Tegel schließen oder nicht?

Von | 17. Juni 2017

Sebastian Czaja (Foto: FDP)

Schlimm genug, dass diese Frage überhaupt noch gestellt wird. Leider muss man sich in der Politik auch mit grobem Unfug befassen. Daher der Hinweis auf folgende Veranstaltung:

Der selbst ernannte „Tegel-Retter“ und FDP-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus, Sebastian Czaja, diskutiert mit dem erklärten Tegel-Gegner Jörg Stroedter, der für die Reinickendorfer SPD im Abgeordnetenhaus sitzt.

Czaja hat übrigens neulich auf die Frage der Berliner Zeitung, ob er an den Kurt-Schumacher-Platz ziehen würde, geantwortet: „Reinickendorf ist ein toller Bezirk. Warum nicht.“ Hoffentlich geht es am Mittwoch ehrlicher zu.

Streitgespräch
Mittwoch, 21. Juni, 19 Uhr, Einlass ab 18:30 Uhr
Saal des Restaurant Maestral
Eichborndamm 236, 13437 Berlin (U8, Rathaus Reinickendorf)
Moderation: Alexander Kulpok (Publizist)

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9 Kommentare zu “Tegel schließen oder nicht?

  1. Systembolaget

    Wenn Tegel geschlossen wird, ist Berlin endgültig das von Kurt Tucholsky antizipierte Posemuckel. Die Schließung von Tempelhof war schon irrsinnig genug. Ich bin in Pankow „unter dem Flugzeugterror“ groß geworden, wie auch meine Kinder. Wie unsere Nachbarn in der Pestalozzi- oder Ossietzkystraße sind wir allesamt von Gehirntumoren oder Ähnlichem verschont geblieben. Wann wendet sich die Politik den wahren Problemen der Stadt (Schulsanierung, Ansiedlung von Startups, Gesundheitsvorsorge, exorbitant steigende Mieten, etc.) zu?

    1. Klaus D.

      Gut das man immer so alles in einen Topf werfen kann. Was war denn an der Schließung von Tempelhof irrsinnig? Da kann man sich wunderbar als Anwalt aller Nachbarn aufschwingen, die angeblich nicht unter dem Flugzeugterror gelitten haben, kann ja keiner nachprüfen. Tegel schliessen gehört genauso zu den „wahren“ Problemen wie die anderen von Ihnen aufgeführten Probleme. Wer Tegel offen halten will aus sonst welchem Grund, der entzieht dem dem Land Berlin die Steuergelder, die für die Lösung genau der von Ihnen angesprochenen Probleme dringend gebraucht werden. Wer diesen Zusammenhang nicht sehen will, der hat von den Dingen entweder wenig Ahnung oder ignoriert die Fakten einfach. Außerdem: Die Schliessung von Tegel ist die Einlösung eines Versprechens auf das die Bürger ein Recht haben

      1. Max Müller

        Ob die Schliessung Tempelhofs gut oder schlecht war, da gibt es sicher verschiedene Meinungen.

        Das Problem war das kein Konzept für danach vorlag und danach nur rumgeeiert wurde.

        Und nein, die jetzige Lösung als riesiger Park und das andere kann man nicht als ideal bezeichnen,
        solange es an allen Ecken und Enden an Wohnungen fehlt.

  2. Mel_Sanchen

    Ich verstehe ja die Diskussion nicht.
    Im Planfeststellungsbeschluss zu Schönefeld steht die Schließung von Tegel drin.
    Also egal wie viele Rettungsaktionen gestartet werden. Einen Planfeststellungsbeschluss zu kippen halte ich für ausgeschlossen.
    (Wobei aus egoistischen Gründen was den Anfahrtsweg zum Flughafen angeht ich Tegel deutlich bevorzuge!)

  3. Max Müller

    > Mel Sanchen

    Es gibt jetzt schon mehrere Gutachten, die die VORÜBERGEHENDE Offenhaltung für möglich halten. Und das schon mehere Jahre.
    Beispiel:
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/ber-und-tegel-im-parallelbetrieb-mehdorns-plan-fuer-tegel-koennte-aufgehen/8036076.html
    https://www.morgenpost.de/berlin/article210936353/Weiterbetrieb-von-Flughafen-Tegel-ist-laut-Gutachten-moeglich.html

    Das wäre eine sinnvolle und vernünftige Lösung.

    Erst wenn BER vollständig läuft PLUS die jetzt schon notwenigen Zusatzterminals gebaut sind (die Kapazität ist schon bei Eröffung weit überschritten ohne Ausbau) dann kann Tegel geschlossen werden.

    Sonst gehen wir von zwei funktionierenden zu EINEM nicht funktionierenden Flughafen.

    1. Sebastian von Oppen

      Die Behauptung, dass der BER bei seiner Eröffnung schon zu klein ist, ist falsch.
      BER hat (wenn er dann mal fertig ist) deutlich höhere Kapazitäten als Tegel jetzt. Und Tegel funktioniert ja auch (mehr recht als schlecht).
      Wie kann man da behaupten BER ist zu klein?
      Das ist eine der Behauptungen mit der die FDP und Ryan Air (jeder auf seine Weise) versuchen Kapital zu schlagen.
      Sicher muss der BER erweitert werden und die Potentiale sind ja auch da. Aber Fakt ist das mit dem Tag der Eröffnung der komplette Flugverkehr von Tegel ohne Probleme übernommen werden kann.
      Es gibt also keinen Grund Tegel unnötig lange offen zu halten und 9.000 Wohnungen, einen dringend benötigten Standort der Beuthhochschule und vieles andere geplante NICHT zu bauen

  4. André

    Wie kann die Kapazität eines Flughafens überschritten werden? Wenn die Kapazitätsgrenze erreicht ist, ist sie eben erreicht.
    Man kann es aber auch so machen wie in Tegel und die Slots dicht auffüllen und das Nachtflugverbot eindampfen, dass man damit über die Soll-Kapazität hinaus geht. Das sollte doch am BER auch möglich sein.
    Mal andersrum gefragt: Muss eigentlich steigende Nachfrage ohne Limits bedient werden?

  5. Klaus D.

    So lange mir niemand ein vernünftiges Argument für die Offenhaltung von Tegel (TXL) liefert, bin ich für die Schließung so wie beschlossen, und zwar 6 Monate nach Inbetriebnahme des BER. Bisher höre oder lese ich nur emotionale Äußerungen und keine echten Fakten. Wer die Scheinargumente von Herrn Czaja und andere populistischen Parolen willig für die Rechtfertigung für eine Offenhaltung aufgreift muss sich vorwerfen lassen , dass er damit nur den eigenen Egoismus kaschieren will.

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