz Schuhe am Bahnhof Pankow. Schulen, Unis? Schulgeld einführen. Bei Kitas sofort wieder einführen. Straßen? Maut. Polizei? Bürgerwehren. Irgendwas zwischen FDP und AfD_Trump. Das wünscht sich also der Florakiez?

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      1. Max Müller

        Man muss schon sehr staatsgläubig sein um zu denken dass andere die besseren Entscheidungen für einen selber treffen.

        Von Staat abschaffen redet keiner, er sollte sich nur auf seine eigentlichen Aufgaben konzentrieren und die gut machen, davon kann keine Rede sein, siehe Schulen, Polizei, Infrastruktur, Justiz.

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        1. K. S.

          Na wunderbar!
          Ich LIEBE diese pauschalen Urteile!
          Die sind so richtig das, was uns weiterbringt!
          Aber leider in die falsche Richtung, wie nicht nur die jüngsten Wahlergebnisse zeigen. 🙁

          (Schreibe dies mit etwas schlechten Gewissen, ist schließlich echt ziemlich off-topic, und ich werd‘ deshalb selber zu diesem Nebenthema nichts mehr schreiben – egal, was kommt.)

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  2. K. S.

    Wie auch immer – ich finde das Projekt sehr begrüßenswert.
    Es war ein netter Spielplatz, so etwas „verborgen“ zwischen Bäumen.
    Unsere Enkel haben sich dort jedenfalls besonders gern aufgehalten.
    Und es wohnt ja wohl auch jede Menge kleines Volk drum herum, wie mir scheint.
    Nur zu!

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  3. Thomas Krause

    Guten Tag,
    1. Es ist falsch, das nur die SED den Spielplatz bezahlt, richtig lesen und wiedergeben:
    hier anbei die offizielle Verknüpfung:
    https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2018/pressemitteilung.729342.php
    Das hat sich wohl Hanno Hall selber in die Rubik Fake news hineingesetzt oder wollte einfach mal was reißerisches zum Besten geben. Die Rede ist von Massenorganisationen, also meine Pionierbeiträge sind wohl dort auch mit dabei.
    2. an Max Müller: Sie können ja weiterhin in Ihrer Stube hocken und warten bis was passiert . . . wird es nicht. Erst wenn Sie verstehe möchten, daß wir so leben werden wie wir es machen, wird die ganze Sache lebendig.
    Mit Meckerfritzenmentalität passiert nichts.
    3. Ich bin Vereinsmitglied des Kiezinseln e.V. und lade Herrn Müller herzlich ein sich bei uns aktiv zu beteiligen. 😉

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    1. Poltergeist

      Bitte lassen Sie Herrn Hall zufrieden. Er und Seinem Team von florakiez.de berichten einfach über Tatsachen in unserem Kiez und machen das großartig und akribisch.
      Ihre Wichtigtuerei hilft ja auch nichts. Nörgeln kann jeder.

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      1. Hans

        Wer wird da gleich aus der Haut fahren – Etwas Kritik kann man ja schon mal äußern

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  4. katja

    Wir als Kiezinsulaner freuen uns einfach, dass wir die Kinder endlich wieder spielen sehen – und das nicht gestapelt sondern mit Freiraum!

    Deshalb ist es in einem knappen Haushalt doch okay dass alle Gelder genutzt werden können.

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  5. Hans

    Man sollte sich aber schon Fragen warum nicht das ganze Geld in Projekte zum Wohl der Kinder geflossen ist.

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  6. Thonik

    Wie kann es bitte 270000 Euro kosten, unseren Spielplatz wieder zu öffnen? Dazu braucht man kein Planumgsbüro, keinen Landschaftsplaner, keinen Projektkoordinator, keine umfangreiche Entwurfs- und Ausführungsplanung. Usw. Das traue ich unseren Beamten alleine zu, die sowieso im Rathaus sitzen. … Der Vergleichswert beträgt 540(!) Spieltürme mit Schaukel von OBI zu je 500€. Jaja, die haben natürlich nicht das richtige TÜV Prädikat. Und trotzdem. Eigentlich ist für unsere Kleinen besonders die Fläche wichtig, wie bekannt, weniger die Spielgeräte … Und Instandhaltung ist natürlich in der kalkulierten Summe wieder nicht enthalten und auch kein Betrag für eine Versicherung gegen Vandalismus….

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  7. H Thernoth

    Ich weiß ja, daß „good news“ eher keine news sind und auch den Empörten und Beleidigten keinen Anlass geben, die Kommentarspalten vollzudumpfen, aber im Rahmen der Berichterstattung über die Pankower Spielplatzmisere könnte Florakiez ja auch mal über den sanierten Bleichröderparkspielplatz berichten.
    Wer hat den eigentlich bezahlt? Nazigold? Steuerzahler? Der Olivenbaum?

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  8. Christina

    Was ist denn eigentlich mit der neuen Sporthalle in der Neuen Schönholzer Straße? Laut Bezirksplanung sollte die ja eigentlich seit diesem Jahr fertig sein, inklusive der Außenanlagen.

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    1. Poltergeist

      Ich weiß es nur vom Hörensagen, aber der Bauleiter hier soll vorher am BER getüftelt haben.

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      1. Max Müller

        Der Fünf-Jahresplan wird eingehalten, wer was anderes behauptet ist ein Defaitist.

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