Mehr Bio – und Ikea. Die Großen kommen

Von | 5. März 2020
Der Olivenbaum geht, IKEA kommt

Die großen Unternehmen entdecken den Florakiez. Denns, Bio Company und sogar IKEA lassen sich hier mit (weiteren) Filialen nieder. Anscheinend sehen sie ein finanzkräftiges Potential im stetig wachsenden Ortsteil Alt-Pankow. Ob die Einschätzung stimmt, wird sich noch zeigen, haben doch viele (kleinere) Läden mit einem hochwertigen Angebot bereits wieder schließen müssen.

Ein Schreck war es für viele, als Tagesspiegel und Morgenpost meldeten, dass der Olivenbaum in der Breite Straße schließt und dafür ein IKEA-Planungsbüro in die Räume zieht. Angeblich solle das griechische Restaurant mit der großen Terrasse schon in ein paar Tagen schließen. So schnell geht es dann offenbar doch nicht. Wie die Betreiber florakiez.de sagten, wird erst Mitte April Schluss sein. Es seien persönliche Gründe. Verträge laufen aus und nach 17 Jahren müsse man sich fragen, was man will. Mehr wollten sie nicht sagen. Offiziell heißt es auf dem Blog von IKEA:

Der Pächter, Ioannis Pantopoulos, möchte sein Lokal aus privaten Gründen schließen: „Ich freue mich darüber, dass es mit IKEA einen Nachmieter gibt, der es mir ermöglicht, problemlos aus meinem Mietvertrag auszusteigen.“ IKEA übernimmt die Immobilie zum 15. April und Pantopoulos wird den Olivenbaum wenige Tage vorher schließen.

Der schwedische Möbelkonzern will seine Filiale in der Breite Straße im Spätsommer eröffnen. Es wird ein Planungsstudio, ein zweites ist in Potsam geplant, weitere sollen folgen. Hier werden nicht Kissen und Teppiche verkauft, sondern hier sollen Kunden in ihrem Wohnumfeld beraten werden, wenn es gilt, so etwas Komplexes wie eine Küche oder einen Schlafzimmerschrank zu gestalten.  

Zwei neue Bio-Supermärkte

Breite Straße 33

Die neue Bio Company Filiale im Haus nebenan in der Breite Straße 33 hat die Eröffnung bereits hinter sich, wenn auch mit einem Jahr Verspätung. Am Donnerstag (5. März 2020) konnten Interessierte das Gemüse-Glücksrad drehen und Bio-Möhren oder Kekse abstauben. Im Laden gab es Kuchen und Prossecco und vielerlei Sachen zum Probieren. Ab Mitte März soll es hier neben dem normalen Sortiment auch eine Unverpackt-Station zum Selbstabfüllen loser Ware geben. Dann können Kunden sich gut 70 Artikel, wie Couscous, Tee, Müsli oder Gummibärchen selbst abpacken. Auch auf Plastikbeutel und Einwegbecher verzichtet die Bio Company. Stattdessen können Kunden am Mehrweg-Pfandsystem der ReCup-Becher teilnehmen oder ihre eigenen Becher mitbringen.

Dass es gegenüber im Rathaus-Center bereits einen Laden der Bio Company gibt, stört das Unternehmen nicht: Es gebe zweierlei Kunden: Solche, die gerne in Centern einkaufen und dort ihre gesamten Einkäufe erledigen und Laufkundschaft, die nicht so gerne in Center geht und einzelne Geschäfte bevorzugt. Der Markt im Rathaus-Center wird derzeit umgebaut und soll Ende März als „Kleene BIO COMPANY“ wieder öffnen.

Ende März, konkret am 26., eröffnet der nächste Bio-Supermarkt im Kiez. Dieses Mal ist es ein Denns Biomarkt, der gerade in dem Neubau in der Wollankstraße direkt am S-Bahnhof eingerichtet wird. Auch dieser Markt ist für Laufkundschaft ohne Auto gedacht, denn Parkplätze oder eine Tiefgarage gibt es nicht. Und so hat der Denns Haustechniker auch kurzerhand auf dem Rewe-Parkplatz geparkt.

10 Kommentare zu “Mehr Bio – und Ikea. Die Großen kommen

  1. Avatarhanna

    Hätte ja gedacht das auf der brache der ehemaligen Kaufhalle und dann EXTRA Markt wird sowas gebaut.

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  2. AvatarKenny

    Dann könnte man fast sagen das sich die „Bio Company“ und das Büro von „IKEA“ auf Null wegkürzt.
    Auf „Unverpackt-Station zum Selbstabfüllen loser Ware….“ habe ich noch sehnsüchtig gewartet.
    Am besten alles gleich dort zusammen in einen Mixer und es reicht ein alter Malereimer für den Heimtransport. Das Brot für 12,- € kann da auch mit rein.
    Naja, so werden Großstadthobbys neu definiert und Gespräche in der Eiche auf eine besondere Ebene gehoben. Ein paar Pfandgießkannen für die Bäume nebenan wären noch der Hit schlechthin, jedoch nur so lange der Mixer läuft.
    Schade um den Olivenbaum mit seiner Terrasse bzw. keinen gastronomischen Nachfolger.

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  3. AvatarJohannes Kühne

    #Kenny
    dann wird sich die Eiche auch ein Mixer zulegen müssen, damit die Eimer nach dem Einkauf mit den linksdrehenden Bakterien in dem Schlamm aus Öko nicht zwischenzeitlich die Richtung ändern (die Aussage könnte man sogar politisch interpretieren!) und nur noch Öko-Biere anbieten ab 6€ das Kleine! Dann werde ich gleich zum IKEA-Büro laufen und gleichzeitig die Eiche neu planen lassen.
    Man muß ja mit dem Kiez Schritt halten.
    Für die Nostalgiker kommt dann noch ne Dauerschleife alle 2 min mit Flugzeuglandungen aus den Lautsprechern, dann bleiben eventuell paar meiner alten Gäste!

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  4. AvatarJim

    In Pankow liegt der Aussenbereich der meisten Lokalitäten an den absurd lauten Hauptstraßen. Der hintere Bereich des Olivenbaum bildete hier eine angenehme Ausnahme. Die verschwindet und ein IKEA-Küchenstudio kommt. Pankow wird so wieder ein bischen ranziger. Schade.

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    1. AvatarKenny

      @Jim,
      so lange Kunden diese lauten Aussenbereiche nutzen, scheint ja deren Welt in Ordnung zu sein.
      Gleiches gilt auch für Eigentumswohnungen in ähnlicher Lage oder an Bahnstrecken in erster Reihe.
      Der Hit ist der Bio-Markt an der Brücke Wollankstraße im Neubau. Eine ranzigere Gegend für einen Biomarkt kann man sich kaum vorstellen. Nunja, so ist es eben.
      So lange der Bedarf da ist, Kunden vorhanden sind und sich damit Geld verdienen lässt, ändert sich da ganz genau gar nichts. Der Kunde bestimmt unterm Strich mit seinem Bedarf was angeboten wird.
      Im Sozialismus ist das anders. Da bestimt der Staat was der Kunde angeblich benötigt. Das ging in der Geschichte mächtig schief.
      Das nennt sich „Markt“ und reguliert sich irgendwann von selber. Hier kann man speziell auch vom „Schweinezyklus“ sprechen.

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  5. AvatarPedrito

    Es gibt eine alte Weisheit unter Ladenbesitzern bzw. unter Leuten, die einen neuen Laden eröffnen wollen und das ist die Frage der LAUFSEITE einer Straße, sonst macht es keinen Sinn! Und das ist wohl unbestritten in diesem Teil der Breiten Straße zwischen Rathaus und Kirche genau die andere Seite der Straße – die Center Seite!!
    Deshalb ist die Aussage des neuen Bio Marktes über erhoffte Laufkundschaft wahrscheinlich nur ein „frommer Wusch“, ganz abgesehen von den fehlenden Parkmöglichen. Vielleicht auch auf die Kundschaft des Wochenmarktes zu hoffen ist ziemlich abwegig, weil diese auf dem Markt auch fast alles bekommen und wahrscheinlich zu kleineren Preisen.

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