Europawahl – läuft in Pankow

Von | 16. Mai 2019

Trotz Schlange geht es schnell

Es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Seit dem 15. April ist die Briefwahlstelle im Rathaus Pankow in der Breite Straße geöffnet und sie wird genutzt. Dabei ist „Briefwahlstelle“ ein missverständlicher Begriff, denn hier kann sofort gewählt werden. Einfach mit dem Personalausweis und der Wahlbenachrichtigung hingehen, eventuell etwas warten (wie am eigentlichen Wahltag auch) und dann in der Wahlkabine ein Kreuzchen machen. Eine praktische Alternative zur Briefwahl, wenn man am 26. Mai nicht kann.

Bei der Europawahl stehen 41 Parteien und politische Vereinigungen zur Wahl, der Stimmzettel ist fast einen Meter lang. Er ist aber schon so vorgefaltet, dass er ohne Probleme in den kleinen blauen DIN A5 Umschlag passt. Bei den Briefwahl-Unterlagen soll das schwieriger sein. Den Stimmzettel können Sie sich hier vorab schon einmal anschauen. Wenn Sie noch unsicher sind, welche Partei Sie wählen wollen, dann empfiehlt sich der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für Politische Bildung. Den können Sie auch gut mit der ganzen Familie machen, da entstehen ruck-zuck interessante Diskussionen und manchmal auch Fragezeichen.

Vor 5 Jahren

Bei der Europawahl 2014 gab es in Pankow ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Linke, Grüne und SPD. Mit großem Abstand folgte die CDU und dann die AfD. Die Wahlbeteiligung lag bei 47,2 %. Vielleicht geht da ja noch was?!

Quelle: wahlen-berlin.de

 

 

 

Cathrin Bonhoff
Cathrin Bonhoff

Arbeitet als Journalistin + Sprecherin beim rbb und anderswo. In Berlin wohnt sie seit ihrem 3.Lebensjahr, im Kiez seit 2012.

17 Kommentare zu “Europawahl – läuft in Pankow

  1. AvatarMax

    Vielleicht bei Amazon mal eine Wahlstation einrichten, dort erreicht man sicher noch mehr.

    aber die EU-Wahl geht den meisten halt an der hinteren Stoßstange vorbei, weil die Stimme
    noch weniger bedeutet als bei inländischen Wahlen.

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    1. AvatarKenny

      @Max
      Könnte man die EU-Kommission und die EZB direkt wählen, hätte die Einzelstimme tatsächlich Gewichtung.
      Fahrradkette usw. ……

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    2. AvatarAndré

      Das mit der Bedeutungslosigkeit ist nur ein Gefühl, wenn man nicht merkt, welche Vorteile „Brüssel“ einem bringt. Zu viele EU-Bürger bringen doch Dinge wie z.B. den Wegfall von Roaming-Gebühren, mit EU-Mitteln geförderte Sportanlagen oder ganz simpel den Frieden in diesen Breiten nicht mit der EU in Zusammenhang. Dagegen scheinen die gelegentlich diskutierten Nachteile alle bestens bekannt zu sein. Schade.
      Und selbst dann ist die Bedeutungslosigkeit kein Argument gegen die Wahrnehmung des Wahlrechts. Was vergibt man sich denn?

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      1. AvatarKenny

        @Andrè,
        40.000 Regeln innerhalb 20 Jahren aus Brüssel brechen sie auf „den Wegfall von Roaming-Gebühren, mit EU-Mitteln geförderte Sportanlagen oder ganz simpel den Frieden “ herunter???
        Im Gegenteil ist der Frieden innerhalb Europas inzwischen wieder gefährdet. Welche Medien verfolgen sie eigentlich?
        Sie haben rein gar nichts begriffen oder versuchen hier ein sozialistisch-kommunistisches Utopia mit Planwirtschaft als „Bedeutungsvoll“ zu verkaufen?
        Das Parlament in Brüssel diskutiert praktisch gar nicht. Die Kommission macht die Gesetze in Brüssel.
        „Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten“ – Kurt Tucholsky?
        Die Schweiz wurde übrigens im Jahr 2000 und 2001 in den Medien tot gesagt weil sie nicht der EU beigetreten ist und nicht im „Euro“ sind. Nicht überlebensfähig…innerhalb 5-10 Jahren …. blabblablahhh
        Und wie sieht es jetzt in der Schweiz und dem Wohlstand der dortigen Bürger aus?
        Schauen sie auch mal nach Norwegen! Ca. 650.000,- € hat jeder Norweger über 65 Jahren an Guthaben, Geld das der Staat angespart hat! Aber Europawahlen verkaufen wollen. Die Norweger können und wollen dabei gar nicht wählen – raten sie mal weshalb das so ist.

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        1. AvatarG. Haustein

          Ihr Tucholsky-Zitat ist ein fake, die Äußerung stammt nicht von ihm. Es wird spekuliert, wer sie – vermutlich in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts – rausgehauen hat. Es bleibt falsch. Dazu reicht es, sich die Machtübernahme der Nationalsozialisten von 1933 anzusehen. Auch in deutlich weniger extremen Fällen: Wahlen verändern selbstverständlich etwas.

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          1. AvatarKenny

            Wie sie bereits schrieben “ Es wird spekuliert, wer sie – vermutlich in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts – rausgehauen hat.“
            Ich setzte ein Fragezeichen hinter Kurt Tucholsky. Das hat genau diesen Grund.
            Egal wer es genau irgendwann sagte, es trifft den Kern.

        2. AvatarG. Haustein

          „Schauen sie auch mal nach Norwegen! Ca. 650.000,- € hat jeder Norweger über 65 Jahren an Guthaben, Geld das der Staat angespart hat! “ Ein Wohlstand auf der Grundlage von Ölressourcen entstanden und ohne Frage intelligent investiert und angelegt. Das ist aber weder ein Argument für noch gegen die Europäische Union. Zweimal wollten die Regierungen Norwegens einen Beitritt zum EU-Vorläufer EG. Die Mehrheit folgte ihren Regierungen nicht (soviel dazu, dass Wahlen nichts verändern). Aber Norwegen hat dennoch seinen politischen Kurs mit der EU synchronisiert und ist sowohl Mitglied im EWR als auch im Schengenraum und sieht wie auch die Schweiz zu, den Zentralbankkurs sofort an den EZB-Kurs anzupassen.

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          1. AvatarKenny

            In beiden Ländern herrscht jedoch direkte Demokratie, besonders in der Schweiz wie ihnen bekannt sein wird. Der Bürger entscheidet aktiv politisch mit was zu höherer Zufriedenheit und Harmonie führt.
            Wie sie bereits schrieben haben sich die Bürger in Norwegen dagegen entschieden weil sie entscheiden durften. Man sollte vielleicht mal eine große Befragung durchführen ob sie diese Entscheidungen jemals bereut haben.
            Dazu gibt es regelmäßig den „World Happiness Report“ welcher die Selbstwahrnehmung der Bürger darstellen soll. Aktuell ist Norwegen auf Rang 3, die Schweiz auf Rang 6, Deutschland auf 17, die USA auf 19.
            Wird hier gewählt ist das praktisch mit Lotto gleichzusetzen oder einer Wette mit unbekannten Ergebnissen über eine Dauer von 4 oder 5 Jahren. Wenn sie das für gut empfinden, nunja es ist ihre Meinung.

  2. AvatarKenny

    Es gibt keine Europawahl!
    „EU-Parlamentswahl“ nennt sich diese Veranstaltung.
    Mindestens 13 Staaten Europas wählen an diesem Tag nicht.

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  3. AvatarStaunender Nachbar

    @Kenny: Wahlen in der repräsentativen Demokratie setzen Sie mit Lotto gleich? Gewagt, aber bekanntlich ist nicht alles was hinkt ein Vergleich. Und was Sie hier implizieren, dass Ihnen die direkte Beteiligung besser gefällt, nehme ich Ihnen auch nicht so recht ab. Jedenfalls wettern Sie hier an verschiedenen Stellen in den Blogkommentaren gegen den sich abzeichnenden Volksentscheid „Deutsche Wohnen und Co enteignen“.

    Reply
    1. AvatarKenny

      @Staunender Nachbar
      Wollen sie ein Märchen lesen? Keine Angst, es ist von ihnen selber.

      „Jedenfalls wettern Sie hier an verschiedenen Stellen in den Blogkommentaren gegen den sich abzeichnenden Volksentscheid „Deutsche Wohnen und Co enteignen“.
      *Ende*
      Ich habe ganz bestimmt ein dickes Fell, nur mag ich keine Märchen und Behauptungen über mich die einfach nicht der Wahrheit entsprechen. Wenn sie meinen teilweise längeren Ausführen hier nicht folgen können, lesen sie diese ganz einfach nicht. Ist nur eine Empfehlung von mir. Dann klappts auch mit den Nachbarn.
      Nicht alles was sie nicht verstehen ist falsch.

      Reply
    2. AvatarMax

      >staunender Nachbar

      Wahlen sind nicht gleich wie Lotto, aber vom Resultat her ähnlich: heraus kommt nix, auf jeden Fall nix was die Situation des Wählenden verbessert.

      warum das so ist sagte der Ex-Ministerpräsident von Bayern in einem erstaunlich wahren Moment:

      https://www.youtube.com/watch?v=3agvOrINrmU

      Und er hat absolut Recht.

      Reply
      1. AvatarKenny

        @Max
        Ganz genau so ist es.
        Als Beispiel für „Diejenigen die entscheiden sind nicht gewählt……“ ist beispielsweise Jean Claude Juncker.
        Dieser war maßgeblich an der Gestaltung vom „Vertrag von Maastricht“ beteiligt. Auf seinem Weg zum Vorsitzenden der Euro-Gruppe ein Zitat von ihm:
        “ „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“ – in Die Brüsseler Republik, Der Spiegel, 27. Dezember 1999. “
        Als er dann schließlich Vorsitzender der Euro-Gruppe war, das nächste Zitat:
        „Wenn es ernst wird, muss man lügen.“ – auf einer Abendveranstaltung zur Euro-Krise in Brüssel im April 2011.
        Mit solchen Aussagen wird man gut drei Jahre später Vorsitzender der EU-Kommission, welche der Bürger nicht wählen kann. Das ist erstaunlich und erschreckend zugleich.
        Immerhin ist dieser Mann als Entscheidungsträger bekennender Lügner.
        Auf eine Wahlbeteiligung bei der kommenden EU-Parlamentswahl von genau 0% kann man wohl nicht hoffen….

        Reply
  4. AvatarAndré

    Eine persönliche Anmerkung in Richtung @Kenny:
    Auf Kommentar-Antworten, die mir nur zeigen sollen, wie daneben meine Ansichten sind, kann ich verzichten.
    Ich wünsche mir:
    – respektvollen Umgang statt vermeintlich geistig überlegene Verbalwatschen,
    – die Rückkehr zur sachlichen Diskussion ohne Belehrungen und persönliche Anwürfe,
    – konstruktive Beiträge.
    Fast alle Kommentator*inn*en hier machen das so. Auf das „fast“ würde ich auch gern verzichten.

    Reply
    1. AvatarKenny

      @André
      Verzichten können sie nur bei einem Anspruch auf etwas. Der ist hier eindeutig nicht gegeben.
      Sie können mich bitten ihre Kommentare nicht mehr zu kommentieren. Das ginge. Dafür hätten sie sogar meine Zustimmung.
      Wollen sie überhaupt Diskussionen die nicht auf ihrem persönlichen Kurs oder innerhalb ihrer Weltanschauung liegen?
      Ich habe das Gefühl das es nicht so ist, sie gar keine Diskussion wollen oder sich denen mit Fakten und sachlichen Argumenten stellen möchten.
      Was sind für sie genau „konstruktive Beiträge“ – gehören Meinungen und das Wissen anderer zum jeweiligen Inhalt auch dazu, oder differenzieren sie bei dem „und“?
      Respektvoller Umgang gilt für alle Beteiligten. Märchen über den jeweils anderen zu verbreiten gehören für mich leider nicht dazu. Wobei „Märchen“ noch mild formuliert ist.
      Weshalb erwähnen sie was andere auch gern würden? Haben sie eine Umfrage „fast aller“ Beteiligten dazu?
      Mir persönlich steht es nicht zu für andere ohne deren Zustimmung zu sprechen oder zu schreiben. Ich würde mich damit ohne Not über andere stellen. Bisher hat das übrigens sehr gut in meinem Leben funktioniert.
      In diesem Punkt liegen wir offensichtlich sehr weit auseinander.

      Reply
  5. AvatarKenny

    Lotto (staatliches Lotto) im Vergleich mit den EU-Parlamentswahlen – Nachtrag
    Meine Ansicht oder Meinung dazu soll eher zum Nachdenken anregen.
    Der Lottospieler trägt sein Geld „zum Glück“ freiwillig zur Annahmestelle. Bei Wahlen ist es jedes mögliche Kreuz auf dem Stimmzettel ohne dem Einsatz von Geld möglich.
    Spätestens bei der Annahmestelle kann der Lottospieler erfahren, welche Gewinnchancen er hat und wie jeder von ihm eingesetzte Euro Verwendung findet.
    Er weiß also, das nur 50% ausgeschüttet und prozentual auf die Gewinnklassen aufgeteilt werden.
    Die verbleibenden 50%, oder genauer von jedem eingesetzten Euro, gehen durchschnittlich:
    – 23 Cent an die Förderung gemeinnütziger Zwecke,
    – 7,5 Cent der Brutto-Umsätze als Provision für die Lotto-Annahmestellen
    – 16,7 Cent an die Länder (älteste Steuer Deutschlands) mit undefinierter Verwendung, wie bei Steuern üblich
    – 2,8 Prozent entfallen auf die Verwaltung vom Lotto selber
    Unterm Strich kennt jeder Lottospieler die mathematische Wahrscheinlichkeit eines Gewinnes, trägt 23% zur Förderung gemeinnütziger Zwecke bei , hat aber für 16,7% keine konkrete Aussage zum Verbleib seiner freiwillig
    eingebrachten Euros. Die jeweiligen Bundesländer entscheiden individuell darüber.
    Mit Glück verbleiben diese 16,7% tatsächlich im jeweiligen Bundesland, egal wofür sie speziell eingesetzt werden.
    Der Lottospieler hat demnach vorher überwiegend Transparenz aufgrund Zweckbindung oder prozentualer Verteilung und Wahrscheinlichkeit zum Gewinn.
    Man könnte auch sagen, dass von 100,- € Einsatz etwa 23,- € auf den Gemeinnutz entfallen. Der Rest ist Glück, Notwendigkeit und bissi für alles mögliche.
    Relativ gesehen ist der Lottospieler besser dran als der Wähler. Er entscheidet nur punktuell und kann jederzeit selber entscheiden ob er das noch möchte oder nicht, bezahlt allerdings dafür bei positiver Entscheidung für das Lotto.
    Der Wähler wählt ohne direkten Einsatz von Geld, hat allerdings keine Möglichkeit das ihm letzteres nicht später für XYZ und ohne seiner Zustimmung abgenommen wird. Das Glück ist hier nicht relevant. Es ist die Freiheit.
    Jetzt ging es mal nicht um „Frieden“ oder „höhere Ziele“ und sonstwas.
    Dafür entschuldige ich mich nicht ;-). Es waren nur ein paar Gedanken von mir…… Bei mir sind diese frei.

    Reply

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